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Das lokale Webmagazin aus Dülken für die Region VIE und das Grenzland
Schnief und Schneuf

Zwar nicht mit Schweinegrippe aber mit 'ner zünftigen Saison-Erkältung das Wochenende mehr oder weniger in der Horizontalen verbracht. Daher leider nicht, wie ursprünglich geplant, die Viersener Rock-Veteranen im Saal Birgit gucken können. Aber wie sagt der Niederrheiner: Wer weiß wofür et joot is! Rein statistisch dürften damit jedenfalls meine Chancen steigen, den anstehenden Jahresend-Urlaub weitgehend schnupfenfrei zu absolvieren.
Außerdem konnte sich, an drei Update-freien Tagen hintereinander, die Leserschaft schon mal ein wenig darauf einstellen, wie das hier zwischen den Jahren aussehen wird, wenn der Webmeister mit seiner Liebsten für geschlagene zehn Tage zum Internet-freien Chill-Out und Wandern an der Mosel weilen wird. Noch mal zum Mitschreiben für alle: vom
24. 12. bis 3. 1. gibt es hier auf der Seite nur ein "Bin im
Urlaub"-Schild zu sehen - abgesehen vielleicht von dem ein oder anderen vom Handy aus geposteten
Twitter-Tweet in der linken Seitenleiste.
So, jetzt noch schnell die vergessene Kerze zum 3. Advent angezündet und die liegengebliebenen Dinge im Home-Office bekümmern, bevor morgen die Düsseldorf-Pendelei - unter den verschärften Bedingungen des
Eurobahn-Fehlstarts - wieder losgeht.
Labels: Alltag, tienanton
Hauptsache gesund!
Müssen Ärzte eigentlich so sein? Geht das nur mir so, dass ich permanent an praktizierende Mediziner gerate, die sich als fein austarierte Mischung aus weltfremdem Schrat mit eingeschränkten bis nicht vorhandenen emphatischen Fähigkeiten und Soziallegastheniker im fortgeschrittenen Endstadium herausstellen? Ist der zart verwirrte, sein Gegenüber wie diffuse Nebelschleier durchdringende Blick Prüfungskriterium beim Abschlusstest auf der Ärzteschule?
Die Beule des Anstoßes:

"Oh, Sie haben da ja ein Bild von 'Dr. House' am Spiegel hängen, ist das ein Statement?" - Nein, den hab' ich noch nie geguckt, das haben mir meine Sprechstundenhilfen geschenkt, als ich nach einer medizinischen Behandlung einmal unter dem Einfluss starker Schmerzmittel mürrisch und unrasiert zum Dienst erschien. Ich weiß nicht genau, aber ich glaube sonst habe ich mit dem nichts gemein."- "Der ist 'n Zyniker, hat aber ein gutes Herz." sage ich, in der Hoffnung, meinem Gegenüber ein Lächeln entlocken zu können. Das setzt wieder seinen vergeistigten Durchdringungsblick auf und spricht, mehr zu sich selbst als zu mir: "Also Zyniker bin ich nicht..."
Nach dem Ultraschall dann der messerscharfe Befund, gefolgt von einer verblüffenden Schlussfolgerung: "Für die Beule da an ihrem Hinterkopf gibt es keine bekannte medizinische Erklärung. Für einen Grützbeutel oder ein Lipom, also eine Fettansammlung, ist das innere zu flüssig. Ehrlich gesagt, habe ich keine Ahnung, was das sein könnte. Wegmachen würde ich sagen, das mache ich allerdings nur unter Vollnarkose und 'ne ordentliche Narbe gibt das auch, darüber müssen sie sich im klaren sein." Mein Kompromissvorschlag, sich vielleicht auf eine diagnostische Punktierung zu verständigen, findet keine Zustimmung. Das sei nicht sicher genug für eine eindeutige Diagnose. Kurzum: abschneiden das Ding, nur dann kann man hinterher wirklich sicher feststellen, ob der Eingriff nötig war.
Immerhin, weil es keine Möglichkeit für einen Befund im Vorfeld gebe, gelte das Ganze nicht als kosmetische Operation und werde darum auf jeden Fall von der Krankenkasse bezahlt. Schließlich könne er mir schlecht einen Eingriff in Rechnung stellen, der auf einer nicht diagnostizierbaren Situation beruhe. Dankbarkeit durchströmt mich ob dieser freudigen Botschaft, weil ich jedoch irgendwie immer noch nicht die richtige Lust auf einen chirurgischen Eingriff unter Vollnarkose verspüre, verständigt man sich schließlich darauf, in zwei Monaten noch mal nachzumessen, ob das Ei bis dahin dicker geworden ist. "Natürlich immer noch mit der Maßgabe, dass wir das entfernen." - Ja, sicher, hmm, Maßgabe, nee, ist klar.
Labels: Alltag
Mühlenberg adieu!
Ein Abgesang auf eine eigentlich sehr schöne WohnsituationWährend die einen nette Nachbarn haben, müssen sich andere mit
grenzdebilen Soziallegasthenikern herumschlagen. Da kann es auch schon mal passieren, dass aus einem ursprünglich geplanten "nach harter Bürowoche mal ein paar Tage bei leichter Gärtnerarbeit in der zum angemieteten Wohnraum gehörenden Gartenhälfte entspannen" ein "nach verzweifelter Flucht aus der eigenen Wohnung erlittener schwerer Kater nach massivem Ertränken spontan aufkeimender Mordgelüste" wird.
"Wie," höre ich den ein oder anderen einwenden, "so ein Aufstand, nur weil der liebe Nachbar mal wieder ohne Vorankündigung eine 18
stündige Gartenparty mit
Non-
Stop-
Ghettoblaster-
Beschallung schmeißt?" Stimmt,
soo schlimm ist das ja eigentlich gar nicht, gemessen z.B. an Hausnachbar Nummer 2, einem Pensionär mit Blockwart-Qualitäten, der ganzjährig mit großflächig in die Beete gestreutem feinstem Vogelfutter neben den avisierten Adressaten auch ganze Horden von Ratten
anfüttert, denen anschließend mit dem selbstredend nur über geheime Kanäle ("Hab ich in Holland besorgt, hierzulande kriegt man ja so was gar nicht mehr...") zu beziehenden Spezial-Rattengift der Garaus gemacht wird. Im Nachbarland gibt es übrigens auch (psst!) prima Unkrautvernichtungsmittel, da kann man sich das Bücken zum Unkrautzupfen glatt sparen.
Oder sind gar die Vermieter das größte Übel? Jene Abkömmlinge alten
Dülkener Fabrikanten-Geschlechts, die allen
Globalisierungs-Tendenzen zum Trotz und durchaus löblicher Weise den heimischen Textil-Fabrikationsstandort aufrecht erhalten, dafür aber dem eigenen Grund- und Mietshaus-Besitz gerade einmal soviel Pflege angedeihen lassen, dass nicht alles auf der Stelle in sich zusammenfällt.
Der Weg zum, wie fast das gesamte Häuser-
Karree in Fabrikantenbesitz befindlichen, Garagenhof wäre ob seiner
Unbeleuchtetheit ein gerdezu idealer
Vergewaltigungspfad, residierte nicht die Viersener Kriminalpolizei gleich nebenan. So bleibt es immerhin noch die perfekte nächtliche Stolperfalle, weil neu entstehende Schlaglöcher dort traditionell mit jeweils einer Schippe groben Schotters "entschärft" werden. Die die Zufahrt säumenden Büsche und Sträucher suchen mangels regelmäßigem Beschnitt immer wieder den gar zu innigen Kontakt mit der schützenden Lackschicht einfahrender Kraftfahrzeuge. Schön auch, dass die "feinen Herrschaften" in den Mietverträgen ihrer so nachlässig gewarteten Wohneinheiten
en Detail die Bürgersteig-
Reinigungspflichten der Bewohner geregelt haben, selbst jedoch vor ihrer gleichfalls im Viertel gelegenen Haustür so gut wie nie profanen Betätigungen wie Unkrautjäten oder Straßefegen nachgehen (lassen).
Lange Rede, kurzer Sinn: wir sind es einfach satt! Da wir außerdem zukünftig mit unserem sauer verdienten Geld nicht mehr die Taschen eines ohnehin schon vermögenden "Landlords" füllen möchten, zeigen wir hiermit folgendes an:
Agiles Paar mittleren Alters (Sie: selbständige Steuerberaterin - Er: Autor, freier Journalist und DTP-Operator) sucht freistehendes kleines Haus mit möglichst großem Garten im Großraum Dülken (Viersen, Nettetal), gerne auch renovierungs-/sanierungsbedürftig zum Kauf. Sachdienliche Hinweise und Angebote bitte per Mail an die Redaktionsadresse.
Labels: Alltag, Dülken, Haus, Nachbarn, Wohnung
Goebbels, Glühwein, Endorphine
Eine adventliche Farradtour von Dülken nach Rheydt
Außer Ralfs ausführlichem Kommentar gab es zu meinem Lamento zum Thema allgemeine Antriebsschwäche im Advent auch die persönliche E-Mail eines wohlwollenden Tien-Anton-Lesers. Der in besagtem Text von mir als 'Winterdepression' beschriebenen Gemütslage verpasste der E-Mail-Schreiber kurzerhand die vielleicht sogar noch eine Spur treffendere Bezeichnung 'Lichtmangelkrankheit'. Dazu gab es, freundschaftlich fürsorglich, gleich noch den Link zu einer ausführlichen Abhandlung zum Thema, den ich hiermit an die Tien-Anton-Leser weitergeben möchte.
Mir persönlich machte die Lektüre Lust, auf die Jagd nach Endorphinen zu gehen. Diese sollen ja bekanntlich selbst bei Niesel- oder Schneeregen am ehesten unter freiem Himmel zu finden sein und so entschloss ich mich, Kälte hin, Schneefall her, zu einer gut vermummten Fahrradtour zwecks Erweckung meiner in Dezemberstarre gefallenen Lebensgeister. Keine Tour ohne Ziel, nach kurzem Überlegen und einem Vorwarnungs-Telefonanruf war der Besuch eines lange vernachlässigten Uralt-Freundes, nennen wir ihn Günter, ausgemachte Sache. Um die 15 Kilometer querfeldein von Dülken nach Rheydt - eine gute Distanz, nicht zuviel und nicht zuwenig.
Unterwegs maß meine durch den Enthusiasmus des Aufraffens geschärfte Aufmerksamkeit manch scheinbarer Belanglosigkeit am Wegesrand tiefere Bedeutung zu, jedes mit der nasskalten Dezemberluft aufgesogene Detail löste entweder umfangreiche Erinnerungsketten oder ausschweifende Phantasien über Herkunft und Auswirkung des Gesehenen aus. Die nicht zugestellten Zeitungs-Pakete vom Wochenend-Käseblättchen, unter einem Gebüsch am Waldrand kaum versteckt, der Lieferwagen eines Gebrauchtmöbelhandels, dessen Dienste ich vor Jahren auch schon mal in Anspruch genommen hatte.
Ein besonders intensives déja vu verschaffte mir der Geruch beim Durchqueren eines Industriegebietes auf Höhe des dort angesiedelten Geländes eines Metall-Verwerters, vulgo Schrotthändlers. Die einmalige olfaktorische Mischung aus altem Maschinenöl, Stahl, Rost und durchgeschwitzten ledernen Arbeitsschutz-Handschuhen entführte meine Erinnerung in die Zeit als Arbeiter im Industrieabbruch. Manchmal knöcheltief in Glaswolle, Dreck, Asbest und Arbeiterschweiß hantierend war das eine Arbeit, bei der man am Abend körperlich spüren konnte, was man tagsüber geleistet hatte. Der daraus resultierende Schlaf war jedenfalls ein vielfach ehrlicherer als die Stresshormon-verseuchten und multimedial befeuerten Pseudo-Ruhephasen heutiger Tage. Andereseits hat so ein schicker, warmer, trockener Hightech-Bildschirmarbeitsplatz im Kreise eloquenter, gut aussehender Kolleginnen und Kollegen natürlich auch sein Gutes.
Bei Günter angekommen flüchteten wir bald gemeinsam aus dessen Messie-mäßig tageszeitungszugestapelter Zweizimmer-Alt-Junggesellenwohnung hinaus auf den Glühweinstand am Rheydter Weihnachtsmarkt, wo wir meinen gerade erst frisch aufgefüllten Glückshormonen ein finales Glühwein-Bad spendierten. Nicht zuletzt wohl wegen des seit einiger Zeit geschlossenen Ratskellers herrschte hier reger Betrieb. Zu Füßen des altehrwürdigen Rathauses diskutierten wir dann unter anderem die kulturtheoretische Frage, ob dem berühmtesten Rheydter, Joseph Goebbels, seine niederrheinische Herkunft und das damit verbundene vermeintlich spezifische Gespür für soziale Zusammenhänge, wohl von Nutzen gewesen sein mag bei seinem steilen Aufstieg auf der Nazi-Karriereleiter. Der so hoffnungsvoll begonnene Tagesausflug endete also, wie sich das gehört, in allerlei irrelevanten Spekulationen, Glühwein-beseelten Diskursen und nicht zuletzt dem Austausch sentimentaler Erinnerungen. Gut, sich aufgerafft zu haben.
Labels: Alltag
Tien Anton an der Côte d’Azur
TienAnton-Leserin Brigitte: damals in Viersen/heute in Antibes. Fotos: privat

Eine sehr nette Mail flatterte gestern in den
Redaktions-Briefkasten. Darin outet sich Brigitte aus dem südfranzösischen Antibes als eifrige TienAnton-Leserin. Was auf den ersten Blick recht ungewöhnlich erscheint, klärt sich im weiteren Verlauf der E-Mail. Denn Brigitte, die seit mittlerweile 27 Jahren an der Côte d’Azur lebt, kommt ursprünglich aus Viersen und hat den Kontakt in die alte Heimat über die Jahre aufrecht erhalten.
Sogar eine
Website zum Thema Viersen betreibt die Wahlfranzösin, darin werden dann tatsächlich von Südfrankreich aus Themen wie die Parkplatz-Situation am Löhcenter diskutiert. Und das ist nicht die einzige Internet-Aktivität der umtriebigen Ex-Viersenerin. Daneben betreibt Brigitte noch eine Homepage über ihre große Leidenschaft, die Malerei, der sie an der milden Mittelmeerküste unter dem Künstlernamen
Balgo nachgeht.
Ein definitives Highlight unter Brigittes Web-Aktivitäten ist auch
ihre Seite über die deutsche Schlagersängerin und Schauspielerin
Heidi Brühl. Zu dieser hat Brigitte eine ganz besondere Beziehung, konnte sie doch in den frühen 1970er Jahren als Heidi-Brühl-Doppelgängerin ein wenig vom Glanz des damaligen Schowgeschäfts miterleben. Mit vielen Original-Fotos entsteht da ein atmosphärisch dichtes Abbild der "wilden" 60er und 70er in Deutschland allgemein und am Niederrhein im Detail.
Wir bedanken uns für die interessanten Einblicke und Zeitdokumente und senden ganz herzliche Grüße nach Antibes! Gleichzeit an dieser Stelle die Frage in die Runde: ist Südfrankreich der äußerste Außenposten unseres Verbreitungsgebiets oder gibt es jemanden da draußen, der von noch weiter weg Tien Antons Aktivitäten verfolgt? Sachdienliche Hinweise bitte per Mail an die
Redaktion.
Labels: 60er, 70er, Alltag, Leser, Portrait, tienanton, Viersen
Von Hagenbroich nach Chicago
Ungewöhnliche Reise einer Viersener Schülerin erregt überregionale Aufmerksamkeit
dmai Ganz im Sinne von Andy Warhols "15 Minuten Berühmtheit für jeden" ist die junge Viersenerin Hannah Mai durch das konsequente Ausleben ihrer persönlichen Leidenschaften auf der Startseite der Online-Ausgabe der
"Zeit" gelandet. Hannahs ungewöhnliche Reiseerlebnisse dieses Sommers waren der "Zeit"-Unterrubrik "Zuender" eine
Titelgeschichte wert.
"Roadmovie 2.0" - Hannah aus Viersen auf Zeit.deDarin befragt Zuender-Mitarbeiterin Eva Schulz die 19-jährige Schülerin aus dem Süchtelner Ortsteil Hagenbroich über ihre Erlebnisse während einer fünfeinhalbwöchige USA-Reise in den Sommerfereien. Das Besondere an der Reise: sie wurde von Hannah, die in Viersen die Jahrgangsstufe 13 des Viersener Erasmus-von-Rotterdam-Gymnasiums besucht, ausschließlich auf der Basis von Internet-Kontakten über die Online-Communities
Flickr und
Vimeo organisiert, ein Umstand, den die Autorin des Berichts mit der Überschrift "Roadmovie 2.0" griffig auf denPunkt bringt.
Dabei war dies nicht einmal Hannahs erste Urlaubsreise, die ausschließlich auf der Grundlage von Internet-Kontakten funktionierte. Bereits eine
Europa-Rundreise in 2006 und einen
Japan-Besuch im letzten Jahr hatte Sie auf ganz ähnliche Art organisiert. Zum aktuellen Amerika-Trip gibt es auf
Flickr und bei
Vimeo reichhaltiges
Foto- und
Videomaterial. Tien Anton gratuliert herzlich zur großen medialen Aufmerksamkeit, außerdem sind wir jetzt schon ganz gespannt, wohin die nächste Reise geht.
Labels: Alltag, flickr, Hannah, Medien, Reise, USA, Viersen, vimeo
Wer hat denn da...
...seinen Deckel beim Friseur wieder nicht bezahlt?
dmai Wir haben nicht erforscht, welche Geschehnisse zu diesem Aushang im Schaufenster eines Dülkener Friseurbetriebes führten und überlassen des Rätsels Lösung einfach der Fantasie der Tien-Anton-Leserschaft - im Zweifelsfalle könnte man natürlich auch "seinem" "besten" Freund fragen, ob ihm dazu was einfällt...
Labels: Alltag, dmai, Doku, Dülken, Glosse
Dülkener EM-Idylle
Der ultimative Schlaaand-Overkill mit Heiligenbildchen...
Labels: Alltag, Euro 2008, Foto, Fußball
Gestern schönster Tag? Beweise her!
Olà treue Leser-Gemeinde,
heute noch einmal ein Beitrag über eines der drängendsten, lokalpolitisch wie subkulturell existentiellsten Themen: das Wetter!
Angeblich soll ja gestern am Sonntag der bisher schönste Tag des Jahres gewesen sein. Ich selber konnte das leider nicht so richtig überprüfen, weil mich ein spontaner grippaler Schub tagesfüllend in die Horizontale zwang.
Deshalb und weil es jetzt erst mal wieder bergab gehen soll mit dem Wetter, ist Tien Anton auf der Suche nach Foto-Beweisen. War es wirklich so schön am Sonntag in der Region? Hat das jemand ausgenutzt zu sommerlichen Aktivitäten? Aussagekräftige Schnappschüsse zu diesen Fragen bitte an diese
E-Mail-Adresse, die Fotos werden dann mit Nennung des/der Fotografen/in diesem Artikel beigefügt...
Labels: Alltag, Foto, Wetter
Radfahrsaison eröffnet!
Fit mit Tien Anton
Eine bewährte Methode zur Vermeidung übermäßiger Gewichtszunahme und Aufrechterhaltung eines Mindestmaßes an körperlicher Fitness ist bekanntlich das mäßige aber regelmäßige Praktizieren von Ausdauersport. So erweist sich eine halbe Stunde zügiges Radfahren täglich als probates Mittel, Körper und Geist in wünschenswerter Balance zu halten.
Naturerlebnis inklusive: per Rad von Dülken nach MGPassender Weise beträgt die Entfernung von Dülken nach Mönchengladbach Hbf querfeldein ziemlich genau 10 km, eine Distanz, die der einigermaßen geübte Radler ohne übermäßige Hetze in exakt der oben erwähnten halben Stunde zurückzulegen imstande ist. Mein persönliches Fitness-Programm daher: anstatt zum Dülkener fahre ich morgens mit dem Fahrrad zum Gladbacher Bahnhof und besteige erst dort mit meinem Drahtesel die Regionalbahn nach Düsseldorf.
Prächtiger Ausblick: das wäre Ihr Stau gewesen!
Neben dem morgendlichen Natur-Erlebnis bietet die per
Google Maps ausgetüftelte Querfeldein-Strecke ein ganz besonderes Highlight. Bei der Überquerung der A 52 in Höhe des Autobahnkreuzes MG hat man einen prächtigen Ausblick auf eben jenen Stau, in dem man jetzt stehen würde, wäre man per Auto unterwegs in die Landeshauptstadt.
Labels: Alltag, Dülken, Leibesübungen, Radfahrer
Gypsy-Reggae und Krefelder Behördenfrust
Ein verspäteter Wochenend-Bericht
Am vergangenen Wochenende war ich Strohwitwer, die Liebste weilte zu einem mehrtägigen Betriebsausflug in der Bundeshauptstadt, ich war bei der Planung meiner Wochenend-Aktivitäten folglich auf mich allein gestellt, was also tun?
Jutta Ditfurth konnte ich persönlich noch nie leiden, war mir immer eine Spur zu sehr auf Krawall gebürstet und selbstverliebt, jemand, der sich selber gerne Reden hört halt. War jemand bei ihrem
Ulrike-Meinhof-Gedächtnisabend (ein Thema, das mich schon interessiert hätte) im
Conny's und möchte uns Bericht erstatten? Nur zu!
Statt dessen wäre eigentlich ein Besuch des
Cowboys On Dope Konzerts im Viersener
Komplett angesagt gewesen: pflegen die Jungs doch ein amtliches unplugged-Rock'n'Roll-Brett der durchaus hörbaren Sorte, außerdem steht da noch die Einladung zum Kennenlern-Bierchen von Wirt Budda im Raume, der via elektrischer Post dem Projekt Tien Anton sein Wohlwollen ausgedrückt und bestmögliche Unterstützung zugesagt hat. Dafür an dieser Stelle ein Dank nach Viersen!

Letztendlich gelandet bin ich am Freitagabend schließlich in Krefeld. Mein alter Freund Roland hatte einen gemeinsamen Besuch im
Jazzkeller angeregt, um sich dort die Electric-Balkan-Combo
Turlitawa Shutka anzuschauen. Außerdem bot sich hier die Gelegenheit, Rolands frisch angetraute Lebenspartnerin Julia endlich einmal persönlich kennen zu lernen.
Die Geschichte der beiden ist definitiv einer eigenen ausführlichen Betrachtung würdig, stark verkürzt könnte man sie als Odyssee charakterisieren, auf der sich die Entfernung zwischen dem Niederrhein und Weißrussland als leichter überwindbar erwies als die labyrinthischen Wege der Krefelder Ausländerbehörde. Deren geradezu kafkaeske Beharrlichkeit beim Versuch, dem Paar eine Scheinehe nachzuweisen ist geprägt von beispielloser Absurdität und Menschenfeindlichkeit. Nach monatelangem Hickhack inklusive Scheinbefragungen durfte sie jetzt, ein halbes Jahr nach Eheschließung und fast fünf Monate nach Beantragung der Familienzusammenführung endlich einreisen, hat aber vorerst immer noch nur eine auf drei Monate befristete Aufenthaltserlaubnis. Deutsches Ausländerrecht in seiner pervertierten Form.
Das Konzert war auf jeden Fall großartig, der Abend ein sehr schöner. Die Band verband auf ebenso wundersame wie selbstverständliche Weise Zigeuner-Rhythmen mit Reggae, Funk und Soul, dass es eine wahre Freude war. Es wurde ausgelassen getanzt, meine von den Behörden so drangsalierten Freunde konnten ihre Sorgen erfolgreich ausblenden, gemeinsam feierten wir bis tief in die Nacht.
Demzufolge den Samstag in Essig gelegen, und da man jenseits der Vierzig bekanntlich eher zwei Tage benötigt, um sich von einer durchzechten Nacht zu erholen, reichte es am Sonntag so grade eben, die gemeinsame Wohnung von den Spuren zweitägiger haushälterischer Nachlässigkeit zu säubern, ehe die Liebste vom Flughafen abgeholt werden musste.
Vom so
innig herbeigesehnten Frühlingseinbruch bis jetzt noch nicht allzu viel mitbekommen, weswegen der Bericht an diese Stelle abrupt endet. Bevor es morgen wieder zum Brotjob in den Bauch der Werbe-Galeere geht wollen jetzt dringend einige Runden mit dem Fahrrad über die Felder gedreht werden. Apropos Frühling: derselbe ist offenbar auch in unserer kleinen Dülken-Bilder-Galerie in der linken Seitenleiste ausgebrochen. Hierzu noch mal kurz erklärt: es tauchen dort alle aktuellen Bilder auf, die bei
Flickr mit dem "tag" (=Stichwort) "Dülken" versehen werden.
Labels: Alltag, Jazzkeller, Klüngel, Krefeld, Live, Tonne
Aprilstarre
Letztes Jahr um diese Zeit: Speiseeiswetter!
Alle reden vom Wetter, wir auch - Tien Anton braucht Eure Hilfe: was tun gegen die andauernde Winterdepression? Decke über den Kopf? Cool bleiben? Warme Gedanken machen? Sachdienliche Hinweise zur seelischen Verkraftung der diesjährigen Frühlingskälte bitte als Kommentar zu diesem Beitrag posten.
Labels: Alltag, tienanton, Wetter
Gähn, schnarch, ratz...
Aus dem Viersener Polizeibricht:

Am Sonntag war kurz nach Mitternacht ein 20-jähriger Nettetaler mit seinem Pkw auf der B 509 in Richtung Nettetal unterwegs. Vor ihm fuhr ein Pkw, der immer langsamer wurde und schließlich auf der Fahrbahn stehenblieb. Der Nettetaler hielt an, um gemeinsam mit seinem Begleiter bei dem Vorausfahrenden nach dem Rechten zu sehen. Sie stellten fest, dass der Fahrer eingeschlafen war, und riefen die Polizei an. Auch beim Eintreffen der Beamten schlief der Fahrer noch tief und fest hinter dem Steuer. In seiner rechten Hand glomm ein Joint.
Die Polizisten weckten den 34-jährigen Niederländer aus Veldhoven und nahmen ihn mit zur Wache. Nachdem er seinen Rauschgiftrausch in der Zelle ausgeschlafen hatte, konnte er nach Hinterlegung einer dreistelligen Sicherheitsleistung am Vormittag die Polizeiwache wieder verlassen. Gegen ihn wird wegen Besitzes von Betäubungsmitteln und Fahrens unter Betäubungsmitteleinfluss ermittelt.
Labels: Alltag, Grenzland, Kiffer, Polizei
Morgens um Acht...

...ist die Welt noch in Ordnung an der
Bahnlinie Venlo-Hamm.
Abends sieht die Sache aber schon anders aus. Das Szenario im Maas-Wupper-Express wird immer bedrohlicher, die Stimmung im Zug von Tag zu Tag aggressiver. Heute gab eine neue Variante des Haschmich-Spiels zwischen schwarzfahrendem Drogen-Prekariat und dem zunehmend überforderten Sicherheitspersonal.
Ein paar Schlaumeier hatten sich mit Steckschlüsseln ausgestattet, die auf die Verbindungstüren zwischen den Abteilen passten. Ob nun aus "Spaß" oder, um sich die ungeliebten Security-Männer vom Leib zu halten - jedenfalls mit dem Ergebnis, dass Fahrgäste, die in Gladbach den Zug verlassen wollten, zuerst das Bahnpersonal mit Rufen und Klopfen alarmieren mussten. Die Reisenden waren in ihrem Abteil schlicht eingeschlossen worden.
Auf der Strecke zwischen Mönchengladbach und Dülken wiederholte sich das Spiel, das vorletzte Abteil war abermals von den Koffieshop-Touris abgeriegelt worden, diesmal allerdings "nur" einseitig, so war in Dülken immerhin das Aussteigen möglich. Bis dahin durfte man sich allerhand Gefeixe über die gelungene Blockade-Aktion anhören, garniert mit den üblichen Helden-Geschichten, wer wem zuletzt aus welchem Beweggrund "die Fresse eingeschlagen" habe.
Am Bahnhof Dülken konnte man dann beobachten, wie ein Zug-Sheriff jenseits der versperrten Tür mit einer johlenden Meute lamentierte, während sein Kollege heldenhaft über den Bahnsteig zum abgeriegelten Wagen sprintete, um diesen von außen zu entern. Wie es schien, waren die beiden im Gegensatz zu ihren Kontrahenten nicht im Besitz eines passenden Werkzeugs zur Türentriegelung.
Es sei den wackeren Bahn-Bediensteten zu wünschen, dass sie die Situation noch irgendwie in den Griff bekommen haben. Für die Berufspendler wird der tägliche Heimweg per Bahn jedenfalls immer mehr zum reinen Horror-Trip. Ob daran
die beschlossene Privatisierung der Hamm-Venlo-Strecke irgendetwas ändern kann? Wahrscheinlicher ist wohl, dass die in diesem Zusammenhang angekündigten Videokameras im Zug nicht allzu lange überleben werden.
Aufgezeichnet von einem, der sich nur allzu gerne sein romantisierendes Bild vom friedlich-versonnenen Love&Peace-Kiffer bewahrt hätte und nicht wirklich versteht, wie die Dinge so aus dem Ruder laufen konnten.Labels: Alltag, Bahn, Tonne
Dülken ganz unten? Teil 1

Das
Lamentieren über den schleichenden Niedergang der Dülkener Innenstadt ist in den letzten Jahren nicht weniger geworden, und weil wir auf Dauer eh nicht drum herum kommen, nutzen wir jetzt einfach die Gelegenheit der grippal bedingten Immobilität um uns dem Thema schon mal vorsichtig anzunähern.
Seit der Entstehung
dieser Foto-Serie aus 2006 hat sich zwar einiges getan, manche der dort dokumentierten Leerstände sind zwischenzeitlich behoben, dafür haben sich an anderer Stelle neue trostlose Ecken gebildet. Unterm Strich hat sich seitdem nichts grundlegend gebessert.
Zwar gibt es von mehreren Seiten Bemühungen, dem wachsenden Verfall entgegen zu wirken, aber von einer zielgerichteten Bündelung der Kräfte ist weit und breit nichts zu sehen, im Gegenteil.
Die Uneinigkeit der potentiellen Dülken-Retter beginnt schon bei komplett unterschiedlichen Lösungsansätzen. Da gibt es die Gruppe derer, die das ganze als rein wirtschaftliches Problem sehen: möglichst viele neue Geschäftsgründungen auf der Lange Straße und alles wird gut. Am besten noch einen Teil der Fußgängerzone für den Autoverkehr öffnen, damit die Kundschaft nicht so weit laufen muss.
Solche Aussichten provozieren den empörten Aufschrei der - nennen wir sie mal: Sozialfraktion. Deren Vertreter mahnen eine Verbesserung des Wohlfühl-Faktors der Innenstadt an. Weniger Geschäfte reichten dazu auch aus, wenn nur der Branchen-Mix ausgewogen und der Wohnwert gegeben sei. Autofahren auf der Fußgängerzone? Macht doch sowieso schon jeder, da soll sich mal lieber jemand drum kümmern!
-Fortsetzung folgt-
Labels: Alltag, Dülken, Klüngel
Die Bahn kommt...

Dienstag 7:30 Uhr am Bahnhof Dülken: pünktlich zum Ende der Weihnachtsferien hat sich die Regionalbahn von Venlo nach Hamm (im Volksmund auch liebevoll
Kiffer-Express genannt) wieder auf ihre gewohnten 10 Minuten Verspätung eingependelt. Der Bordfunk bietet wahlweise "verspätete Übergabe aus dem Ausland" und "kreuzende Güterzüge" als Erklärung.
Schön, auch im neuen Jahr nicht auf die vertrauten Eigenarten des sympathischen Transportunternehmens verzichten zu müssen...
Labels: Alltag, Bahn, Dülken, Tonne