Regionale und nationale Ermittlungsverfahren
Vauth in Tönisvorst und Tauss in Berlin - Zwei SPD-Poltiker in Schwierigkeiten
Die vergangene arbeitsreiche Woche und das im Anschluss verdientermaßen überwiegend müßiggängerisch verbrachte Wochenende haben uns bisher zwar davon abgehalten berichterstatterisch darauf einzugehen, verfolgt haben wir den jüngsten kommunalpolitischen Aufreger der Region aber selbstverständlich dennoch. Schließlich trägt die Provinzposse vom Aufstieg und
Fall des selbsternannten regionalpolitischen SPD-Hoffnungsträgers Lothar Vauth alle Zutaten einer
unterhaltsamen Reality-Soap-Opera.
Es ist die Geschichte vom stets strahlenden Emporkömmling, der trotz solidem beruflichen Erfolg den Hals nicht voll kriegt und weder Kosten noch Mühen scheut um sich mit großem PR-Tamtam auch noch die Zuneigung des gemeinen Wahlvolks zu erkaufen. Die nicht geringen erforderlichen Mittel hierfür scheint sich Vauth, nach allem wie es jetzt aussieht und vorbehaltlich der selbstverständlich auch in diesem Fall geltenden Unschuldsvermutung, teilweise
auf illegalem Wege beschafft zu haben. Veruntreuung von Mandantengeldern, schlimmeres kann man einem Rechtsanwalt wohl kaum vorwerfen, und es ist anzunehmen, dass, sollte sich der Verdacht bestätigen, der Mann nicht nur politisch erledigt ist, sondern auch beruflich.
Zwischenschnitt und Szenenwechsel: ähnlich dramatische Folgen für den Betroffenen dürfte auch ein anderes, ebenfalls einem SPD-Mann geltendes Ermittlungsverfahren haben. Paradoxerweise wird dem bisherigen Medienexperten der SPD-Bundestagsfraktion, Jörg Tauss, die obligatorische Unschuldsvermutung auch dann nicht viel nützen, wenn sie bestätigt würde. Beim Thema Kinderpornografie reicht üblicherweise
der einmal medial hergestellte Zusammenhang um eine Person dauerhaft zu diskreditieren - selbst wenn sich alle entsprechenden Vorwürfe als haltlos herausstellen sollten, der Mann ist jetzt schon erledigt. Dabei spricht gar nicht einmal so wenig dafür, dass der agile Datenschützer und stets unbequeme Schäuble-Kriktiker Opfer einer krimireifen Inszenierung aus dem Dunstkreis des Berliner Innenministeriums geworden sein könnte, oder wie es Polit-Blogger und
CCC-Mitglied
Felix von Leitner formuliert (Einträge 5. - 8. März): alles nur Schäubles
"Joe-Job"?
Epilog: Zwei Verfahren, zwei Beschuldigte - ein Unterschied besteht darin, dass, wie RP-Redakteur Ludger Peters, nach allem was wir gehört haben wohl zutreffend,
feststellt, dem abgestürzten Provinz-Polit-Ikarus Lothar Vauth selbst die meisten Parteigenossen keine Träne nachweinen werden. Dem politischen Gegner spielen beide Dramen in die Karten, die juristischen Entwicklungen bleiben abzuwarten.
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