Das
Süchteln brennt war auch dieses jahr wieder ein mehr als gelungenes Festival. Markus Heines und die "Paradiesvögel" haben es endgültig geschafft, die Veranstaltung als inoffizielles Jahresauftakt-Event der Viersener Rock-Szene zu etablieren.
Das außerordentlich hohe Ansehen, das die Süchtelner Veranstaltung in der Szene genießt zeigte sich, neben dem gewohnt enormen Andrang überwiegend sehr junger Rock-Fans, in der hohen Zahl maßgeblicher Aktivisten der Viersener Rock-Kultur unter den Besuchern. Die ("Eier mit Speck"- und Kneipen-)Festival-Macher Saori, Wim und Tappi wurden ebenso gesichtet wie Veranstalter Markus Gehlen vom Saal Birgit, "komplett"-Wirt Budda oder Birgit Zerres, die für die Stadt Viersen den "Young Talents" Bandcontest betreut. Sie alle erlebten eine Rock-Party vom feinsten:
Toastbrot (in neuer, reduzierter Trio-Besetzung) gingen richtig gut nach vorne,
Idiotlights überzeugten mit intelligenten Indie-Rock-Nummern mit Anspruch.
TrickORtreat rockten die Hütte, dass die Wände wackelten mit ihren einzigartigen Dual-Vocals und Timo Brauwers tödlich präzisen Gitarren-Riffs.
Cyrcus-Frontmann Chubby hatte zwischendurch Sorge, als Headliner vor halb leerem Haus spielen zu müssen, da der Zeitplan etwas aus den Fugen geraten war.
Die Furcht erwies sich als unbegründet, zwar war es bereits nach 1 Uhr, als
Cyrcus endlich die Bühne entern durften, aber die Hütte war noch voll und die Fans allerbester Stimmung, so dass Cyrcus in gewohnt souveräner Manier eine Indie- und Nu-Metal-Party vom Feinsten zelebrieren und dem
Süchteln brennt ein absolut würdiges Festival-Finale bereiten konnten.
Schuld sowohl am verspäteten Auftritt der Platzhirsche, als auch an bestens gelaunten Musikfans zur späten Stunde war die eigentliche Sensation des Abends, die Köln-Arnheim-Viersen-Connection der HipHop-Crossover-Formation
Die Rakede. Verstärkt durch Timo und Julian von trickORtreat, einen röhrenden Hasen und den französischen
DJ Miloo brannte Die Rakede ein rockendes Rap-Feuerwerk der guten Laune ab, das die Besucher im Josefshaus von den nicht vorhandenen Stühlen riss. Die HipHopper eroberten die Herzen der Süchtelner Rockfans im Sturm, die ließen sich nicht lumpen und folgten der absolut HipHop-untypischen Einladung zu einer zünftigen "Wall of Death" - Respekt, Süchteln!
Und wie lautete Tappis grinsende Antwort auf unsere Anregung, dass die Jungs ja wohl definitiv auf's nächste "Eier mit Speck" passen würden? - "Hab'sch längst jebucht, Alter!"