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17.2.10
Bilder und Videos vom Rosenmontag in Süchteln und Dülken
Neben dem scheinbar unvermeidlichen alljährlichen Zuckerguss aus Glasscherben und Bier wurde zu Karneval natürlich auch wieder gefeiert. Schorsch in Süchteln und Andreas in Dülken haben das Geschehen in, teils bewegten, Bildern festgehalten. Interessant auch das Bild, das mir Tien Anton Leser Jochen heute morgen in der Regionalbahn per USB-Kabel aufs Mobiltelefon beamte: Die SG Dülken ging gschlossen als - na? Richtig: Tien Anton. Sehr löblich! :)
Die SG Dülken ging geschlossen als Tien Anton. Fotos: J. Verstraaten
Es ist soweit: für die einen das pure Grauen, von den anderen innig herbeigesehnt - ab Donnerstag herrscht in Viersen und Umgebung wieder der karnevalistische Ausnahmezustand. Nach mehreren Jahren als spätberufener Fan, insbesondere des Dülkener Straßenkarnevals, wird sich der Chronist dieser Seiten in diesem Jahr eine karnevalistische Auszeit leisten und fern vom närrischen Trubel einfach nur entspannen. Für alle Hierbleibenden geht es traditionell ab Donnerstag in die heiße Phase des kollektiven alkoholunterfütterten Frohsinns.
Fabulöser Roland "Lückenfüller" goes Indoor In Viersen zieht die ursprünglich einmal als Belebung des Straßenkarnevals gedachte "Lückenfüller"-Sause am Altweiber-Donnerstag vom angestammten Sparkassen-Vorplatz um ins ehemalige "Lord X", Am Kloster 21. Zitat dazu von Ranzig-Frontmann Tappi: "Tja, dat is immer son Problem, wenn die Leute nur noch ihre mitgebrachten Getränke verzehren, kann man so'ne Veranstaltung leider nicht mehr bezahlen. Und da wir nich rumheulen wollen, machen wir's nun drinnen." Ab 16 Uhr, "kleiner Eintritt, kein Vorverkauf, wenn voll dann voll": Ranzig, der Fabulöse Roland und Budda an den Decks.
Live in Boisheim: Las Bombas
Soul'n'Roll in Boisheim Live-Musik-Freunden, die erst später unterwegs sind und im Lord X nicht mehr reinkommen (was zum Abend hin durchaus passieren könnte) bleibt der Weg nach Boisheim: Bei Conny's zelebrieren die sympathischen langhaarigen Straßenmusikanten "Las Bombas" fluffige Tex-Mex-Rock'n'Roll-Party-Hits mit Tanzgarantie. Einlass 19 Uhr, Beginn 21 Uhr, Eintritt frei.
Hans und Erika sind onlineKarneval: Dülkener Prinzenpaar mit eigener Homepage
Advent hin, Weihnachten her - für den echten Dülkener sind das bekanntlich alles nur Pflichtübungen auf dem Weg zum eigentlichen Höhepunkt des Jahres, dem Karneval.Seit dem 11. November regieren hier Hans IV. und Erika I. - oder, wie die Dölker Jonges schreiben: "...es hat sich doch noch ein Paar in Dülken gefunden, das die Tradition des Dülkener Karnevals aufrecht erhält." Für alle Freunde dieser Tradition hat das närrische Paar jetzt eine eigene Homepage eingerichtet, auf der sämtliche karnevalistischen Aktivitäten von Hans und Erika im Bild dokumentiert werden.
Total jeck und jetzt auch mit eigener Homepage:Hans IV. und Erika I.
Die beiden wären keine echten Dülkener, wenn sie nicht den Karnevalisten in der jenseits der Autobahn gelegenen Viersener Diaspora ganz beiläufig einen Seitenhieb verpassen würden. Jedenfalls findet man in der Bildergalerie zur Proklamation des Viersener Prinzenpaares so mancherlei, nur nicht ein Abbild des Viersener Regentenpaares Uwe II. und Sabine I.- Ein Schelm, wer böses dabei denkt...
Schnell vor Aschermittwoch noch mal die gestrige Foto-Ausbeute durchgeschaut und, siehe da, prompt zwei alte Bekannte entdeckt, die wir hier doch gerne einzeln herausstellen möchten. Da ist zum einen einer der wenigen, die sich bisher mit vollem Namen als zumindest gelegentliche Nutzer dieser Website geoutet haben: Tien-Anton-Leser Günter T. aus V. (voller Name der Redaktion bekannt), der sich unauffällig unter das Fußvolk der Dölker Jonges gemischt hatte:
Auf dem langen Marsch durch Dülken: Leser Günter T.
Das nächste bekannte Gesicht: die notorische Metal-Rampensau Marcel R. alias Chubby. Leaf, Boobylicious und Cyrcus sind dem Mann immer noch nicht genug, auf dem Dölker Zoch überraschte der Rock-Barde mit einem weiteren musikalischen Projekt, das zwar noch keinen Namen hat, deren musikalische Ausrichtung Marcel auf Nachfrage aber ganz konkret formulieren konnte: "Datt is Progressive Jazz Metal!". Übrigens, wie heißt der Frontmann, der Shouter, die Rampensau in der volkstümlichen Marschmusik? Richtig: Tambourmajor!
Der ewige Frontmann als Tambourmajor: Marcel R. a.k.a. Chubby
In Dülken und Viersen begannen die Karnevalstage rockig, wir waren an beiden Schauplätzen mit der Digicam unterwegs, hier einige Impressionen als Diaschau:
Nachtrag:
Nicht wirklich alkoholfrei: jugendliche Selbstversorger auf dem Alten Markt
Die groß angekündigte "Feiern ohne Alkohol"-Aktion am alten Markt war übrigens auch in diesem Jahr wieder der erwartete Komplett-Reinfall. Die Beobachtungen von Boes Töchterlein, die dieser im Kommentar zu unserem Beitrag "Der Countdown läuft..." schildert, decken sich jedenfalls mit unseren: Sangriaflaschen schwenkende Jugendliche unter "Es geht auch ohne..."-Plakaten konterkarierten da ziemlich massiv die Präventions-Ambitionen von Stadt und Jugendbehörde. Vor diesem Hintergrund wirkt der Schlussabsatz im hier zitierten Polizeiberichts schon fast tröstlich, schließlich erbrachte wenigstens der dort beschriebene Delinquent den schlagkräftigen Beleg für den Wahrheitsgehalt des Alkoholfrei-Mottos: es geht auch ohne!
Langsam wird es ernst: nur noch drei mal schlafen, dann läutet der Altweiber-Donnerstag den finalen Höhepunkt der "tollen Tage" ein. Während den einen beim Gedanken an knöchelhohe Glasscherbenteppiche und bierklebrigen Zuckerguss auf den Bürgersteigen der blanke Horror packt, heißt es für andere: nichts wie rein ins Vergnügen, sich, besinnungslos und volkstümlich wie sonst das ganze Jahr über nicht, ins kollektive Massenbesäufnis fallen lassen wie in einen schönen Kindheitstraum.
Der blanke Anachronismus in dem Zusammenhang sind die scheinheiligen Anstrengungen der sich an Beflissenheit übertrumpfenden Lokalpolitiker, ausgerechnet zu Karneval das Problem des (Jugend-) Alkoholismus bekämpfen zu wollen. Angeführt von der grünen Spaßbremse Martina Maaßen stößt nun selbst unser sonst eigentlich nicht gänzlich humorlose Bürgermeister ins Horn der politisch korrekten neuen Enthaltsamkeit und ordnet einen Bierausschank-freien Rathaussturm an.
"Man kann auch ohne Alkohol beim Karneval Spaß haben!" so das Credo der wenig glaubwürdigen Teilzeit-Asketen, von denen jeder einzelne bei anderen Gelegenheiten den Zapfhahn umschwirrt wie die sprichwörtliche Motte ein Teelicht. Klar, Sex macht ohne Anfassen auch am allermeisten Spaß, genau wie Backen ohne Mehl oder Döner ohne Scharf. Herr, lass es Hirn vom Himmel regnen!
Kurzum, wir hier bei Tien Anton sind der Meinung: wenn schon, denn schon! Davon abgesehen wollen wir in den verbleibenden Tagen vor dem drohenden Karnevals-Wochenende auch Alternativen aufzeigen für diejenigen, bei denen das närrische Brauchtum ausschließlich Fluchtreflexe auslöst. Den Anfang macht diese Veranstaltung am Samstag im Kunst- und Kulturhaus Bachstraße: Wo ist Norbert?
Jedes Jahr auf's Neue, der Dauerbrenner zum (Dülkener) Karneval: Wie kann zu Altweiber die Neigung der Jugend zum kollektiven Kampftrinken wenigstens kosmetisch so weit kaschiert werden, dass nicht schon auf den ersten Blick das kollektive Versagen der ihrerseits vom Konsum-, Feierabendbier- und Dauerfernsehrausch schon schwerst geschädigten Elterngeneration gnadenlos zutage tritt.
Dülkener Jugend an Altweiber- wirklich nur auf "Kampftrinken" aus?
Geradezu rührend, wie jetzt mal wieder nach Konzepten gesucht wird, die rauschbedingten Ausfallerscheinungen der Kids nicht gar so ausufern zu lassen, den Teppich aus Scherben und Erbrochenem, der regelmäßig zu derlei Anlässen nicht nur Dülkens Innenstadt "ziert" ausgerechnet am Altweiber-Donnerstag nicht ganz so üppig zum Erblühen zu bringen.
Besonders innovativ und unser diesjähriger Toppfavorit die Anregung von Holger Jentgen, Leiter der Polizeiwache Viersen: "Wenn ,Tokio Hotel’ ins Bürgerhaus kommt, sind die Jugendlichen vom Markt weg.“ so der Beamte. Wenn der Mann sich da mal nicht irrt, allein um Bill & Co. ertragen zu können reichen doch die Alkoholbestände sämtlicher Dülkener Kioske und Einzelhändler zusammen nicht aus, oder?
Tien-Anton-Außenreporter Tim Robens war zu Altweiber in der Viersener Innenstadt unterwegs. Leider hat die Speicherkarte seiner Digicam den Dienst versagt, sein Bericht muss daher ganz ohne Fotos auskommen - falls eine(r) unserer Leser(innen) Bilder zu den Geschehnissen hat, die wir hier veröffentlichen können, wären wir extrem dankbar über eine Kontaktaufnahme, Stichwort "hautenge goldene Ganzkörperanzüge":
„Jede Jeck ist anders“ heißt es in einem Sprichwort und hätte auch gestern das Motto des Altweibertreibens in Viersen sein können. Da gibt es die eine Art Jecken, die der seit Jahrzehnten gepflegten Tradition dieses Donnerstags mit Freude frönen, mit Tretrollern über den Rathausmarkt rasen und danach in polemischen Kampfeswellen das „Verwaltungsschiff“ von Günter Thönnessen erstürmen. Das Wichtigste dabei: Die Zielgruppe vor dem Stadthaus scheint Spaß am bunten Treiben zu haben und freut sich, als der erste Bürger der Stadt seinen Palast bis Aschermittwoch räumen muss. Die andere Art Jecken feiert am anderen Ende der Viersener Innenstadt auf dem Sparkassenvorplatz beim Lückenfüller-Festival. Dort spielen seit 17.30 Uhr Ranzig und begeistern die anfangs noch überschaubaren Massen auf gewohnte Weise mit Pop- und Rockcovern. Im Verlauf des Abends – man spekuliert: bei den älteren Generationen nach Feierabend und bei den Jüngeren als es in der Dülkener Innenstadt zu kalt wird – füllt sich dann auch der Platz mit geschätzt 500 feierwütigen Jugendlichen und Junggebliebenen. Die Punk-Mädels von Lili aus Köln konnten so ab 18.30 Uhr auf ein enthusiastisches Publikum bauen. „Wir bereuen es nicht, an Altweiber aus Köln nach Viersen gekommen zu sein. Ihr feiert mindestens genauso gut!“ schrie Frontfrau „Ylva“ den Viersenern mehrfach zu. Tatsächlich schafften es die drei in hautenge, goldene Ganzkörperanzüge gekleideten Frauen („unsere Kostüme – ist ja schließlich Karneval“) und Schlagzeuger Marcel, die Jecken mit guter Musik und sexuellen Schlüsselreizen zum Toben zu bringen. Als Lili die Bühne verließen kam der fabulöse Roland. Er überzeugte mit seiner lang erprobten Alleinunterhalter-Stimme und schmetterte die Mitsingklassiger durch die Viersener Innenstadt. Trotz anhaltendem Regen und peitschendem Wind machte der Stimmungsmacher seine Aufgabe im wahrsten Sinne fabulös, so dass Komplett-Besitzer „Budda“ danach nicht mehr viel tun musste, um die Stimmung auf Niveau zu halten und das Flair seiner Kneipe auf den Platz zu ergießen. Und da auch der Indikator „Polizeieinsätze“ vergleichbar gering blieb kann man von einem durchaus gelungen Abend sprechen.
SKArneval in der RKW
Hier noch ein Termin abseits des karnevalistischen Mainstreams, den wir nicht unerwähnt lassen wollen: die Rock Kultur Werkstatt, Gerberstr. 25 in Viersen lädt am Freitag zum SKArneval mit Skapanska, Sideshift Harry und Pregnant Skapunk.
Ausnahmezustand droht!
Nur noch wenige Tage bis zum kollektiven Dauerrausch, auch Karneval genannt. Da heißt es: entweder ganz weit weg flüchten oder sich konsequent hineinstürzen ins närrische Treiben.
Die zahllosen Karnevalsparties, die rund um die großen Umzüge an vielen Orten in der Region stattfinden wollen wir hier nicht alle aufzählen. Stattdessen haben wir uns 3 Veranstaltungen herausgepickt, die wir aus unterschiedlichen Gründen für erwähnenswert halten.
Da wäre als erstes die alkoholfreie Altweiber-Disco für Jugendliche im Dülkener Bürgerhaus. Das ist jene Veranstaltung, die als Ersatz herhalten soll für die Altweiber-Open-Air-Konzerte in Dülken, die sich früher bei Jung und Alt großer Beliebtheit erfreuten. Nachdem die Veranstalter im letzten Jahr spektakulär gescheitert sind mit dem Versuch, der Dülkener Jugend das kollektive Kampftrinken abzugewöhnen, ist man diesmal in die sicheren Mauern des Bürgerhauses ausgewichen. Dort ist die Überwachung des Alkoholverbots wahrscheinlich leichter als in den verwinkelten Gassen der Dülkener Innenstadt. Konsequenterweise weist nicht ein Plakat in Dülken auf diese Veranstaltung hin, selbst am Bürgerhaus sucht man vergeblich nach Hinweisen auf die Veranstaltung. So kann man natürlich auch mögliche Probleme vermeiden: einfach keinem Bescheid sagen!
Da setzt sich die jugendliche Zielgruppe wahrscheinlich doch lieber gleich in den Bus nach Viersen, um auf dem Sparkassenvorplatz beim Lückenfüller abzurocken. Mit Ranzig, den Kölner Punk-Girlies Lili, sowie DJ Budda und dem Fabulösen Roland dürfte ein rundes Rock-Spektakel garantiert sein.
Zuletzt noch der Hinweis auf einen echten Feten-Geheimtipp am Karnevals-Freitag: Auf dem Party-erprobten Gelände der stets umtriebigen St. Mathias Schützenbruderschaft in Dülken heißt es dann "Gloria Tibi Dülken!". Wir möchten wetten, dass es dort nicht halb so gediegen zugehen wird wie das tradtionelle Dülkener Motto vielleicht vermuten lässt. Hingehen und selber sehen!
Altweiber-CountdownVor der Fortsetzung der Analyse des Dülkener Dauer-Dilemmas sei hier auf ein Pfund hingewiesen, mit dem der Sitz der Narrenmühle jederzeit und mit Stolz wuchern kann. Beim Karneval macht den Dülkenerinnen und Dülkenern so schnell niemand etwas vor. Es sollen sogar schon Düsseldorfer gesichtet worden sein, die dem Dülkener Rosenmontagszug demjenigen der Landeshaupstadt den Vorzug gaben. Tien Antons persönlicher Favorit unter den Dülkener Karnevalstagen ist und bleibt aber der Altweiber-Donnerstag. Wenn Jung und Alt noch frisch und ausgeruht zum ersten Mal kostümiert durchs Städtchen flanieren und der flächendeckende Glasbruch-Scherbenteppich des Montagabends noch weit weg ist. Deshalb ab heute in der Seitenleiste rechts: unser Altweiber-Countdown, eingestellt auf Donnerstag, 11:11 Uhr, zeigt er die Tage, Stunden, Minuten und Sekunden bis zum Beginn des fünftägigen närrischen Ausnahmezustands.