Das alte Lied: Skinheads = Faschos?
dmai Tien-Anton-Leser Hermann ist irritiert über einen Link, den die Google-Anzeigen-Bots als vermeintlich zum Content dieser Seiten passenden in den Werbeanzeigen platziert hatten:
www.skinhead24.de. Link zwischenzeitlich vom Verfasser entfernt, da aufgrund von Erkenntnissen die in einem Kommentars zu diesem Artikel formuliert werden, rechtsradikale Tendenzen bei diesem Unternehmen wohl doch nicht auszuschließen sind. - Bitte lest/lesen Sie dazu die Kommentare!Dabei handelt es sich um einen Mailorderversand, der, wie der Name schon nahe legt, sich auf den Vertrieb von Kleidung und Utensilien für die Skinhead-Szene spezialisiert hat. Der Beschwerdeführer unterliegt offensichtlich dem immer noch weit verbreiteten Vorurteil Skinhead = Neonazi. Erschwerend kommt hinzu, dass der betreffende Online-Versand in den ostdeutschen Anschluss-Provinzen, genauer gesagt: in Chemnitz beheimatet ist. Da regieren ja sowieso die Faschos, oder?
Der Stein des Anstoßes: Die gemeine Glatze, vulgo: FleischmützeZu den politischen Ansichten der Macher von skinhead24.de haben wir keine konkreten Hinweise finden können, wir neigen aber im Zweifelsfall dazu, nicht von vorneherein eine rechte oder gar neonazistische Gesinnung zu unterstellen. Eigentlich sollte sich die Binsenweisheit so langsam überall herumgesprochen haben: Skinheads sind nicht zwangsläufig Neonazis. So sind beispielsweise mir persönlich mehr als eine Hand voll Kurzgeschorener bekannt, die erklärtermaßen kein bisschen rechts, dafür aber freundlich, hilfsbereit, überdurchschnittlich trinkfest und insgesamt einfach Seelen von Menschen sind.
Zwar gab und gibt es durchaus rechtsradikal infiltrierte Gruppen innerhalb der Skinhead-Szene, eine Entwicklung, die jedoch in krassem Widerspruch zu den Wurzeln der Skinnhead-Bewegung steht, deren Ursprünge in der britischen Arbeiterklasse der 1960er Jahre zu finden sind. Auch gibt es bewusst unpolitische Strömungen, die sich in der Hauptsache über Saufen, Spaß und Ska-Musik definieren sowie explizit linke und antirassistische Gruppierungen. Ein differenzierte Beschreibung von Ursprung und Wesen der Skinhead-Bewegung gibt dieser
Beitrag zum Thema auf Wikipedia.Schön plakativ, dabei aber durchaus reich an Hintergrundinformationen zum Thema ist auch
diese Website. Pflichtlektüre für Hermann und alle anderen Hippiebewegungs-Nostalgiker mit Glatzen-Phobie!
Ergänzung: Bitte lest/lesen Sie zu diesem Artikel auch die Kommentare. Dort tauchen ergänzende Informationen und Erkenntnisse auf, die die Angelegenheit als wohl doch nicht ganz so harmlos erscheinen lassen wie von mir dargestellt - Dieter Mai Labels: Google, Jugend, Oi, Ska, Skinheads, Skins, tienanton, Werbung