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Das lokale Webmagazin aus Dülken für die Region VIE und das Grenzland
24.3.10
  Radweg? - Radwege!
Gedanken zum geplanten "Alleenradweg" zwischen Dülken und Waldniel

Vor dem Hintergrund einer möglichen Privatisierung der Viersener Galerie im Park und der angedachten Schließung des Süchtelner Wildgeheges wird er von Kritikern gerne als Paradebeispiel für aberwitzige finanzielle Fehlplanung seitens der Stadt Viersen ins Feld geführt. Während auf der einen Seite traditionelle Viersener Einrichtungen dem Rotstift zum Opfer zu fallen drohen, so die Kritiker, werde hier mit Steuergeldern ein überflüssiges Luxusprojekt umgesetzt, dessen Nutzen in keinem Verhältnis zum finanziellen Aufwand stehe.


Diese Argumentation in Bezug auf den geplanten Alleenradweg zwischen Dülken und Waldniel vertritt unter anderem die im Stadrat vertretene Bürgervereinigung Für Vie. Deren Vorsitzender Pertenbreiter radelte vergangene Woche eigens gemeinsam mit dem Schwalmtaler Bürgermeister Reinhold Schulz von Dülken nach Waldniel um sich ein Bild von den Begebenheiten vor Ort zu machen. In einem früheren Beitrag zum Thema kritisiert Für Vie unter anderem den im Zusammenhang mit dem Radweg geplanten Abriss der Eisenbahnbrücke an der Venloer Straße. Der Argumentation, ein solcher Abriss beseitige ein für die Verkehrssicherheit wichtiges Verkehrshindernis am Dülkener Ortseingang, dessen Wegfall potentielle Raser möglicherweise ermutige, kann sich Tien Anton nur anschließen.

Nachdem ich zuletzt aufgrund der gestiegenen Temperaturen meine Radfahr-Aktivitäten endlich wieder auf Normalmaß hochgefahren habe, hätte ich darüber hinaus eine weitere Anregung zu einem Aspekt des Themas, das mir in der aktuellen Diskussion deutlich zu kurz kommt: Das vorhandene Radwege-Netz in Viersen und Umgebung ist zu einem erheblichen Teil in katastrophalem Zustand. Baumwurzeln, die den Asphalt um Armesbreite in die Höhe drücken, Frostschäden und notdürftig geflickte Teilstücke machen auf vielen Strecken das Radfahren zu einem Mensch und Maschine aufs übelste durchrüttelnden Hindernisparcours - und das nicht etwa nur auf wenig befahrenen Nebenstrecken, sondern ganz besonders auf Haupt-Verbindungsachsen wie etwa entlang der Freiheitsstraße/Kölnische Straße, sowohl zwischen Viersen und Dülken als auch stadtauswärts Richtung Mönchengladbach.

Tien Antons Meinung: statt eines aberwitzig teuren (veranschlagte Gesamtkosten: über eine Million Euro) Alleenradwegs mit einem Bruchteil des Geldes lieber die vorhandenen Radwege wieder in einen befahrbaren (und sicheren) Zustand versetzen! Für den Rest des eingesparten Geldes lässt sich sicherlich auch noch eine sinnvolle Verwendung finden (Wildgehege?).

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19.3.10
  "Alles im grünen Bereich!"
Turbulenter Informationsabend zum geplanten Ausbau der Kanustation an der Niers

Grafik: Stadt Viersen
Sind wir jetzt schlauer als zuvor? Nicht wirklich. Die gestrige Informationsveranstaltung zu den geplanten Baumaßnahmen im Süchtelner Niersbruch entwickelte sich zum erwarteten Hauen und Stechen zwischen entsetzten Anwohnern und in hektischer Verteidigungshaltung mit bürokratischen Floskeln um sich schlagenden städtischen Bediensteten. Letztere konnten, auch wenn sie sich zu Recht gegen manchen persönlich verletzenden Angriff wehrten, beileibe nicht alle Ungereimtheiten des Genehmigungsverfahrens erklären.

Wie beispielsweise die Frage, warum über Jahre hinweg verschiedene Anwohner mit ihren Bauanträgen in dem fraglichen Gebiet unter Hinweis auf den Landschaftsschutz von der Verwaltung abgewiesen wurden, Camping-Unternehmer Hammans' Bauvorhaben für das mittlerweile errichtete Gruppenhaus der geplanten Kanustation jedoch scheinbar reibungslos durchgewunken wurde. Insbesondere der Umstand, dass zu dieser Zeit die städtischen Pläne auf eben jenem Gebiet noch eine, mittlereweile wohl zu den Akten gelegte, Umgehungsstraße vorsah, weckte den Argwohn der Anwohner. Lautstark wurden aus dem Publikum unverhohlene Mauschelei-Vorwürfe gegen die anwesenden städtischen Planer geäußert.

Linken-Landtagskandidat Franz Lohbusch verstieg sich im Laufe seiner anfangs durchaus nachvollziehbaren Argumentation gegen das Bauprojekt zusehends in unsachliche Polemik und persönliche Angriffe gegen Adolf Hammans, die dieser später ruhig und sachlich zu kontern wusste. Da überdeckte Lohbuschs Position als persönlich betroffener Anwohner ganz offensichtlich sein politisches Gespür. Auch Viersens BUND-Amazone Almut Grytzmann-Meister fiel leider mehr mit schrillen Plattitüden aus dem Öko-Nähkästchen als mit produktiven Diskussionsbeiträgen auf. Von der literarisch gebildeten Diseuse, immerhin Stadt- und Kreisvorsitzende des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland, hätten wir dann doch den ein oder anderen fachlich fundierten und sachlich vorgetragenen Beitrag erwartet.

Für Heiterkeit sorgte ein Besucher, der sich als Bauleiter bei der Stadt Willich zu erkennen gab. Plastisch und humorvoll demonstrierte der Bau-Fachmann am Beamer-Bild mittels eines Zeigestocks die teilweise drastisch kurzen Entfernungen zwischen den vorgesehenen Teilbereichen der Kanustation und den Wohnzimmern der angrenzenden Nachbargrundstücke. Trotz der launigen Vortragsweise war dies einer der konstruktivsten Beiträge der Veranstaltung weil er die Ängste der Nachbarn nachvollziehbar machte. Den Lacher des Abends verursachten jedoch kurz darauf die städtischen Planer mit ihrer Präsentationsfolie zum gleichen Thema. Hier waren den zu erwartenden Lärmbelastungen durch den Betrieb der Kanustation Farbtöne zugeordnet. Ähnlich wie bei der Wetterkarte im Fernsehen changierte das Farbspektrum zwischen tiefdunkelrot und sattem grün. Es kam, was kommen musste: "Wie sie hier sehen können, ist, was die mögliche Lärmbelastung angeht, alles im grünen Bereich!"

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11.3.10
  Lohbusch, Google und die NPD

Gestern Abend gab es einen entrüsteten Leser-Kommentar zum Beitrag mit dem Franz-Lohbusch-Interview. Leser "Anonym" wies darauf hin, dass, just wenn man den Beitrag einzeln aufruft, wie im Link hier drüber, eine Werbeanzeige der NPD in der linken Spalte auftaucht. Slogan: "Objektiv über die NPD informieren" (siehe Screenshot links).

Tolle Wurst!

Hier wird Googles "kontextsensitive" Werbung mal so richtig schön ad absurdum geführt. Da taucht in der Video-Unterschrift der Begriff NPD auf, schon denkt sich der intelligente Algorithmus: "Na, da machen wir doch passend mal was mit NPD!" – Ich habe mich bereits an Google mit folgendem Wortlaut gewendet:

"Diese Anzeige der rechtsradikalen, neonazistischen NPD erscheint in meinem Blog neben einem Interview, indem ich kritisch über die NPD berichte. Ich fordere Sie hiermit auf, meine Website www.tienanton.de umgehend von diesem Nazi-Dreck zu befreien. Andernfalls sehe ich mich gezwungen, unsere Geschäftsbeziehung zu beendeen."

Daraufhin habe ich auch bereits die übliche, automatische Antwortmail erhalten. Solte sich da in den nächsten Tagen nicht entscheidend mehr tun, war's das für mich gewesen mit Google-Ads. Dann werde ich nur noch Werbung lokaler Unternehmen und Dienstleister hier schalten und gut is.

Zum Schluss noch ein Aufruf zum Thema: die drei Videos sind bei YouTube mittlerweile alle mit der geringsten Wertung von einem Stern bewertet worden. Auch wenn mir klar ist, dass hier kein Pulitzerpreis-verdächtiger Beitrag vorliegt finde ich das recht ungewöhnlich. Für irgendeine mittelprächtige Bewertung sind die Videos allemal gut genug. Ich könnte mir vorstellen, dass der eine Stern bewusst aus der rechten Ecke "verliehen" wurde und bitte hiermit alle treuen Tien Anton Leser, dies mit einer 5-Sterne-Wertung zu kontern.

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28.2.10
  Schutzengel und Schließunngspläne
Eigentlich hätte ich es scheppern hören müssen, als am Freitagvormittag gleich hier um die Ecke das Baugerüst an der Paul-Weyers-Grundschule zusammenbrach. Scheint ja wirklich knapp gewesen zu sein. Mein Glückwunsch an Eltern, Lehrer und vor allem die Schülerinnen und Schüler zu ihrem an diesem Tag besonders wachsamen Schutzengel. Man darf gespannt sein, zu welchen Erkenntnissen die Untersuchung der Ursachen für diese unglaubliche Schlamperei auf der Baustelle führen wird. Ob da wohl einfach am falschen Ende gespart wurde, um den lukrativen Bau-Auftrag an Land zu ziehen?

Demnächst Vergangenheit? Wildwechsel am Hohen Busch

Mögliche Folgen übertriebener Sparsamkeit dokumentiert auch dieser Bericht über eine eventuelle Schließung des Wildgeheges am Hohen Busch. Da würde dann der letzte geschützte Bereich, an dem die ursprünglichen Waldbewohner, zwar hinter Zäunen, aber immerhin in ihrem natürlichen Umfeld, noch existieren dürfen, aufgegeben. Den kleinen Kindern erklären wir dann demnächst, dass das mit den Rehen und den Wildschweinen eh alles altmodischer Quatsch ist. Bäume sind nur erfunden worden, um dazwischen Netze und Seile zu spannen. Die natürlichen Waldbewohner sind nämlich jene permanent überforderten Eltern und Erzieher, die einem übersättigten, grobmotorischen Nachwuchs in der coolen Lifestyle-Event-Location "Kletterwald" den letzten Kick jenseits von Ego-Shooter und Schüler-VZ bieten wollen. Armes Viersen!

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7.2.10
  Brösel und der Papierkram - reloaded
Mit fragwürdigen Formularen hat man Erfahrung in der Diskothek "Brösel'". Zwei Jahre nach dem Skandal um Ausländerlisten gibt es mal wieder Wirbel um obskure Bescheinigungen in dem Brüggener Tanzschuppen. Diesmal geht es um so genannte "Erziehungsbeauftragungen", nach deren Vorlage minderjährige Besucher auch länger als bis 24 Uhr in der Disco bleiben dürfen. Entsprechende Formulare können sich die Teens, wie praktisch, einfach von der Brösel-Homepage runterladen. Versehen mit der Unterschrift der Eltern und einer volljährigen Begleitperson verheißt das Dokument Tanzvergnügen bis zum frühen Morgen, auch für unter 18-jährige.

Grundsätzlich eine legitime und juristisch korrekte Möglichkeit, für über 16- aber unter 18-jährige, in Begleitung ihrer "erwachsenen" Freunde ebenso lange feiern zu dürfen wie diese. Blöd nur, dass bei einer nächtlichen Kontrolle am vergangenen Wochnende von den 48 nach Mitternacht im Brösel angetroffenen, großteils alkoholisierten Jugendlichen kaum jemand besagtes Formular vorweisen konnte.

Richtig schräg wird es dann im, vom WZ-Artikel unterschlagenen, Schluss des Polizeiberichtes über die nächtlichen Gemeinschaftsaktion von Polizei und Jugendamt: "Entsprechende Nachweise konnten nur vereinzelt vorgelegt werden. Der überwiegende Teil sollte sich beim Betreiber der Diskothek befinden. Eine entsprechende Überprüfung durch die Einsatzkräfte konnte jedoch nicht erfolgen, da der Betreiber nicht bereit war, die Bescheinigungen auszuhändigen."

Da fragt man sich natürlich, welchen Grund besagter Betreiber wohl haben könnte, die Bescheinigungen nicht herauszugeben. Will er seine schützende Hand über die armen Kleinen ausbreiten, treibt ihn gar die Sorge um den Datenschutz um? Wenn sich seine jugendlichen Gäste an die von Ihm selbst aufgestellten Regeln in den "Brösel-FAQ" hält, dürften die inkriminierten Bescheinigungen jedenfalls gar nicht erst in seinen Besitz gelangen, schließlich heißt es dort unter Punkt 3: "Ihr müsst dieses Schriftstück (Erziehungsbeauftragung) während des gesamten Abends mit Euch führen und auf Verlangen (z.B. bei einer Kontrolle durch die Polizei, Türsteher, Mitarbeiter oder das Ordnungsamt) vorweisen können."

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23.1.10
  150 Meter Dülken
Schöner Leben im Hundeklo

Der samstägliche Gang zum Einkaufen in die Stadt und zum Markt ist ein liebgewonnenes Ritual. Besonders wenn es am Abend vorher mal was später geworden ist weckt so ein kleiner Fußmarsch die Lebensgeister. Der wohltuenden Wirkung diametral entgegen wirkt allerdings ein Dauerärgernis, das, gefühlt, in den letzten Jahren immer noch schlimmer geworden ist:


Dauerärgernis: Dülkener Hinterlassenschaften

Die kleine Diashow veranschaulicht plastisch die Dimension des Grauens. Auf den 150 Metern Fußweg von unserer Haustür bis zur nächsten Straßenecke kommen 16 Fundstellen tierischer Hinterlassenschaften zusammen. Macht, großzügig gerechnet, die stolze Quote von durchschnittlich einem Kackhaufen auf 10 Meter Bürgersteig. Tien Anton sagt: Danke liebe Hundehalter!

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23.8.09
  SU-Rock-Konzert: Schüler füllen Schüler ab
Eigentlich war ich ja gestern rein privat beim "Schrock"-Event auf dem Viersener "Platz ohne Namen" - im Volksmund "Sparkassenvorplatz", ein Bericht war nicht geplant. Ich wollte mir lediglich die Fortschritte von NOTYET! ansehen und -hören, die ich seinerzeit bei ihrem Auftritt als Vorgruppe beim Tien-Anton-Konzert mit Beat!Beat!Beat! kennengelernt hatte. Leider war ich mit meiner Begleiterin zu spät dran, der Ausfall einer Band hatte den Zeitplan etwas durcheinander gewirbelt, so dass um kurz nach 21 Uhr der NOTYET!-Gig gerade vorbei war, als wir ankamen.

Noch um einiges überraschter als von der Nachricht des verpassten Konzertes waren wir allerdings vom Grad der Alkoholisierung des größtenteils deutlich minderjährigen Publikums vor Ort. Schon zur Begrüßung empfing uns der anheimelnde Sound zerklirrender Flaschen und Gläser untermalt vom charmanten Kreischen kampfbetrunkener geschätzt vierzehnjähriger Teenie-Mädchen.

Nun ist es ja nicht so, dass ich in dem Alter nicht auch jede Gelegenheit genutzt hätte, zur Steigerung der Partylaune irgendwie an alkoholische Getränke zu kommen. Meistens ist uns das mit Hilfe verschiedenster konspirativer Taktiken auch damals schon gelungen. Uns bei einer öffentlichen Veranstaltung mitten in Viersen am Bierstand unseren Nachschub zu besorgen wäre uns allerdings seinerzeit im Traum nicht eingefallen. Der Schmach, mit einem abfälligen Grinsen bedacht, wieder weggeschickt zu werden hätten wir uns schlicht nicht aussetzen mögen.

Nicht so am Samstagabend in Viersen: der größte Teil der in der Mehrheit geschätzt 13- bis 16-jährigen Teenager bekam anstandslos sein frischgezapftes Helles am Bierstand. Mitgehörter Dialog zwischen weiblichem Gast und männlicher Bedienung: "Zwei Bier bitte!" - "Seid ihr schon 16?" - "Ja!" - "Ich muss das fragen - hier euer Bier!". Derlei augenzwinkernde Übereinkünfte waren augenscheinlich die Regel, was nicht weiter verwunderte, schließlich trafen sich hier auf beiden Seiten der Theke meistenteils Gleichaltrige. Eine auch nur annähernd erwachsen wirkende Zapfkraft war jedenfalls weit und breit nicht zu entdecken.

Pikant wird diese überaus lässige Handhabung der Jugendschutzbestimmungen besonders vor dem Hintergrund, dass das Ganze eine kaum kaschierte Wahlkampfveranstaltung der Viersener CDU war, deren Vorsitzender und Bürgermeisterkandidat Paul Mackes die Jugendlichen zu Beginn der Veranstaltung noch mit einem Grußwort bedacht hatte. Ob die Absenkung der Altersgrenze für den Erwerb alkoholischer Getränke von 16 auf 14 Jahre Teil des Wahlprogramms der Union ist?

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6.4.09
  Emporium: wer entsorgt den Party-Müll?
Regelmäßige Leser dieser Seiten wissen, dass Tien Anton im Zweifelsfall ein Verfechter der alten Beasty-Boys-Parole ist, die da heißt „Fight for your right to party!“. Ebenso klar dürfte wohl auch den meisten Besucherm sein, dass uns hier nichts ferner liegt, als den Blockwart herauszukehren. Trotzdem müssen wir uns an dieser Stelle mit einem Misstsand befassen, der schon seit Samstagmorgen in Dülken sichtbar und bis heute, Montagmorgen, immer noch nicht von den Verantwortlichen beseitigt ist.




Montagmorgen 7:15 Uhr in Dülken: Stilleben mit Leergut

Der Eingangsbereich des gerne auch als 'gute Stube Dülkens' bezeichneten Bürgerhauses ist seit der Vorabiparty der Dülkener Gymnasien am letzten Freitag komplett zugemüllt mit leeren Flaschen, Pommesschalen und multiplem anderen Müll. Immerhin wurde die angrenzende Tilsiter Straße mittlerweile von fleißigen städtischen Bediensteten weitgehend vom Müll befreit. Vielleicht erbarmen die sich ja auch und entmüllen im Laufe des Tages auch den Eingangsbereich des Bürgerhauses. Zuständig sind sie dafür jedenfalls nicht.

Der Titel "Vollpfosten der Woche" geht also diese Mal zu gleichen Teilen an die Dülkener Gymnasiasten von AMG und SGD, die den Dreck gemacht und als Party-Veranstalter offensichtlich zu faul waren, ihren Müll auch wieder weg zu räumen, sowie an Rothermel Catering, die als Betreiber des Emporium es anscheinend nicht für nötig halten, vor der eigenen Haustüre für Sauberkeit zu sorgen. Das Ignorieren der Situation durch die Mönchengladbacher Catering-Profis zeugt dabei einmal mehr von deren nicht besonders ausgeprägtem Gespür für die Dülkener Befindlichkeiten.

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27.3.09
  Liebe Schüler...
...in Schwalmtal, Nettetal, Viersen und anderswo: auch wenn Ihr nachvollziehbarer Weise einen Riesen-Hals auf die bescheuerten Lehrer habt, die Jennifer aus der 9b euch schon wieder 'nen Korb verpasst hat und Mathe, Reli und SoWi voll Kacke sind - könnt Ihr Euch bittebitte trotzdem in nächster Zeit etwas mehr zurückhalten mit verbalen Unmutsäußerungen diesbezüglich, ja? Wäre das eventuell möglich? Wir haben nämlich unsererseits langsam keinen Bock mehr auf Polizeiberichtsmeldungen wie diese hier.

Könnt ihr nicht einfach wie früher den Klassentrottel ab und zu in den Schwitzkasten nehmen, den Kurzsichtigen Beinchen stellen und dem Lehrer die Reifen aufschlitzen? Was sagt ihr, geht in Ordnung? Na, dann ist ja alles bene - bitteschön, gern geschehen!

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23.3.09
  Im BaCa: Jugendschutz-Razzia in GSG-9-Manier
Jugendliche mit Kabelbindern gefesselt

Im Rahmen der mittlerweile regelmäßig stattfindenden groß angelegten Jugendschutz-Kontrollen in Diskotheken im Kreisgebiet hat es am vergangenen Wochenende das BaCa in Kaldenkirchen "erwischt". Wenig feinfühlig zeigten sich dabei die polizeilichen Einsatzkräfte. Laut BaCa-Betreiberin Silke Langner wurde ihr Lokal in GSG-9-Manier gestürmt, Gäste umgestoßen und Jugendliche mit Kabelbindern gefesselt.

"Mit Kontrollen im Sinne des Jugendschutzes habe ich überhaupt kein Problem. Wir halten selber ständig unsere jungen Gäste an, die entsprechenden Regelungen einzuhalten. Das haben diese auch den Freitagnacht anwesenden Vertretern des Jugendamtes bestätigt. Das martialische Auftreten der Einsatzkräfte mit Sturmhauben und in bester SEK-Manier war allerdings wirklich ein starkes Stück. Neben diesem völlig überzogenen Auftreten der Polizei hat hat es auch niemand von der Einsatzleitung für notwendig erachtet, mit mir als Betreiberin Kontakt aufzunehmen. Ich selber bin auf die Vertreter des Jugendamtes zugegangen, um Kooperation anzubieten." so Langner.

Die von der Viersener Polizei-Pressestelle verbreiteten Zahlen bestätigen Silke Langners Darstellung von einem verantwortungsvollen Umgang mit dem Thema Jugendschutz: aufgefallen sind bei der Kontrolle 31 Jugendliche. Bei annähernd 1000 Gästen, die an dem Abend das BaCa besuchten eine vergleichsweise gute Quote gemessen an den Zahlen bei früheren Razzien im Brösels in Brüggen und im Knepp in Hinsbeck.

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14.3.09
  Satire am Samstag

1000 Meisterwerke

Heute: Guido Frings - "Schabrackenalarm"
Daily Dammer Modern Art Gallery, Dülken

Im Bildnis "Schabrackenalarm" des Künstlers Guido "Joy" Frings wird der Betrachter mit einem eindringlichen Kommentar aktueller gesellschaftlicher Missstände konfrontiert. Der geradezu brutal anmutende hyperrealistische Duktus ist für Frings' Spätwerk ebenso charakteristisch wie die auf eine sakrale Meta-Ebene verweisende Dominanz der Farbkombination schwarz-violett.

Die streng typografisch gehaltene Umrahmung scheint das emotional aufgeladene Bildzentrum beruhigen, entschärfen zu wollen, vermag jedoch die zahlreichen im Haupt-Sujet sublim implizierten Fragestellungen nicht zu verbergen, ja, will dies möglicherweise auch gar nicht. So bleibt es der Imagination des Rezipienten überlassen, die unausgesprochenen Fragen zu formulieren, deren Beantwortung womöglich erst im Kontext des Fringsschen Gesamtwerks zu erfassen ist.

Symbolhaft sind die abgebildeten Personen zwar mit Stiefeln, dafür aber so gut wie hosenlos dargestellt. Eine mehr als nur unterschwellige Anprangerung der aktuellen Situation im hosenerzeugenden Gewerbe, das ja praktisch nur noch in den Lohndumping-"Paradiesen" der dritten Welt stattfindet. Wenn nicht sogar mit Kinderarbeit. Geradezu zynisch der Verweis des Künstlers auf hemmungslosen Alkohol-Konsum als möglichem Ausweg aus diesem Dilemma. Oder verbirgt sich hier lediglich der "heiße (brennende Buchstaben!) Tipp", dass man sich die abgebildeten "Damen" besser ordentlich "schöntrinken" sollte, bevor man weitere Schritte in Erwägung zieht?

Meisterlich entführt uns Frings mit diesem großen Werk der zeitgenössischen Kunst in das schier unüberschaubare Labyrinth der Abgründe menschlicher Existenz bis schließlich die eine, alles entscheidende Frage sich vor unserem inneren Auge manifestiert: wer zum Henker ist eigentlich Uschi?!

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17.12.08
  Tien Anton geschrubbt!
Der Auslöser: Stadtspiegel Viersen vom 10. Dezember

1komma1-Wirt Pano
Als Panagiotis Mpeinolou, der gemeinsam mit seinem Bruder Kiriakos die Dülkener Kneipe 1komma1 und das direkt am Tien-Anton-Denkmal gelegene Restaurant 2komma2 betreibt, letzte Woche die "Was ist hier los?"-Rubrik im Viersener Stadtspiegel las, war dem eingefleischten Dülkener sofort klar: hier musste etwas passieren. Pano, wie ihn Freunde und Stammgäste nur nennen, wollte den unwürdigen Zustand des Denkmals nicht länger hinnehmen.

Schnell fanden sich unter den Besuchern der beiden Lokale willige Helfer und die Privatinitiative "Sauberer Tien" war geboren. Als Tien-Anton-Leser der ersten Stunde informierte Pano auch uns von der geplanten Aktion, schließlich ging es hier ja um unseren Namenspatron. Am Dienstagabend war es dann soweit: Gemeinsam rückte man dem mit Farbe beschmierten und verdreckten Dülkener Wahrzeichen auf die Pelle.


Als erstes war Einweichen angesagt...


dann wurde geschrubbt und gebürstet...


bevor es dem Dreck mit dem Dampfstrahler an den Kragen ging.


Zum Schluss noch ein wenig nachpoliert, und schon strahlte...


'dä Tien' wieder im alten Glanz und mit ihm die stolze Putzkolonne,
v.l.n.r.: Wirt Pano, Mark Aretz, Kalle Dierker und Udo Stockdreher.

Wieder einmal hat sich gezeigt, dass wahre 'Dölker Jonges' nicht davor zurückschrecken, sich für ihr Dülken auch mal die Hände schmutzig zu machen. Nach dem Motto: wenn es sonst keiner macht, insbesondere nicht die eigentlich zuständigen Viersener Behörden, dann machen wir es eben selbst!

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19.11.08
  Politikum Altweiber
Jedes Jahr auf's Neue, der Dauerbrenner zum (Dülkener) Karneval: Wie kann zu Altweiber die Neigung der Jugend zum kollektiven Kampftrinken wenigstens kosmetisch so weit kaschiert werden, dass nicht schon auf den ersten Blick das kollektive Versagen der ihrerseits vom Konsum-, Feierabendbier- und Dauerfernsehrausch schon schwerst geschädigten Elterngeneration gnadenlos zutage tritt.

Dülkener Jugend an Altweiber - wirklich nur auf "Kampftrinken" aus?

Geradezu rührend, wie jetzt mal wieder nach Konzepten gesucht wird, die rauschbedingten Ausfallerscheinungen der Kids nicht gar so ausufern zu lassen, den Teppich aus Scherben und Erbrochenem, der regelmäßig zu derlei Anlässen nicht nur Dülkens Innenstadt "ziert" ausgerechnet am Altweiber-Donnerstag nicht ganz so üppig zum Erblühen zu bringen.

Besonders innovativ und unser diesjähriger Toppfavorit die Anregung von Holger Jentgen, Leiter der Polizeiwache Viersen: "Wenn ,Tokio Hotel’ ins Bürgerhaus kommt, sind die Jugendlichen vom Markt weg.“ so der Beamte. Wenn der Mann sich da mal nicht irrt, allein um Bill & Co. ertragen zu können reichen doch die Alkoholbestände sämtlicher Dülkener Kioske und Einzelhändler zusammen nicht aus, oder?

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28.9.08
  Satire am Sonntag
keine Anzeige
Satire Niederrheinwerke

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26.9.08
  Kein Grammofon-Museum in Dülken
Hess-Sammlung geht wohl nach Dormagen

dmai Per Rundmail informierte Dülkens "Grammofon-Papst" Volkmar Hess heute über die jüngsten Entwicklungen in der unendlichen Geschichte von der - nun wohl endgültig gescheiterten - Idee, im Dülkener Alten Weisenhaus am Eligiusplatz ein Grammofon-Museum einzurichten. Obwohl Hess die Hoffnung auf eine "heimatnahe Lösung" noch nicht ganz aufgegeben hat, läuft wohl alles auf einen Standort außerhalb der Viersener Stadtgrenzen hinaus. In diesem Forumsbeitrag erläutert Volkmar Hess die Einzelheiten zum wahrscheinlichen Umzug seiner einzigartigen Sammlung historischer Grammofone ins rheinische Dormagen.

Kein Platz für seine Grammofone in Dülken:
Sammler Volkmar Hess (Foto ©Uwe Leigraf)


Einer, der über diese verpasste Chance einer Bereicherung des Dülkener Kulturlebens schier verzweifelt, ist der umtriebige Niederkrüchtener Tourismus- und Marketing-Unternehmer Wilfried Marek. Der Live-Musik-Fan und Impressario aus Leidenschaft hat in den letzten Jahren vielfältige Anstrengungen zur Belebung der regionalen Kultur- und Live-Musik-Szene im Raum Viersen unternommen und dabei mehr als einmal die bürokratische Unbeweglichkeit der zuständigen Behörden zu spüren bekommen. Als Vorsitzender des Vereins Grammofonica e.V. war er auch jetzt wieder maßgeblich an den Planungen für die Museumsgründung in Dülken beteiligt. Seinem Ärger über das erneute Scheitern einer Initiative zur Steigerung der kulturellen Lebensqualität in der Region macht Marek auf der Vereins-Homepage Luft.

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15.9.08
  Wer geht hin?
Jazz Festival Viersen nur für Studienräte, Ärzte, Architekten und Rechtsanwälte?

dmai
Jazz-Veranstaltungen im Raum Viersen stoßen beim jüngeren Publikum üblicher Weise auf wenig bis gar keine Resonanz. Ein Umstand, den wir an dieser Stelle nicht nur einmal bedauert haben und den auch die in Viersen maßgeblich das Jazz-Geschehen antreibenden Kräfte wahrnehmen. Ali Haurand, Viersener Kontrabass-Legende und künstlerischer Leiter des Viersener Jazzfestivals wie auch der Düsseldorfer Jazz Rally, bekommt glänzende Augen, wenn er von seinen Gastspielen in Osteuropa berichtet: "Da sind die Hälfte der Zuschauer zwischen zwanzig und fünfundzwanzig, das ist einfach großartig, bei uns aber leider unvorstellbar."


Jazz Festival Viersen: wird im regulären Programm zu wenig gewagt?

Und was tun Haurand und die Verantwortlichen vom Kulturamt der Stadt, um das Viersener Festival für die jüngeren Musikfreunde interessanter zu gestalten? Da gibt es den Festival-Sonntag, wo unter dem Titel Junior's Jazz Open von der WDR-Maus bis zum Jugendchor bzw. -orchester für alle jugendlichen Altersklassen etwas geboten wird. Diese Hinwendung zum jungen Publikum bis hin zum Vorschulalter ist sicherlich aller Ehren wert und kann vielleicht sogar den ein oder anderen zukünftigen Jazz-Fan hervorbringen. Andererseits stellt solch ein eigener "Jugend-Tag" aber auch einen Akt der Ausgrenzung dar. So schön er für die Kleinen sein mag, so sinnlos ist er in Bezug auf Jugendliche und junge Erwachsene.

Die empfinden so etwas - mit Recht - lediglich als gönnerhafte Attitüde der altehrwürdigen Jazz-Kenner-Garde der wohl situierten und saturierten Viersener Studienräte, Ärzte, Architekten und Rechtsanwälte. Welcher junge Mensch im fortgeschrittenen Teenager-Alter geht denn zum Beispiel freiwillig noch zum Kinderarzt? Das wäre doch zu peinlich! Bezogen auf's Viersener Jazzfestival bedeutet das: Rahmenprogramm für Kinder vor der Festhalle? Ja bitte! Jugendprojekte wie Jugendchor oder -orchester, ja, aber dann bitte ins ganz normale Tagesprogramm integriert, etwa jeweils als Opener.

Ansonsten: bitte vermehrt versuchen, ins reguläre Programm auch Acts einzubauen, die im Grenzbereich zwischen Jazz und Jugendkultur angesiedelt sind. Berührungspunkte sind doch da, sei es im HipHop, in der vielfältigen Clubkultur der elektronischen Tanzmusik oder auch bei dem ein oder anderen schräg-ambitionierten Projekt aus der Indie-Pop-Ecke. Denkbar wäre da vieles. Einfach mal etwas mehr wagen. Es kann eigentlich nur Gewinner geben.

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10.9.08
  "die aller geilste stadt die es gibt!!"
Abb.: Wappen von Alt-Viersen, ©Bernhard Gondek
dmai Da hat doch tatsächlich gestern jemand 'nen Kommentar geschrieben zum allerersten Beitrag, der jemals hier im kleinen Webmagazin Eures Vertrauens erschienen ist. Ob da wohl jemand die neue Tien Anton Google-Suche genutzt hat? Wie auch immer, da besagte Meldung schon so lange zurück liegt, dass wohl nur die wenigsten den Mausklick-Weg dahin finden und weil der darin andeutungsweise beschriebene Abend faktisch die Initialzündung für das Entstehen der Tien Anton Seite war, möchte ich diesen historischen Beitrag an dieser Stelle noch einmal verlinken.

Unten drunter steht auch das brandaktuelle, orthographisch zwar bedenkliche, inhaltlich aber eigentlich um so unterschreibenswertere Statement des Herrn Anonym - allein: wo ist der Zusammenhang zum kommentierten Text? Stempelt mich die Kritik an einer einzelnen, von einem professionellen Catering-Unternehmen nach meiner Meinung mehr schlecht als recht organisierten, Veranstaltung zum Viersen-Hasser und lokalpatriotischen Nestbeschmutzer?

Um dieses nicht zum ersten Mal aufgetauchte Missverständnis hier ein für allemal zu klären: ich betreibe diese Website nicht, weil ich hier alles Kacke finde und da so gerne drauf rumreite, sondern, im Gegenteil, weil ich sehr gerne hier lebe und mich an vielem erfreue, was zwischen Niers und Maas passiert. Der Charakter der Gegend, wie auch der sie bewohnenden Menschen, ist von ganz eigenem Charme, und ich würde mit keinem Bewohner der umliegenden Großstädte den Wohnort tauschen wollen.

Das heißt aber nicht, dass ich mit restlos allem einverstanden sein muss, was ich um mich herum erlebe. Deshalb werde ich auch weiterhin nervende, unerfreuliche, vermeidbare und schlicht dumme Begebenheiten, die das eigentlich so lohnenswerte Leben am in Wahrheit gar nicht so provinziellen südlichen linken Niederrhein bisweilen vermiesen, an den virtuellen Pranger stellen und in Tien Antons Tonne treten.

Auf das alles noch besser werde, als es ohnehin schon ist... --- ;-)

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4.9.08
  Doppelmoppel, die zweite...
Absprachen unter Viersens Konzert-Veranstaltern anscheinend nach wie vor nicht üblich

dmai Es ist mal wieder so weit: zwei Veranstaltungen nahezu identischen Zuschnitts am selben Abend in der selben Stadt, diesmal sogar nur einige hundert Meter voneinander entfernt. Während die TrafoStation für Freitag zum "Maximum Overdrive" einlädt, wo drei Metal-Bands zur Erbauung der Besucher ordentlich Krach ablassen wollen, gibt es in der RKW am selben Abend den "September-Rock" mit, na? - rrriiiiichtüüsch, drei Punk-/Metal-/Trash-Bands live auf der Bühne (Siehe unsere aktuellen Veranstaltungs-Tipps).

Man sollte meinen, die Verantwortlichen hätten aus Situationen wie dieser gelernt. Aber die Koordinierung von Veranstaltungsterminen scheint immer noch nicht möglich zu sein, eine Kommunikation zwischen den verschiedenen Locations findet offensichtlich nicht statt. So schön es ist, dass in Viersen und Umgebung musikalisch und (sub-)kulturell so viel geboten wird, um so ärgerlicher sind solche überflüssigen Überschneidungen.

Abhilfe könnte ein von allen Wirten, Konzertveranstaltern und Location-Betreibern gemeinsam pepflegter (Online-) Veranstaltungskalender schaffen, wo jeder seine geplanten Termine einträgt. Technisch betrachtet eine Banalität, würde dies natürlich voraussetzen, dass der einzelne Gastronom/Unternehmer/Verein bereit ist, ein Stück weit über den eigenen Tellerrand zu schauen. Angesichts der dadurch möglichen Vermeidung halbleerer Veranstaltungssääle sollte das doch eigentlich möglich sein, oder?

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22.7.08
  Rauchfrei - wo denn?

Illustration: Dieter Mai

dmai Nicht dass mich jemand falsch versteht: grundsätzlich bin ich ein erklärter Gegner staatlicher Bevormundung des Ausmaßes wie es in den neuen Nichtraucher-Gesetzen zu Tage tritt. Ob jemand eine Raucher- oder Nichtraucherkneipe betreibt oder betritt sollte nach meinem Empfinden jedem Wirt und Kneipengänger selbst überlassen bleiben.

Trotzdem war ich zuletzt doch ganz gespannt, zu erleben, wie es sich denn wohl so anlässt als immer noch relativ frisch gebackener Nichtraucher (5 Monate "clean") im, dem Wunsche des Gesetzgebers gemäß, nunmehr fast gänzlich rauchfreien öffentlich-gastronomischen Raum. Jedoch – völlig unerwartet blieb mir diese neue Erfahrung bisher versagt, trotz zwei
maligen Anlaufs. Das erste Lokal, ein Bistro in Viersen, wo ich zu einem informellen Gespräch verabredet war, erwies sich als einer der so plötzlich allenthalben entstandenen "Raucherclubs". Überraschender Weise fragte mich dort aber niemand nach meinem Mitgliedsausweis, und auch kein Beitrittsformular wurde hervorgeholt. Alles war dort exakt wie vor dem Rauchverbot: eine gemütliche Kneipe mit Aschenbechern auf den Tischen.

Der zweite Feldversuch führte mich mit meiner Partnerin in ein beliebtes gutbürgerliches Speiselokal mit Bierausschank in Dülken, um ein plötzlich aufgetauchtes Bedürfnis nach deftiger Hausmannskost zu stillen. Dort warben am Eingang in friedlicher Eintracht zwei Piktogramme sowohl für Rauchverbot als auch -erlaubnis
. Dazu das salomonische Versprechen: "Bei uns haben Sie die Wahl!". Was leider schamlos gelogen war, wie sich kurz darauf herausstellte. Im Schankraum, in den man als erstes gelangte, war die Luft so rauchgeschwängert, dass diese annähernd die optische Konsistenz von mit Leitungswasser gestrecktem Anisschnapps besaß, das olfaktorische Erlebnis war dementsprechend. Im vermeintlich als Nichtraucherbereich dienenden geräumigen Hinterzimmer tagte unterdessen eine zwar offensichtlich rauchfreie aber leider auch geschlossene Gesellschaft. Wir haben dann letztendlich beim Pommes-Griechen "zum Mitnehmen" geordert.

Zu guter Letzt versagt auch die einstmals als Vorreiterin in Sachen Rauchverbot angetretene Deutsche Bahn kläglich. Die anlässlich ihrer Einführung noch von der Titanic mit Juden
sternen assoziierten restlos albernen und lächerlichen gelb markierten Bahnsteig-Mini-Raucher-Gettos nimmt mittlerweile neben den notorischen Drogenbeschaffungstouristen auch sonst kein Mensch mehr ernst, geperzt wird Bahnsteigweit wie ehedem. Im "Junkie-Express" selbst mag sich, was ihm auch niemand wirklich übel nehmen kann, das zugbegleitende Personal lieber nicht auf Diskussionen mit den jungmännlichen Stammgästen einlassen. Und so feiert hier das eigentlich längst abgeschaffte Raucherabteil eine fröhliche Renaissance, bisweilen sogar in der Geschmacksrichtung "Exotische Kräutermischung".

Natürlich ziehe ich aus alledem großen Nutzen, was das Training meiner Standhaftigkeit angeht - ein kleines bisschen rauchfrei wäre aber auch mal ganz schön, irgendwann, vielleicht...


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18.6.08
  Durchblick in Dülken nur für Privatpatienten?
dmai "Guten Tag, ich würde gerne einen Termin für eine Augenuntersuchung bei Ihnen machen." - "Sind Sie schon Patient bei uns?" - "Nein, bis jetzt noch nicht." - "Moment, ich schaue mal nach, und denken Sie bitte auch daran, entweder ihre Versichertenkarte oder eine Überweisung mitzubringen!" - "Ja, geht klar, ich werd' dran denken." - "Ja, jetzt muss ich Ihnen leider sagen, dass wir zur Zeit vollkommen 'zu' sind, der früheste Termin, den ich Ihnen anbieten kann, wäre im neuen Jahr..."

Wer in Dülken einen Augenarzt braucht hat als Kassenpatient ein Problem.

Wir schreiben das Jahr 2008, der Frühling geht langsam zu Ende, es ist Mitte Juni. Wäre ich nicht auf den Verlauf des Gesprächs vorbereitet gewesen, hätte es mir spätestens jetzt die Sprache verschlagen. Zu absurd erscheint mir die Wortwahl vom "neuen Jahr", angesichts des Umstandes, dass das aktuelle nicht einmal halb rum ist. Was aber ist der Grund für eine Dülkener Augenarzt-Praxis, im Spätfrühling gewissermaßen schon wieder den Advent auszurufen?

Nach den Erkenntnissen von Helga W. (Name geändert) gilt die sonderbare Kalenderverbiegung einzig und allein Versicherten der gesetzlichen Krankenkassen, Privatpatienten können auch weiterhin auf die gewohnte Abfolge der Jahreszeiten vertrauen. Der Verlauf ihres Telefongesprächs mit der Augenarzt-Praxis zur Absprache eines Termins hatte die aufmerksame Dülkenerin stutzig gemacht. Dieses entsprach inhaltlich meinem oben beschriebenen Erlebnis. Zusätzlich bekam die Frau den Rat, sich anderweitig nach einem Augenarzt umzusehen, wenn ihr Fall dringend sei. Den Einwand von Frau W., dass es sich doch hier um die einzige augenärztliche Praxis im Ort handele wurde mit dem Hinweis auf entsprechende Fachärzte in den Nachbarorten quittiert.

Nachdem der erste Ärger über diese wenig hilfreichen Hinweise verflogen war fing Helga W. an, sich so ihre Gedanken zu machen: wenn es doch ohnehin auf absehbare Zeit keine Termine gab, wieso wurde der Information über diesen Umstand scheinbar beiläufig der Hinweis auf Versichertenkarte bzw. Überweisung vorangestellt, fragte sich die verhinderte Patientin. Ihr allmählich aufkeimender Verdacht: die lapidare Nachfrage dient lediglich der diskreten Ausforschung des Versicherten-Status des Anrufers, um sich auf diese Weise unliebsame weil weniger gewinnträchtige Kassenpatienten vom Leibe zu halten.

Nun war Helga W.s detektivischer Spürsinn erwacht und die resolute Frau machte sich daran, Belege für ihren Verdacht zu beschaffen. Sie bat einen -privatversicherten- Bekannten, sich ebenfalls telefonisch um einen Termin in der Praxis zu bemühen. Das Gespräch folgte dem uns mittlerweile bekannten Muster. Auf die beiläufige Erinnerung an Versichertenkarte oder Überweisung erwiderte der Mann wahrheitsgemäß, er sei Privatpatient. Er bekam einen Termin nur wenige Tage später. Um sich endgültig zu vergewissern, stiftete unsere Hobby-Detektivin schließlich noch die eigene Schwester zu einer Terminabsprache an. Die ist zwar nicht privatversichert, gab aber am Telefon vor, es zu sein, als auch sie auf Versichertenkarte bzw. Überweisung angesprochen wurde. Fast überflüssig zu erwähnen, dass auch die Schwester von Helga W. einen Termin in den nächsten Tagen bekam.

Helga W. wandte sich schließlich an Tien Anton, mit der Bitte, die Geschichte öffentlich zu machen, was wir hiermit gerne getan haben. Auch ein Brief an ihre Krankenkasse zum Thema ist unterwegs. Was bleibt ist die Feststellung, dass dieser fast unglaubliche Fall von Zwei-Klassen-Medizin selbst die Erkenntnisse der in diesem Bericht erwähnten Studie bei weitem in den Schatten stellt.

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11.6.08
  Wetterbericht vs. Hofberichterstattung
dmai Wie dem ein oder anderen vielleicht nicht entgangen ist, gehört das Wetter ja zu meinen absoluten Top-Lieblingsthemen. Wem das suspekt ist, wegen vermeintlich geringem Nachrichtenwert, dem sei als Beispiel für wahrhaft gehaltlose Nachrichten dieses Paradebeispiel kritikloser Hofberichterstattung zur Lektüre empfohlen. Danke an die aufmerksamen Tien Anton Leser Hermann und Otto, die, unabhängig voneinander, im Zusammenhang mit dem Brösel-Razzia Bericht den Hinweis auf dieses lokaljournalistische Glanzstück gaben.

Offensichtlich hat der frisch gebackene Brüggener "Graf Disko" mit den eigenwilligen Einlass-Praktiken und dem Hang zu pathologischen D-Promi-Verhaltensauffälligkeiten nicht nur in der lokalen Verwaltung sondern ebenso in der lokalen Presse seine ihm, aller Absonderlichkeiten zum Trotz, nach wie vor wohlwollenden Spezies sitzen.

Zum Wetter: vom Ende des sonnig-warmen Vorsommer-Intermezzos kündet dieser morgendliche Schnappschuss vom Dülkener Ortsrand:

Wetterwechsel
Wetterwechsel: Wolkenfront über Ransberg und Viersen-Hoser

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9.6.08
  Diskothek Brösel's gerät engültig in Schieflage
dmai Großrazzia am Samstag in der Brüggener Diskothek Brösel's. Das Lesen dieses RP-Berichts und das Betrachten dieses WDR-Fernsehbeitrags zum selben Thema löst hier bei Tien Anton durchaus gemischte Gefühle aus. Auf der einen Seite können wir, nach unseren eigenen einschlägigen Erfahrungen mit Brösel-Betreiber Jörg Johannböke, uns einer gewissen Genugtuung nicht erwehren, andererseits tut es uns für die Kiddies schon ein bisschen leid, die wohl eine Ausgehmöglichkeit verlieren werden, wenn das Brösel's demnächst ernst macht mit dem Jugendschutz oder gar die Konzession verliert.

In jedem Fall erfreulich an der Aktion ist die erfolgreiche Umgehung der Brösel's-Ordnungsamt Connection, deren anscheinend reibungsloses Funktionieren letztlich auch das selbstherrliche, überhebliche und diskriminierende Verhalten Johannbökes in Sachen Umgang mit ausländischen Besuchern erst ermöglicht hat. Interessant wäre in diesem Zusammenhang noch, zu erfahren, wer konkret seine Hand lange Zeit schützend über die Machenschaften des in immer schlechteres Licht rückenden Vergnügungstempels gehalten hat.

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9.5.08
  Notizen

nick Familienbad Ransberg - bald unter Ausschluss der Öffentlichkeit?
Das Ransbergbad schließt seine Pforten - allerdings nur für ca. 12 Monate. Nach den Sommerferien nämlich soll sie endlich beginnen: Die lang angekündigte Sanierung des inzwischen etwas marode anmutenden Spaßbads. Neben der dringend nötigen Abdichtung des Sportbeckens und weiteren Instandsetzungsmaßnahmen soll auch eine neue Rutsche mit einem eigenen Auslaufbecken ihren Platz finden.

Der Haken an der Geschichte jedoch ist: Wenn die Renovierung einmal abgeschlossen ist, kann der Otto-Normal-Schwimmer sich auf noch mehr Einschränkungen einstellen als bisher ohnehin schon. Der gesamte Schul- und Vereinsschwimmbetrieb wird dann nach Dülken verlegt, damit die Stadt das unrentable Höhenbad in Süchteln endgültig dicht machen kann.
Das bedeutet dann wohl: Eingeschränkte Öffnungszeiten, viele abgesperrte Bahnen und wenig Platz - und das wahrscheinlich für das gleiche Geld wie vorher.


Ein Loch für den Bürgermeister
Am 05 Mai war es endlich so weit: Unter den wachsamen Augen unseres Bürgermeisters Günter Thönnessen brachen sich die Baumaschinen auf der Rückseite des Viersener Bahnhofs mit brachialer Kraft durch die Rückwand des Tunnels, durch den der Bahnhof zukünftig auch von der Rückseite zu erreichen sein soll.
Ein Kraftakt mit Zukunftswirkung, denn er läutet die große Sanierungs- und Neugestaltungsaktion des Bahnhofsumfelds ein, bei der auch drei große Brücken entlang des Bahnhdamms in Richtung Hamm ausgetauscht werden sollen.

Momentan jedoch hält sich das Interesse der Einwohner Viersens etwas zurück - der arme Herr Thönnessen musste den Durchstich ganz ohne großen Medienrummel "unterstützen", ohne Zelt und ohne Catering. Das wird jeodch spätestens bei der Eröffnung des "neuen" Viersener Bahnhofs bereitstehen - keine Frage.

340.000 Euro für Viersens "Schmuddelplatz"
Es geschehen noch Zeichen und Wunder: Laut einem Artikel der Westdeutschen Zeitung von Mitte April soll der Bau- und Planungsausschuss der Stadt die Verwaltung mit weiteren Sanierungsmaßnahmen für den Viersener Busbahnhof beauftragt haben.
Rund 340.000 Euro sollen die geplanten Maßnahmen kosten: Die Anschaffung neuer Wartehallen für alle Bussteige; die Installierung einer elektronischen Anzeigetafel, die alle ankommenden und abfahrenden Busse mit Linie, Ziel, Zeit und Abfahrtsort enthält; dazu ein Satz neuer Abfalleimer, Fahrradanlehnbügel, Stehhilfen und nicht zuletzt eine neue Beleuchtungsanlage.
Natürlich sind diese Maßnahmen sehr zu begrüßen - schließlich ist der Busbahnhof in derzeitigem Zustand wirklich alles andere als schön oder komfortabel - allerdings steht die Finanzierungsfrage noch etwas unbeantwortet im Raum.
Inwieweit sich nämlich die Niederrheinwerke (deren Busse den Hauptteil der am Busbahnhof verkehrenden Fahrzeuge ausmachen) daran beteiligen, steht noch nicht fest...

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5.5.08
  Sonnenstich bei Tien Anton?

Auf Materialsuche für den Nestbau: Hornissenkönigin beim Holz beschaffen

Zu regelrechter Leistungsverweigerung kam es jetzt beim beliebten regionalen Internetz-Magazin Tien Anton. Anstatt ihrer lokalen Informationspflicht nachzukommen nutzten die Betreiber offensichtlich das Traumwetter der letzten Tage zu so fragwürdigen Tätigkeiten wie:

- die Gartenteich-Umrandung erneuern
- die Glyzinie aus dem Wein rausschneiden und umgekehrt
- den morschen Birkenast absägen, bevor der uns beim Grillen auf den Kopf fällt
- Grillen
- schon mal das neue Zelt vor dem Nordsee-Urlaub "probeaufbauen"
- der Hornissenkönigin beim Holz sammeln zuschauen
- das Kohlmeisen-Pärchen beim Füttern des Nachwuchses beobachten

Muss nun damit gerechnet werden, dass der inhaltliche Schwerpunkt auf www.tienanton.de sich verlagert, weg von lokaler Szene-Berichterstattung, hin zu Tipps für den Hobby-Gärtner?

Tien-Anton-Mitarbeiter Anno Nühm: "Sind wir doch mal ehrlich: um die Häuser ziehen, Party machen, Konzerte gucken, das ist doch alles durch, das suckt doch nur noch! Rasenmähen ist das neue Raven, Blümchen gucken der neue Beat, abspacken am heimischen Grill, das rockt! Auf unserer brandneu eingerichteten MySpace-URL myspace.com/gartenfreund können wir uns vor Freundanfragen kaum noch retten: vom Grindcore-Fan über die Elektro-Braut bis hin zum Emo - die sind alle ganz wild auf unsere Beetpflege-Tipps, echt, und wenn... "

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21.4.08
  Gypsy-Reggae und Krefelder Behördenfrust
Ein verspäteter Wochenend-Bericht

Am vergangenen Wochenende war ich Strohwitwer, die Liebste weilte zu einem mehrtägigen Betriebsausflug in der Bundeshauptstadt, ich war bei der Planung meiner Wochenend-Aktivitäten folglich auf mich allein gestellt, was also tun?
Jutta Ditfurth konnte ich persönlich noch nie leiden, war mir immer eine Spur zu sehr auf Krawall gebürstet und selbstverliebt, jemand, der sich selber gerne Reden hört halt. War jemand bei ihrem Ulrike-Meinhof-Gedächtnisabend (ein Thema, das mich schon interessiert hätte) im Conny's und möchte uns Bericht erstatten? Nur zu!
Statt dessen wäre eigentlich ein Besuch des Cowboys On Dope Konzerts im Viersener Komplett angesagt gewesen: pflegen die Jungs doch ein amtliches unplugged-Rock'n'Roll-Brett der durchaus hörbaren Sorte, außerdem steht da noch die Einladung zum Kennenlern-Bierchen von Wirt Budda im Raume, der via elektrischer Post dem Projekt Tien Anton sein Wohlwollen ausgedrückt und bestmögliche Unterstützung zugesagt hat. Dafür an dieser Stelle ein Dank nach Viersen!
Letztendlich gelandet bin ich am Freitagabend schließlich in Krefeld. Mein alter Freund Roland hatte einen gemeinsamen Besuch im Jazzkeller angeregt, um sich dort die Electric-Balkan-Combo Turlitawa Shutka anzuschauen. Außerdem bot sich hier die Gelegenheit, Rolands frisch angetraute Lebenspartnerin Julia endlich einmal persönlich kennen zu lernen.
Die Geschichte der beiden ist definitiv einer eigenen ausführlichen Betrachtung würdig, stark verkürzt könnte man sie als Odyssee charakterisieren, auf der sich die Entfernung zwischen dem Niederrhein und Weißrussland als leichter überwindbar erwies als die labyrinthischen Wege der Krefelder Ausländerbehörde. Deren geradezu kafkaeske Beharrlichkeit beim Versuch, dem Paar eine Scheinehe nachzuweisen ist geprägt von beispielloser Absurdität und Menschenfeindlichkeit. Nach monatelangem Hickhack inklusive Scheinbefragungen durfte sie jetzt, ein halbes Jahr nach Eheschließung und fast fünf Monate nach Beantragung der Familienzusammenführung endlich einreisen, hat aber vorerst immer noch nur eine auf drei Monate befristete Aufenthaltserlaubnis. Deutsches Ausländerrecht in seiner pervertierten Form.
Das Konzert war auf jeden Fall großartig, der Abend ein sehr schöner. Die Band verband auf ebenso wundersame wie selbstverständliche Weise Zigeuner-Rhythmen mit Reggae, Funk und Soul, dass es eine wahre Freude war. Es wurde ausgelassen getanzt, meine von den Behörden so drangsalierten Freunde konnten ihre Sorgen erfolgreich ausblenden, gemeinsam feierten wir bis tief in die Nacht.
Demzufolge den Samstag in Essig gelegen, und da man jenseits der Vierzig bekanntlich eher zwei Tage benötigt, um sich von einer durchzechten Nacht zu erholen, reichte es am Sonntag so grade eben, die gemeinsame Wohnung von den Spuren zweitägiger haushälterischer Nachlässigkeit zu säubern, ehe die Liebste vom Flughafen abgeholt werden musste.
Vom so innig herbeigesehnten Frühlingseinbruch bis jetzt noch nicht allzu viel mitbekommen, weswegen der Bericht an diese Stelle abrupt endet. Bevor es morgen wieder zum Brotjob in den Bauch der Werbe-Galeere geht wollen jetzt dringend einige Runden mit dem Fahrrad über die Felder gedreht werden. Apropos Frühling: derselbe ist offenbar auch in unserer kleinen Dülken-Bilder-Galerie in der linken Seitenleiste ausgebrochen. Hierzu noch mal kurz erklärt: es tauchen dort alle aktuellen Bilder auf, die bei Flickr mit dem "tag" (=Stichwort) "Dülken" versehen werden.

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15.4.08
  Viersener Verschönerungsmaßnahmen
P1010047

P1010049

P1010051
Ohne Worte: Abriss der Jugenstil(Gründerzeit?)-Häuser auf der Heierstraße
Von Flickr-User Freddie a.k.a. Viersener. Danke für diese Dokumentation!

Freddies Gedanken zum Thema (in englisch) in seinem Viersen Photoblog.

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4.4.08
  Gastronomische Kapriolen
Nacht- und Nebel-Pächterwechsel im Hindenburg - und was wird aus Altem Waisenhaus?

Die Geschicke des Süchtelner Edel-Hotels Hindenburg liegen seit Monatsbeginn in Händen der neuen Pächterin Carmen Werner. Wie die RP berichtet, sah sich Inhaber Wilhelm Janissen-Brass gezwungen, die Geschäftsführung auszuwechseln, da diese "nicht mehr tragbar" gewesen sei. Damit bestätigen sich die schon seit längerem kursierenden Gerüchte über mangelnde Zahlungsmoral und Misswirtschaft der bisherigen Hindenburg-Betreiber. Auch wenn die bisherige Hotel-Leitung vom Vorwurf der Insolvenzverschleppung nichts wissen will: Tien Anton sind persönlich Gläubiger des Hindenburg bekannt, die seit Monaten auf die Begleichung offener Rechnungen warten.
Im Interesse der Angestellten und der zur Zeit ohne Ausbildungsplatz dastehenden Azubis kann man nur hoffen, dass das Vertrauen, das Hotelbesitzer Janissen-Brass in seine jetzt aus dem sprichwörtlichen Hut gezauberte neue Pächterin setzt, sich auszahlt und es der bisherigen Aushilfe gelingt, den eigentlich guten Ruf des Hauses wieder herzustellen.
Offen bleibt bis auf Weiteres die Frage, wie sich das Hindenburg-Desaster auf den geplanten Betrieb von Hotel und Gastronomie im Dülkener "Alten Waisenhaus" auswirkt. Hier hatte Investor Janissen-Brass eigentlich seine bisherigen Süchtelner Geschäftsfreunde als Gastronomen vorgesehen. Vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussion um Lautstärke und Bebaungsplan scheinen hier abermals die Zauberkünste des Investitions-Magiers gefragt. Hat er noch ein Kaninchen im Zylinder?

Allerletzte Frage für heute: ist eigentlich ein neuer Pächter an Veranstaltungs-Vereinbarungen seines Vorgängers gebunden? Falls ja würde ich mich hiermit gerne um eine Presse-Akkreditierung zur Berichterstattung über dieses Event bewerben.
Edit: Wir haben den Link entfernt auf Bitte des Hotels Hindenburg, die Party findet nicht statt!

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1.4.08
  Eilmeldung: FürVie und Pro Dülken fusionieren!

Kurzfristig und für die meisten völlig überraschend wurden lokale Viersener Medienvertreter am heutigen Dienstag, den 1. April zu einem Pressetermin im ehemaligen Restaurant Windrose im Dülkener Wasserturm zitiert.

Den verblüfften Journalisten präsentierte sich hier ein um die Wette strahlendes Duo bestehend aus Willi Hüskes, Vorsitzender der Interessengemeinschaft Pro Dülken und Hans-Willi Pertenbreiter, Vorsitzender der Viersener Lokalpartei FürVie.

In einer kurzen Erklärung verkündete ein Sprecher den Zusammenschluss beider Organisationen, wirksam ab dem heutigen Tage. Zur Verkündung dieser Entscheidung habe man ganz bewusst den symbolträchtigen Ort gewählt, repräsentiere dieser doch wie kein zweiter die angestrebte Lufthoheit über beide wichtige Teilstädte des neugegründeten strategischen Bündnisses.

Anschließend äußerten sich die beiden Vorsitzenden zu ihren Motiven für die Fusionierung. Hans-Willi Pertenbreiter: "Wir beobachten schon länger voller Bewunderung die vielfältigen Methoden unserer Dülkener Freunde zur Erhaltung und Vermehrung ihres Einflusses auf die Entwicklung und das Machtgefüge im Stadteil Dülken. Insbesondere so einfache aber wirkungsvolle Methoden wie die automatisierte Zwangsmitgliedschaft im Verein, die durch die Annahme eines Blumenstraußes von einem Pro-Dülken-Vertreter bei einer Geschäftsneugründung unwiderruflich ausgelöst wird. Oder die Chuzpe, strittige Fragen durch Einreichung augenscheinlich völlig durchgeknallter Thesenpapiere bei den entsprechenden Verwaltungsstellen lösen zu wollen. Das sind alles Dinge, wo auch wir von FürVie noch einiges lernen können."

Willi Hüskes gab die Komplimente zurück: "Wie FürVie seinerzeit mit CDU-Unterstützung sukzessive seinen kommunalen Einfluss ausgebaut hat, um sich dann im richtigen Moment abzunabeln und als Zünglein an der kommunalpolitischen Waage den entscheidenden Griff zur Macht zu tun, Chapeau, das macht denen so schnell keiner nach. Und dann noch den Dreh zu finden, sich trotz aller Taktiererei als Protest-Partei zu verkaufen, siehe "Kreisstadt"-Debatte, alle Achtung!"

Die Geschicke der heute frisch getauften Bürgervereinigung "ProDüVie" werden die beiden bewährten Spitzenkräfte ab sofort als "Tandem" in eine verheißungsvolle Zukunft führen.

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31.3.08
  Brösels, das allerletzte...
Um das leidige Thema ein für alle Mal zu den Akten zu legen, hier die elektrische Post der Mutter eines der betroffenen Schüler, die uns am Wochenende erreichte - Tien Anton bedankt sich an dieser Stelle für die Kooperation, die Rückendeckung und die Hartnäckigkeit von Schülern und Eltern des E.v.R.-Gymnasiums in Viersen:


Hallo Herr Mai,

in der letzten Woche hat das Brösels den Kindern tatsächlich einen Anteil an Eintrittsgeld überwiesen: Man mag es kaum glauben!

Auf ein Schreiben der Schüler hatte das Brösels zunächst wie erwartet nicht reagiert, die Rechtsanwältin hatte dann "nachgelegt", eine Zahlungsfrist gesetzt und die Summe von 400 € benannt. Wahrscheinlich hat sich das Brösels gedacht, dass es mit dieser Zahlung relativ glimpflich davon kommt und damit dann "Ruhe einkehrt" (vermutlich waren es viel mehr Besucher, was die Schüler aber nicht nachweisen können ...). Aber immerhin - es ging ja ums Prinzip ...
B. (Name der Redaktion bekannt) und die Klassenkameraden haben inzwischen wie angekündigt bei Herrn Gottwald ihre "Aussage" schriftlich aufgenommen.
Der Katholikenrat hat letztlich nach einigen Telefonaten mit der Schulleitung einen "Rückzieher" gemacht. Hier ist es zu keinem Gespräch gekommen - worüber auch ?
Wahrscheinlich kann seitens der Schüler / Schule damit die Akte Brösels nun geschlossen werden. Die Kinder planen weitere Vorabi-Feten, aber in anderen Diskos und Kneipen.

Ihnen nochmals herzlichen Dank für Ihre tatkräftige Unterstützung!! Ich denke, die Kinder haben bei der ganzen Aktion eine Menge gelernt und damit hat das ganze neben der vielen Aufregung durchaus einen positiven Effekt gehabt.

Ihnen eine gute Zeit!
Herzliche Grüße
B. L. (Name der Redaktion bekannt)

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21.3.08
  Hurra, das Löh-Center ist da!
Die "gelungene" Mischung belangloser Ladengeschäfte, überwiegend erkauft mit der Schließung des jeweiligen bisherigen Innenstadt-Standortes kann man seit gestern im frisch eröffneten Löh-Center in Viersen bewundern. Das Projekt reiht sich nahtlos ein in die gute alte Viersener Tradition der Verschlimmbesserung der Innenstadt. Was in den 1970ern mit dem Abriss des historischen Kaiser's-Geländes begann und in den folgenden Jahrzehnten mit der an Hässlichkeit und architektonischer Ideenlosigkeit kaum zu überbietenden "Rathausmarkt"-Bebauung fortgesetzt wurde, kulminiert hier zum nächsten stadtplanerischen Highlight. Hauptsache schön unpersönlich, pseudo-modern und den üblichen Verdächtigen in der lokalen Bauwirtschaft zu Umsatz verhelfend...

Protestaktion in den Siebzigern

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10.3.08
  War am Freitag Vollmond oder was?
Die Nacht von Freitag auf Samstag scheint unter keinem guten Stern gestanden zu haben.
Da wurde im Jugendheim meiner persönlichen Sturm- und Drang-Zeit, der Oase in Breyell, eingebrochen und unter anderem ein PC geklaut.

Und die Kiddies in der RKW sind zu doof, sich so zu besaufen, dass es keiner merkt. Na klar macht das Betrinken zwischen 14 und 16 am meisten Spaß, der Reiz des Verbotenen und so. Aber die mit den grünen Klamotten müssen das nicht mitbekommen, schon gar nicht sollte man denen gegenüber komplett ausrasten und insbesondere nicht als 14jähriges Mädel versuchen, die zu hauen! Es sei denn, man will sich einen der wenigen Veranstaltungsorte, die sich für die Belange Jugendlicher wirklich einsetzen, kaputtmachen!

Nachtrag: Eben trudelt eine weitere skurrile Freitagsmeldung ein, noch ein Erlebnis der besonderen Art für Viersens Polizisten, von diesen sogar mit einem Foto illustriert:

Am Freitag, gegen 13:50 Uhr, beobachtete eine Streifenwagenbesatzung einen Senior, der aus seinem Fahrzeug Sperrmüll entlud und diesen am Waldrand auf einer Grünfläche an der Süchtelner Straße drapierte.
Nachdem die Polizeibeamten die Personalien des 72-jährigen Viersener überprüft hatten, musste der Mann seinen Müll vor den Augen der Gesetzeshüter wieder in sein Auto laden. Verbunden mit der Aufforderung, den Müll ordnungsgemäß zu entsorgen und in der Aussicht auf eine Anzeige wegen illegaler Müllentsorgung konnte der Senior seine Fahrt mit seinem Müll letztlich fortsetzen.

Was lernt uns das? Nicht nur die Kids, auch unsere Alten verfügen über ungeahntes Potential in punkto Doofheit und Dreistigkeit...

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6.3.08
  Die Quadratur der Kreisstadt Viersen

Schon aus typografischen Gründen undenkbar:
"Kreisstadt Viersen" vor dem vorzeitigen Aus?


Nur Gewinner gibt es derzeit bei der Diskussion über das Für und Wider der Umbenennung Viersens in "Kreisstadt Viersen":
Viersens CDU hätte mit einer Umbenennung erstmals nach ihrem spektakulären Scheitern bei den letzten Kommunalwahlen nach langer Durststrecke mal wieder eine lokalpolitische Reviermarke gesetzt.
Bürgermeister Thönnessen träumt, wie eigentlich sowieso immer, vom jetzt aber wirklich mal einzufahrenden Imagegewinn.
FürVIE etablieren sich endgültig als die kritischen Querdenker die sie immer schon vorgeben zu sein.
Der notorische sozialpolitische Robin Hood Thomas Weber hat endlich mal wieder einen Aufhänger für publikumswirksamen Aktionismus gefunden und die Ober-Grüne Martina Maaßen-Pyritz eine der seltenen Gelegenheiten, an die fast vergessenen Wurzeln ihrer Partei als Protestbewegung zu erinnern, indem sie eben jenen Herrn Weber vor der Diskreditierung durch Viersener Ratsmitglieder in Schutz nimmt.
...

Visionäre Kraft der Musik:

Das Eckige muss ins Runde.

Schon mit seinem 1982er Album "Music Spoken Here" schuf Gitarren-Legende John McLaughlin dieses zeitlose Sinnbild für so genannte "Viersener Verhältnisse":
"Wie, in Gottes Namen, passen profilierungsgeile Kommunalpolitiker und Allgemeinwohl zusammen?"

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28.2.08
  Kabarett goes Kapital
Finanzdienstleistung meets Comedy im Dülkener Bürgerhaus

Fernseh-Prominenz "für Lau" gab es am Mittwoch im Dülkener Bügerhaus zu bewundern. Bill Mockridge ist nicht nur bekannt als spätberufener Lindenstraßen-Mutter-Beimer-Stecher aus der gleichnamigen Sozialkitsch-Endlos-Serie sondern zudem mit allen Bühnen-Wassern gewaschene Rampensau des von ihm begründeten Bonner Improvisationstheaters "Springmaus". Einer, der sich, gehärtet im Stahlbad der Provinzbühnen-Tingelei, seinen Sinn für die Realität bewahrt hat.

Insofern kann man ihm noch am wenigsten einen Vorwurf machen für sein Mitwirken bei dem von der Volksbank Viersen ausgerichteten "Infotainment"-Event mit dem schönen Namen "Abgeltungssteuer mal anders erklärt." Schließlich müssen wir alle sehen, wie wir über die Runden kommen, geldmäßig betrachtet. Von einmal pro Woche im Fernseh' auftreten kann man halt keine Familie am Kacken halten, das verstehen wir doch. Nicht ganz so lustig fanden wir allerdings, dass die von Mockridge vorgetragenen Comedy-Intermezzi zum allergrößten Teil auf recycletem Uralt-Witzmaterial beruhten. Kostprobe: "Na, mal Hand auf's Herz, welcher der anwesenden Herren hat denn heute Abend seine Garderobe selbst zusammengestellt?"- zwinkerzwinker...

"Zum Lachen bringen" und eventuell auch "zum Nachdenken anregen", wie vom Volksbank-Sprecher angekündigt, konnte derlei Pseudo-Kabarett zwar erstaunlicherweise die Mehrheit im gut gefüllten Saal, nicht jedoch den Rezensenten, den der Vortrag des Bühnen-Profis Mockridge stattdessen mehrfach zum Gähnen "brachte". Das Einzige was hier "angeregt" wurde, war die Hoffnung, im nachfolgenden Fachvortrag zum Steuerthema wenigstens mit unfreiwillig humoristischen Einlagen entschädigt zu werden. Bis auf ein paar kleinere Versprecher aber leider auch hier Fehlanzeige.

Ein erstaunlich schlecht - sprich: ohne jegliche sinngebende Betonung - vortragender Investment-Heini machte sich gar nicht erst die Mühe, den eigentlichen Zweck der Veranstaltung zu verschleiern und begann recht zügig damit, den Zuhörern die Vorteile des möglichst baldigen Erwerbs von Aktien-Fonds des ihn beschäftigenden Finanzdienstleisters ans Herz zu legen. Immerhin bewies der Mann erstaunliche Beharrlichkeit beim wortwörtlichen Ablesen von Info-Grafiken, was zu deren Verständnis zwar weniger als nichts beitrug, dafür der Situation aber eine gewisse meditativ-esoterische Weihe verlieh.

Auf dem fluchtartig vorzeitig angetretenen Heimweg dann doch noch etwas zum Lachen, zwar nur aus Schadenfreude aber immerhin: ein zuvor bereits im Bürgerhaus per Lautsprecher-Durchsage ausgerufener Falschparker hatte offensichtlich nicht aufgetrieben werden können. Jedenfalls wurde sein Auto gerade vom Abschleppdienst an den Haken genommen - wie das halt so geht, wenn man eine Einfahrt zuparkt. Welche Einfahrt? - Na, die vom Dienstparkplatz der örtlichen Polizeiwache...

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11.2.08
  Morgens um Acht...

...ist die Welt noch in Ordnung an der Bahnlinie Venlo-Hamm.

Abends sieht die Sache aber schon anders aus. Das Szenario im Maas-Wupper-Express wird immer bedrohlicher, die Stimmung im Zug von Tag zu Tag aggressiver. Heute gab eine neue Variante des Haschmich-Spiels zwischen schwarzfahrendem Drogen-Prekariat und dem zunehmend überforderten Sicherheitspersonal.

Ein paar Schlaumeier hatten sich mit Steckschlüsseln ausgestattet, die auf die Verbindungstüren zwischen den Abteilen passten. Ob nun aus "Spaß" oder, um sich die ungeliebten Security-Männer vom Leib zu halten - jedenfalls mit dem Ergebnis, dass Fahrgäste, die in Gladbach den Zug verlassen wollten, zuerst das Bahnpersonal mit Rufen und Klopfen alarmieren mussten. Die Reisenden waren in ihrem Abteil schlicht eingeschlossen worden.

Auf der Strecke zwischen Mönchengladbach und Dülken wiederholte sich das Spiel, das vorletzte Abteil war abermals von den Koffieshop-Touris abgeriegelt worden, diesmal allerdings "nur" einseitig, so war in Dülken immerhin das Aussteigen möglich. Bis dahin durfte man sich allerhand Gefeixe über die gelungene Blockade-Aktion anhören, garniert mit den üblichen Helden-Geschichten, wer wem zuletzt aus welchem Beweggrund "die Fresse eingeschlagen" habe.

Am Bahnhof Dülken konnte man dann beobachten, wie ein Zug-Sheriff jenseits der versperrten Tür mit einer johlenden Meute lamentierte, während sein Kollege heldenhaft über den Bahnsteig zum abgeriegelten Wagen sprintete, um diesen von außen zu entern. Wie es schien, waren die beiden im Gegensatz zu ihren Kontrahenten nicht im Besitz eines passenden Werkzeugs zur Türentriegelung.

Es sei den wackeren Bahn-Bediensteten zu wünschen, dass sie die Situation noch irgendwie in den Griff bekommen haben. Für die Berufspendler wird der tägliche Heimweg per Bahn jedenfalls immer mehr zum reinen Horror-Trip. Ob daran die beschlossene Privatisierung der Hamm-Venlo-Strecke irgendetwas ändern kann? Wahrscheinlicher ist wohl, dass die in diesem Zusammenhang angekündigten Videokameras im Zug nicht allzu lange überleben werden.

Aufgezeichnet von einem, der sich nur allzu gerne sein romantisierendes Bild vom friedlich-versonnenen Love&Peace-Kiffer bewahrt hätte und nicht wirklich versteht, wie die Dinge so aus dem Ruder laufen konnten.

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25.1.08
  Disco nur für Deutsche
Im "Brösel" bleibt alles beim Alten

Das eigenwillige Geschäftsgebaren der Brüggener Diskothek Brösel war bereits vor einiger Zeit erstmals in die Schlagzeilen der Lokalpresse geraten. Damals wurde bekannt, dass dort ausländischen Besuchern grundsätzlich der Einlass verwehrt wird. Auch der Taz war die Geschichte seinerzeit eine Meldung wert.

Dass sich an dieser Praxis, trotz der damals aufbrandenden allgemeinen Empörung, zwischenzeitlich nichts geändert hat, mussten jetzt die Organisatoren einer im 'Brösel' geplanten 'Vorabifete' des Viersener Erasmus-von-Rotterdam-Gymnasiums am eigenen Leib erfahren. Mitten in den zu diesem Zeitpunkt bereits weit fortgeschrittenen Party-Vorbereitungen, die Flyer waren schon gedruckt, die Einladungen verschickt, wurden die Schüler lapidar darauf hingewiesen, doch bitte auch an die 'Ausländerliste' zu denken.

Die Gymnasiasten sollten dem Betreiber am Veranstaltungsabend eine Liste mit den Namen ihrer ausländischen Mitschüler vorlegen, damit diese vom Türsteher zu ihrer eigenen Party eingelassen werden. In einer eilends einberaumten Schülerversammlung der Jahrgangsstufe 12 wurde daraufhin beschlossen, wegen bereits investierter Arbeit, Zeit und Geld, diese eine Party noch im Brösel zu veranstalten, sich aber für die nächsten Vorabi-Feten nach einer anderen Location umzusehen. Die geforderte Ausländerliste wollten die Schüler auf keinen Fall mitbringen. Ein Schülervertreter zu Tien Anton: "Mal abgesehen vom diskriminierenden Charakter einer 'Ausländerliste' dürfen wir schon aus Gründen des Datenschutzes so eine Liste gar nicht herausgeben."

Selbstverständlich wollten wir auch den Verantwortlichen des Brösel die Möglichkeit geben, sich zu den Vorgängen zu äußern und führten ein Telefongespräch mit dem Betreiber der Diskothek, Jörg Johannböke. Darin bestätigte Johannböke freimütig die Anweisung an seine Türsteher, Ausländer grundsätzlich abzuweisen und begründete dieses Vorgehen mit der Wahrung der Sicherheit seiner Gäste. Der Diskotheken-Betreiber zeigte sich darüber hinaus sehr aufgebracht über die kritische Haltung der Viersener Gymnasiasten und behielt sich vor, in Zukunft auf die Ausrichtung von Vorabi-Parties zu verzichten. Er verstehe außerdem die ganze Aufregung nicht, der Anteil ausländischer Abiturienten sei doch ohnehin so gering, dass man darum nicht so ein Aufhebens machen müsse.

Mittlerweile ist die Party über die Bühne gegangen. Drei türkischen Mitschülern der veranstaltenden Jahrgangsstufe 12 wurde der Eintritt zur eigenen Fete ohne Angabe von Gründen verwehrt. Den Schülervertretern wurde außerdem mitgeteilt, dass es für das E.v.R.-Gymnasium keine Feier mehr im Brösel geben werde, weil sie wegen der "Ausländerliste" die Presse ins Spiel gebracht hätten. Dass sich für sie das Brösel als Veranstaltungsort zu diesem Zeitpunkt schon längst disqualifiziert hatte, verschwiegen die Viersener Schüler aus Sorge, im Streitfall nicht den ihnen zugesagten Gewinnanteil der Veranstaltung ausgezahlt zu bekommen. Bis dahin war es nämlich trotz mehrfachen Nachhakens der Schüler nicht zu einer schriftlichen Vereinbarung gekommen.

Parteipolitisch engagiert sich der Brösel-Chef bei der Brüggener FDP, sein Gastronomiebetrieb ist auf der Website der Liberalen Wirte gelistet. Wie die kruden Ansichten und die eigenwilligen Geschäftspraktiken des bekennenden Roland-Koch-Fans Jörg Johannböke mit dem Begriff "liberal" in Einklang zu bringen sind, bleibt dabei das Geheimnis der Beteiligten.

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