Das lokale Webmagazin aus Dülken für die Region VIE und das Grenzland
24.3.10
Radweg? - Radwege!
Gedanken zum geplanten "Alleenradweg" zwischen Dülken und Waldniel
Vor dem Hintergrund einer möglichen Privatisierung der Viersener Galerie im Park und der angedachten Schließung des Süchtelner Wildgeheges wird er von Kritikern gerne als Paradebeispiel für aberwitzige finanzielle Fehlplanung seitens der Stadt Viersen ins Feld geführt. Während auf der einen Seite traditionelle Viersener Einrichtungen dem Rotstift zum Opfer zu fallen drohen, so die Kritiker, werde hier mit Steuergeldern ein überflüssiges Luxusprojekt umgesetzt, dessen Nutzen in keinem Verhältnis zum finanziellen Aufwand stehe.
Diese Argumentation in Bezug auf den geplanten Alleenradweg zwischen Dülken und Waldniel vertritt unter anderem die im Stadrat vertretene Bürgervereinigung Für Vie. Deren Vorsitzender Pertenbreiter radelte vergangene Woche eigens gemeinsam mit dem Schwalmtaler Bürgermeister Reinhold Schulz von Dülken nach Waldniel um sich ein Bild von den Begebenheiten vor Ort zu machen. In einem früheren Beitrag zum Thema kritisiert Für Vie unter anderem den im Zusammenhang mit dem Radweg geplanten Abriss der Eisenbahnbrücke an der Venloer Straße. Der Argumentation, ein solcher Abriss beseitige ein für die Verkehrssicherheit wichtiges Verkehrshindernis am Dülkener Ortseingang, dessen Wegfall potentielle Raser möglicherweise ermutige, kann sich Tien Anton nur anschließen.
Nachdem ich zuletzt aufgrund der gestiegenen Temperaturen meine Radfahr-Aktivitäten endlich wieder auf Normalmaß hochgefahren habe, hätte ich darüber hinaus eine weitere Anregung zu einem Aspekt des Themas, das mir in der aktuellen Diskussion deutlich zu kurz kommt: Das vorhandene Radwege-Netz in Viersen und Umgebung ist zu einem erheblichen Teil in katastrophalem Zustand. Baumwurzeln, die den Asphalt um Armesbreite in die Höhe drücken, Frostschäden und notdürftig geflickte Teilstücke machen auf vielen Strecken das Radfahren zu einem Mensch und Maschine aufs übelste durchrüttelnden Hindernisparcours - und das nicht etwa nur auf wenig befahrenen Nebenstrecken, sondern ganz besonders auf Haupt-Verbindungsachsen wie etwa entlang der Freiheitsstraße/Kölnische Straße, sowohl zwischen Viersen und Dülken als auch stadtauswärts Richtung Mönchengladbach.
Tien Antons Meinung: statt eines aberwitzig teuren (veranschlagte Gesamtkosten: über eine Million Euro) Alleenradwegs mit einem Bruchteil des Geldes lieber die vorhandenen Radwege wieder in einen befahrbaren (und sicheren) Zustand versetzen! Für den Rest des eingesparten Geldes lässt sich sicherlich auch noch eine sinnvolle Verwendung finden (Wildgehege?).
Saal-Brigit-Vater Fritz Dröttbohm stößt beim Googeln auf ein reichhaltiges Video-Archiv mit Live-Mitschnitten aus Viersen.
Wir kennen das alle: man hat etwas Muße, sitzt grad vorm Rechner und denkt sich: "Ach komm, jetzt google ich mich mal selbst...". Manch eine(r) hat sich bei der Gelegenheit schon erschreckt, wie viele Informationen da zum Vorschein kommen über Details und Dinge, die man zum Teil selbst schon längst wieder verdrängt hatte und nicht unbedingt mit der ganzen Welt teilen wollte.
Eines von zahlreichen musikalischen Highlights aus Viersen: Ray Wilson im Januar 2010 im Saal Birgit
Eine eher positive Erfahrung mit den immer ausgeklügelteren Suchalgorithmen im Netz machte jetzt Fritz Dröttbohm vom Viersener "Saal Birgit" beim "Selbstgooglen". Über eine Google-Bildersuche nach den Begriffen "Saal Birgit Viersen" gelangte Dröttbohm zur Online-Musivideo-Suche des Englischen Musikmagazins NME. Das spuckt nach der Eingabe des Suchbegriffs Viersen eine Liste von sage und schreibe 613 Musikvideos aus, die allesamt Rock-, Pop-, und Jazz-Ereignisse in der Kreisstadt dokumentieren.
In der Anhäufung ergibt sich ein erstaunliches Bild von der immensen Lebendigkeit der Viersener Musik- und Veranstaltungsszene der letzten Jahr(zehnt)e. Kurioses und hochkarätiges stehen da friedlich nebeneinander. Von der Kelly Family 1994 auf dem Rathausmarkt über Jazzgrößen in der Viersener Festhalle bis zu Videomitschnitten vom Viersener Bandwettbewerb Young Talents, vom US-Gitarristen Larry Carlton im Dülkener Emporium über griechische Folklore bis zur HipHop Jam - die Ergebnisliste entpuppt sich als wahre Fundgrube für Musikfans alle Sparten. Wieder einmal bestätigt sich die alte niederrheinische Bauernweisheit: Viersen rockt!
Eigentlich hätte ich es scheppern hören müssen, als am Freitagvormittag gleich hier um die Ecke das Baugerüst an der Paul-Weyers-Grundschule zusammenbrach. Scheint ja wirklich knapp gewesen zu sein. Mein Glückwunsch an Eltern, Lehrer und vor allem die Schülerinnen und Schüler zu ihrem an diesem Tag besonders wachsamen Schutzengel. Man darf gespannt sein, zu welchen Erkenntnissen die Untersuchung der Ursachen für diese unglaubliche Schlamperei auf der Baustelle führen wird. Ob da wohl einfach am falschen Ende gespart wurde, um den lukrativen Bau-Auftrag an Land zu ziehen?
Demnächst Vergangenheit? Wildwechsel am Hohen Busch
Mögliche Folgen übertriebener Sparsamkeit dokumentiert auch dieser Bericht über eine eventuelle Schließung des Wildgeheges am Hohen Busch. Da würde dann der letzte geschützte Bereich, an dem die ursprünglichen Waldbewohner, zwar hinter Zäunen, aber immerhin in ihrem natürlichen Umfeld, noch existieren dürfen, aufgegeben. Den kleinen Kindern erklären wir dann demnächst, dass das mit den Rehen und den Wildschweinen eh alles altmodischer Quatsch ist. Bäume sind nur erfunden worden, um dazwischen Netze und Seile zu spannen. Die natürlichen Waldbewohner sind nämlich jene permanent überforderten Eltern und Erzieher, die einem übersättigten, grobmotorischen Nachwuchs in der coolen Lifestyle-Event-Location "Kletterwald" den letzten Kick jenseits von Ego-Shooter und Schüler-VZ bieten wollen. Armes Viersen!
Die Tische stehen schon …Festhalle für die Billard-Weltmeisterschaft gerüstet
Viersen. Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus: Schon eine Woche vor dem Start der Mannschafts-Weltmeisterschaft im Dreiband-Billard bauten fleißige Helfer in der Viersener Festhalle die insgesamt sechs Billard-Tische auf. Vier befinden sich im großen Saal, zwei im benachbarten Ernst-Klusen-Saal. Dort haben Billard-Interessierte während der Weltmeisterschaft Gelegenheit, ihr eigenes Können zu testen oder Thomas Ahrens, dem dreimaligen Europa- und zweimaligen Vizeweltmeister in der Billard-Artistik, über die Schulter zu schauen.
Anderthalb Tonnen wiegt ein solcher Billard-Tisch, er ist gleichzeitig ein Wunderwerk an Präzision. Unter dem hochfeinen Kammgarntuch verbirgt sich eine etwa fünf Zentimeter dicke Schieferplatte, die während des Turniers auf ungefähr 30 Grad beheizt wird. Damit wird verhindert, dass sich im Tuch Feuchtigkeit niederschlägt, die zu einer Verschmutzung der Bälle führen würde. Schon beim Bau eines Billardtisches wird die Schieferplatte zum Schleifen aufgeheizt, um spätere Verformungen während der Wettkämpfe zu vermeiden.
Die Weltmeisterschaft wird am kommenden Donnerstag (25. Februar, 11.00 Uhr) eröffnet. Bis zum Sonntag kämpfen 24 Mannschaften aus 21 Ländern um den Sieg. Titelverteidiger ist Rekordweltmeister Schweden.
Präzisionsarbeit: Schon eine Woche vor Beginn der Dreiband-Welt-
meisterschaft in Viersen wurde in der Festhalle und dem Ernst-Klusen-
Saal mit dem Aufbau der Billard-Tische begonnen. Foto: Stadt Viersen
Bilder und Videos vom Rosenmontag in Süchteln und Dülken
Neben dem scheinbar unvermeidlichen alljährlichen Zuckerguss aus Glasscherben und Bier wurde zu Karneval natürlich auch wieder gefeiert. Schorsch in Süchteln und Andreas in Dülken haben das Geschehen in, teils bewegten, Bildern festgehalten. Interessant auch das Bild, das mir Tien Anton Leser Jochen heute morgen in der Regionalbahn per USB-Kabel aufs Mobiltelefon beamte: Die SG Dülken ging gschlossen als - na? Richtig: Tien Anton. Sehr löblich! :)
Die SG Dülken ging geschlossen als Tien Anton. Fotos: J. Verstraaten
07.02.2010 - 21.03.2010, Viersen, Städtische Galerie im Park:
Arbeiten aus der Sammlung Florian Peters-Messer
"Mit der Ausstellung „Insight – Outsight“ stellt die Städtische Galerie im Park Viersen erstmals große Teile der Sammlung Florian Peters-Messer vor. Vom 7. Februar bis 21. März 2010 werden rund vierzig Arbeiten von Martin Assig, Stephan Balkenhol, John Bock, Alicja Kwade, Erik van Lieshout, Manfred Pernice, Raymond Pettibon, Felix Schramm, Hiroshi Sugito und Kon Trubkovich miteinander in Dialog gebracht. Der inhaltliche Schwerpunkt liegt dabei auf dem Widerspruch zwischen Innen und Außen, der Sicht hinein oder hinaus – auf formaler wie auf metaphysischer Ebene.
Im Erdgeschoss des klassizistischen Baus der Städtischen Galerie treffen brachial-groteske auf politisch-konzeptuelle Arbeiten. Der zentrale Raum zeigt die Installation „Happiness“ des Niederländers Erik van Lieshout. In einem igluartigen Sperrholzbau läuft ein Video, in dem es zwischen dem Künstler und seinem Bruder in einer Nervenheilanstalt zum Streit über das Thema Homosexualität kommt – bald stellt sich die Frage, wo die Grenzen zum „Verrücktsein“ eigentlich liegen. Ergänzend hängen großformatige Zeichnungen von van Lieshout an den Wänden. In der Rotunde ist die „Hässliche Luise“ des Berliner Bildhauers Manfred Pernice platziert – zwei rote Metallstangen in Beton: Ein ebenso formal simples wie psychologisch behaftetes Fundstück von einem abgerissenen Spielplatz nahe der Berliner Mauer.
Im vorderen linken Seitenflügel sind Installationen und Wandarbeiten des in New York lebenden Russen Kon Trubkovich zu sehen, in dessen Werk es um Arbeit und Freiheit geht – Themen, die das gescheiterte kommunistische ebenso wie das kapitalistische System beherrschen. Im selben Raum wird die große Wand mit Zeichnungen des Kaliforniers Raymond Pettibon bestückt, der die virilen Mythen Amerikas von Batman bis Bill Gates im Cartoonstil thematisiert. Im hinteren linken Seitenflügel ist eine dadaeske Assemblage des Berliner Künstlers John Bock auf dem Boden präsentiert, die an ein Experiment im Versuchslabor oder Kinderzimmer erinnert. Im Treppenhaus hängen großformatige, mehrfachbelichtete Fotografien von Lichtquellen sowie eine verspiegelte Wanduhr der Berliner Künstlerin Alicja Kwade – mit den Themen Licht und Schatten, Zeit und Spiegel greift sie auf klassische Vanitasmotive zurück, die sie in einer minimalistischen Ästhetik umsetzt.
Im Obergeschoss überwiegen malerische und skulpturale Arbeiten, die ebenfalls mit kunsthistorischen Traditionen spielen. Der zentrale Raum wird von den architektonischen Dekonstruktionen des Düsseldorfer Bildhauers Felix Schramm beherrscht. Was zunächst wie ein brutaler Wanddurchbruch oder Sperrholzmüll anmutet, sind tatsächlich sorgsam drapierte Kompositionen, die trotz ihrer Heftigkeit eine subtile Eleganz vermitteln. Der linke vordere Seitenflügel ist dem Maler und Bildhauer Martin Assig gewidmet, dessen hell schimmernde Enkaustikbilder, Zeichnungen und Skulpturen eine organische Ästhetik vermitteln – der Körper, sein Schutz und seine Verletzlichkeit ist ein zentraler Aspekt in Assigs Werk. Im dahinter angrenzenden Raum vermitteln die rätselhaften Gemälde des Japaners Hiroshi Sugito eine lyrische, surreal anmutende Leichtigkeit. Die roh gehauenen, figurativen Holzskulpturen des Bildhauers Stefan Balkenhol im selben Raum bilden dazu ein extremes Gegengewicht.
Die Sammlung Florian Peters-Messer vereint derzeit rund 300 Werke von knapp 30 Künstlern, die der in Berlin und Viersen lebende Sammler innerhalb der letzten 15 Jahre zusammengetragen hat." (Quelle: fmpcollection)
Abb.: Flyer zur Ausstellung 'Insight - Outsight', Felix Schramm, "o.T.", 2006, (Foto Martina Sauter), Städtische Galerie im Park Viersen
Überraschendes Fundstück: Viersener Weihnachtssong mit Hit-Potential
"Merry Christmas To All" - Bandprojekt "Findungsphase" aus Viersen
"Das Stück ist eigentlich komplett untypisch für uns. Man könnte es als kleine Kostprobe von Simones toller Stimme betrachten." erklärt "Findungsphase"-Gitarrist Rüdinger Sartingen zum lokalen musikalischen Überraschungscoup der Saison. In der Tat erklingt in der Weihnachts-Ballade "Merry Christmas To All" Simone Nardellis Gesang glockenklar und mit jeder Menge Musical-Hauptdarstellerinnen-Potential. Dass das ungewöhnliche Viersener Bandprojekt nach mehreren Jahren gemeinsamen Probens jetzt ausgerechnet mit diesem kuschelweichen Mainstream-Song sein öffentliches Debut gibt, ist einer spontanen Proberaum-Idee zu verdanken.
Vor wenigen Wochen erst kam der Band die Idee, das bevorstehende Weihnachtsfest zum Anlass für ihr eigentlich längst überfälliges "Coming-Out" zu nehmen. Daran, dass die Umsetzung von der Idee bis zur fertig produzierten CD-Single in derartig kurzer Zeit gelang, lässt sich das enorme professionelle Potential erahnen, das die Beteiligten des Projekts Findungsphase verbindet. Findungsphase, das sind Simone Nardelli, Maximilian List, Rüdinger Sartingen, Fritjof Jaspers, Claus Gottschalk, Marko König und Ralf Vieten. Sie alle haben langjährige und teils professionelle Musikerfahrung und spielen oder spielten in regional bekannten Bands wie Franz Hals, Rampage, Fine oder Fandango.
Zur Zeit arbeiten Findungsphase am ersten Album, das eine Sammlung stilistisch ganz unterschiedlicher Stücke beinhalten wird. "Findungsphase ist für alle Beteiligten ein Herzblut-Projekt, bei dem wir gemeinsam versuchen, nicht die einzelnen Musiker, sondern die Musik in den Vordergrund zu stellen. Es spielt beispielsweise niemand von uns ausschließlich ein einziges Instrument, sondern wir wechseln uns da ab." so Rüdiger Sartingen. Geprobt wird in der Viersener RKW, Konzerte sind vorerst nicht geplant. "Erst einmal konzentrieren wir uns auf die Umsetzung unserer musikalischen Ideen für das Album."
Die Weihnachtssingle ist ab sofort in verschiedenen Geschäften in der Region und über die Band-Homepage erhältlich.
Nazis, Stadtrat, AntifaHeute erste Ratssitzung mit NPD-Beteiligung - und nun?
Während wir hier bei Tien Anton noch darüber nachgrübeln, wie der Verunzierung des Viersener Stadtparlaments durch die Anwesenheit der neonazistischen NPD publizistisch adäquat begegnet werden könnte, hat das Viersener Antifaschistische Aktionsbündnis schon einen klaren Plan. Transparente sollen ausgerollt werden in der heute stattfindenden ersten öffentlichen Sitzung des neu gewählten Stadtrats, um von da aus den Kampfruf hinaus in die Welt zu tragen: "Nie wieder soll von Viersener Amtsstuben aus Unterdrückung, Rassismus und Unrecht ausgehen!"
So oder so ähnlich stellen wir uns das jedenfalls vor, nachdem wir gestern vom Aktionsbündnis per E-Mail über die geplante Aktion informiert wurden. Da wir der ganzen Geschichte mit eher gemischten Gefühlen gegenüberstehen und der Leserschaft Gelegenheit geben wollen, sich selbst ein Bild zu machen, geben wir hiermit unsere Antwort an das Antifaschistische Aktionsbündnis in Form eines offenen Briefes wieder. Vorab das Anschreiben des Aktionsbündnisses - das Briefgeheimnis gilt, unseres Wissens, nicht für anonyme Zuschriften:
Am 02.11.2009 um 16:56 schrieb Albert (aaviersen@india.com):
Hallo Dieter,als recht interessierter Leser deines Blogs, möchte ich dir das hier nicht vorenthalten. Würde meiner Meinung nach ganz gut in deinen Themenbereich passen (Jugend + Lokalpolitik) Vielleicht bist du schon auf den Blog des "Antifaschistischen Aktionsbündnisses Viersen" gestoßen? Link: http://aaviersen.blogsport.de/ Bitte nicht gleich Antifa mit Ausschreitung assoziieren. Gibt zwar leider genug Beispiele, aber die "Antifa Viersen" hat sich friedliches Handeln ganz oben auf die Liste gesetzt. Wie du wahrscheinlich weißt, findet morgen um 18 Uhr im Viersen Forum die erste öffentliche Sitzung mit Teilnahme Gunther Kretschmanns (NPD) statt.Link Das Antifaschistische Aktionsbündnis ruft dazu auf, diese zu besuchen, um Präsenz gegen Rechts zu zeigen (mit Bannern, Fahnen, usw.).Falls du Fotos haben möchtest, kann ich dir gerne morgen Abend welche zukommen lassen, allerdings mit zensierten Gesichtern. Man kennt ja die Vorgehensweisen des braunen Volkes.
Freundliche Grüße,Fuchs
Hier unsere nach ausgiebigem Querlesen der AAViersen-Website entstandene Antwort:
Hallo "Fuchs" ("Albert"?),
wenn Ihr, die Viersener Antifaschisten, meine Publikation verfolgt, sollte Euch klar sein, dass Ihr von meiner Seite nichts zu befürchten habt, was soll also die Geheimniskrämerei?
Grundsätzlich begrüße ich natürlich jegliche kreative Anstrengung, die dazu beiträgt, das Erstarken der dumpf-braunen Idioten in Viersen und anderswo zu verhindern. Ich kenne auch persönlich Menschen, die NPD-Wahlplakate in Viersen abmontiert haben. [Auch wenn die nicht wissen, dass ich es weiß... ;-) ] Diese Aktion hat, obwohl sie eindeutig rechtswidrig ist, meine grundsätzliche Sympathie.
Vielleicht habt Ihr auch verfolgt, dass die Affäre um das Brösels und die "Ausländerlisten", die immerhin zu Jörg Johanbökes FDP-Parteiaustritt führte, als erstes hier auf der Tien Anton Seite thematisiert wurde:
Die Geschichte habe ich seinerzeit, geringfügig überarbeitet, den Kollegen von der RP angeboten, die diese auch abdruckten und damit für die breite Öffentlichkeit sorgten, die zu einem mittleren kommunalpolitischen Erdbeben mit der oben erwähnten Konsequenz für Herrn J. führte.
Und da sind wir dann auch an dem Punkt, wo meine grundsätzliches Wohlwollen Euch gegenüber doch arg strapaziert wird: den auf Eurer Seite verzapften Schwachsinn von der "faschistoiden Mitte" bekomme ich einfach nicht über den Knorpel. Habt Ihr eigentlich mitbekommen, dass ich selber seit mehreren Jahren und mit zunehmendem Spaß für das "schwarzgefärbte" "Hetzmedium" Rheinische Post schreibe?
Die ist sicherlich im Zweifelsfalle nach wie vor das CDU-Kampfblatt, dass sie immer schon war, bietet aber heute, wo die politischen Blöcke früherer Jahrzehnte sich weitestgehend aufgelöst haben, durchaus auch Platz für unorthodoxe und politisch kritische, bisweilen sogar "linke" Ansichten.
Kurz gesagt finde ich, dass Ihr mit Eurem Engagement gegen rechts, bei aller aller guten Absicht, teilweise weit über das Ziel hinausschießt.
Auch vermisse ich auf der AAViersen-Website eine Stellungnahme zum Befremden, mit dem die Viersener Rock-Kultur-Werkstatt auf die Vereinnahmung durch Eure Gründungserklärung reagiert hat. Hier, zur Erinnerung noch mal der auf der RKW-Seite erschienene Text zum Thema:
" Da haben wir nicht schlecht gestaunt, als wir Mitte September die "Gründungserklärung" des "Antifaschistischen Aktionsbündnisses Viersen" erstmals erblickten...Die RKW als leuchtendes Beispiel für linke Kultur? Vorreiter im Kampf gegen das Kapital? Oder gar Bollwerk gegen die "schwarze kapitalistische Presse" und die etablierten Parteien...??? Ehrlich gesagt: Wir haben keine Ahnung davon, dass es so sein könnte, und soweit wir bisher feststellen konnten, haben sich die Musiker im Hause bisher nicht dazu hinreissen lassen, politisch aktiv zu werden...Dazu ist, mit Verlaub, die Kulturwerkstatt auch nicht gedacht.Wer es nicht glauben mag, dem sei die Lektüre der Satzung ans Herz gelegt. Da haben wir nicht reingeschrieben, daß wir uns als musikalisches Sammelbecken des antifaschistischen Widerstandes verstehen. Aber in unserem Nutzungsvertrag für die Kulturwerkstatt steht auch nicht, daß wir unpolitisch sein müssten...Im Gegenteil: Ausdrücklich ist hier festgehalten, daß die Kulturwerkstatt solchen Gruppierungen nicht offen steht, die gegen unsere demokratische Wertordnung verstossen. Daraus ergibt sich für uns in der Tat auch die Verpflichtung aktiv gegen solche Gruppen vorzugehen. Aber eins steht mal fest:Wir sind in keiner Weise informiert worden über das, was die Kollegen dieser Seite bezwecken und sicher auch nicht gefragt worden, ob wir, der Rock-Kultur-Werkstatt e.V., so zitiert werden wollen.Tendenziell wollen wir eher nicht.Genauso wie wir Nazis nicht mögen, mögen wir nicht ungefragt vor irgendwelche Karren gespannt werden.Ganz einfach. "
Lässt man diese gesammelten Belege für zwar gut gemeinten aber stellenweise peinlich schlecht gemachten politischen Aktivismus einmal gnädig beiseite, stellt sich immer noch die Frage, ob man mit Aktionen wie dem Ausbreiten von Transparenten im Viersener Stadtrat nicht dem NPD-Mann erst die Aufmerksamkeit verschafft, die der sich wünscht und anderweitig nie erhalten würde. Immerhin sind sich alle im Stadtrat vertretenen Parteien einig, den Typen, dem ich hier nicht mal die Ehre der Namensnennung erweisen möchte, schlicht und einfach zu ignorieren.
Die Entwicklung beispielsweise im Osten der Republik lässt jedenfalls hoffen, dass ignorieren ein gangbarer Weg ist. Dort hat bei allen Landtags- und Kommunalwahlen der letzten Monate die Rechte teils empfindliche Einbußen hinnehmen müssen, allein schon deshalb weil sich ein nicht geringer Teil ihrer beim letzten Mal in die Vertretungen gewählten Repräsentanten als komplett unfähige grenzdebile Lachnummern, Alkoholiker oder Kleinkriminelle erwiesen und vom Wähler dementsprechend abgestraft wurden.
Ach ja, apropos Lachnummer: herzhaft schmunzeln musste ich, als ich auf Eurer Seite las, wie stolz Ihr von politischen Sondierungsgesprächen in Brüggen mit ausgerechnet den Grünen berichtet. Wenn die kein Paradebeispiel für den Verrat an linken Idealen zugunsten purer Machterlangung sind, ja wer denn dann, bitteschön?
Als das niederrheinische Boulevard-Lokalmedium schlechthin werden wir natürlich, bei aller oben geäußerten Kritik, gerne die Fotos von Eurer Protestaktion bei der Ratssitzung hier veröffentlichen. Alles weitere stelle ich hiermit zur (öffentlichen) Diskussion.
Überraschung gelungen: Tappi kalt erwischt!Fotos: Max Behnen Thönne, Tappi und Mutter Christa Tappeßer
Er ahnte nichts von der Preisverleihung.
Gestern Abend ging im alten Viersener Rathaus ein von langer Hand geplanter Überraschungscoup über die Bühne. Im Sitzungssaal erwarteten Freunde, Familie und Lokalpolitiker auf den unter einem Vorwand herbei gekarrten Ranzig-Sänger und Festivalmacher. Der wurde mit der Verleihung der Viersener Stadtplakette in Bronze völlig überrumpelt. Aktion geglückt!
Nachfolgend noch der offizielle Pressetext der Stadt Viersen zur Verleihung der Ehrenmedaille. Zuvor aber, weltexklusiv hier bei Tien Anton, der Text der musikalischen Huldigung, die Tappis Ranzig-Bandkollegen an diesem denkwürdigen Abend vortrugen zum Ausdrucken und Nachsingen (zur Melodie von Herbert Grönemeiers "Bochum"):
Tief im Hamm drin, wo die Küche verstaubt Wohnte ne Type, is besser als man glaubt !
Tief im Hamm drin. Nicht im Rintgen.
Du bist keine Schönheit, auf Arbeit oft blau! Lebst für laute Mucke, bist 'ne ehrliche Haut; leider total verbaut, und die kurze Bux macht dich aus!
Ja du hast Eier und Speck. Da hört man laut was du machst. Bist einfach zu beneiden! Dein Kneipenfest gab ganz klar der Stadt den Rest, Dich heute zu hofier'n!
Dülken er kommt aus dir! Viersen jetzt wohnt'r hier! Ahh im Hamm drin. Tappi
Du machst uns zur Kreisstadt! Hier auf der KönigsaIIee Findet heute so'n Ivent statt. Tappi wird fett geehrt, hier Wo er hingehört! Wer kommt schon aus Süchteln-Vorst?
Dülken er kommt aus dir! Viersen jetzt wohnt'r hier! Ahh im Hamm drin. Tappi
Hast ein Gehör wie die Tauben! Und ständig heißt's Prost! Kannst dir jeden Scheiß erlauben. Hast im 4-viertel Takt jedesmal verkackt, du und dein Taktgefühl.
Dülken er kommt aus dir! Viersen jetzt wohnt'r hier!
Ahh Schluck auf!
Dülken er kommt aus dir! Viersen jetzt wohnt'r hier!
Tappi gerührt - links im Bild: Wim Roegels Pressetext der Stadt Viersen: Musiker und Motor zahlreicher Musik-Events in Viersen Christoph Tappeßer erhielt die Stadtplakette in Bronze
Viersen. Als Musiker (RANZIG) und (Mit-)Veranstalter zahlreicher namhafter Events hat sich Christoph „Tappi“ Tappeßer nicht nur in seiner Heimatstadt einen Namen gemacht. Jetzt würdigte der Rat der Stadt Viersen das vielfältige kulturelle Engagement von Christoph Tappeßer durch die Verleihung der Stadtplakette in Bronze. Bürgermeister Günter Thönnessen überreichte die Auszeichnung am Dienstag (27. Oktober) - sehr zur Überraschung des Geehrten, der unter einem Vorwand in den Sitzungssaal des Rathauses an der Bahnhofstraße gelockt worden war. Mitglieder der Rockgruppe RANZIG umrahmten die Veranstaltung musikalisch - ausnahmsweise mit ungewohnt leisen Tönen.
Christoph Tappeßer, geboren 1969 in Dülken, hat sich vehement für die Bereicherung der kulturellen Landschaft in Viersen einsetzt. Seit Jahren veranstaltet er gemeinsam mit Wim Roegels das Kneipenfestival „watt jeht“, das einmal im Jahr viele Musikfans nach Viersen lockt. Das Konzept dieser Veranstaltung ist zwischenzeitlich in vielen anderen Städten in Nordrhein-Westfalen kopiert worden. Längst hat er sich als Sänger der Rockband RANZIG über die Grenzen von Viersen hinaus einen Namen gemacht.
Er gehörte auch zu den Mitbegründern des Vereins „Rockkulturwerkstatt“ in Viersen. Als Mitinitiator und Mitorganisator hat er das Rockfestival „Eier mit Speck“ ins Leben gerufen, das in diesem Jahr zum vierten Mal am Hohen Busch in Viersen stattgefunden hat. Hier finden an drei Tagen bis zu 7.000 Zuschauer aus ganz Deutschland und sogar aus dem benachbarten Ausland ein anspruchsvolles Musikspektrum in einer familiären Atmosphäre. Als Festival ist „Eier mit Speck“ zu einer festen Größe geworden. „Davon hat auch die Stadt Viersen außerordentlich profitiert“, wie Bürgermeister Thönnessen in seiner Ansprache hervorhob.
Darüber hinaus arbeitet Christoph Tappeßer ehrenamtlich bei „Young Life“, dem Jugendprojekt der Stadt Viersen mit. Er war der Ideengeber der ersten Stunde für „Young Talents“, den Band Contest, der in diesem Jahr bereits zum dritten Mal stattgefunden hat. „Tappi“ gehört zum Vorbereitungsteam und ist durch seine langjährige Erfahrung als Bandmitglied ein unverzichtbarer Ratgeber. Außerdem gehört er von Beginn an zur Jury des Band Contests.
„Ich lese komische Gedichte – und Christian Maintz erklärt den Leuten, warum sie gelacht haben." - So lautet die Erklärung von Verlegerssohn, Übersetzer, Gelegenheitsschauspieler (Penner Harry in der "Lindenstraße") und Rezitator Harry Rowohlt zu dem, was die Besucher heute Abend um 20 Uhr in der Viersener Festhalle erwartet.
Der vielleicht beste Vorleser des Landes: Whiskey-Liebhaber Harry Rowohlt
Unseres Wissens sind noch einige wenige Restkarten erhältlich:
Vorverkauf (14,- Euro): Stadt-Spiegel, Rathausgasse 3, Viersen (Tel. 02162/266366) Dülkener Büchereck, Moselstraße 8, Dülken (Tel. 02162/55232) Buchhandlung Pütz, Tönisvorster Straße 1, Süchteln (Tel. 02162/979032) Kulturabteilung der Stadt Viersen, Heimbachstraße 12, Viersen (Tel. 02162/101466 oder 101468)
Über ein historisches Viersen-Funstück der besonderen Art in leider nur bescheidener Bildqualität stolperten wir jetzt bei YouTube. David Thomas, Frontmann der legendären US-amerikanischen Art-Rock-Band Pere Ubu performt im März 1984 in typisch skurriler Weise einen Solo-Auftritt auf bekanntem und auch heute, nach 25 Jahren und teils massiven baulichen Veränderungen, noch erkennbarem, charakteristischem Viersener Terrain.
Führt uns zurück in das Viersen der 80er-Jahre: David Thomas
Thomas' "Pedestrian Walk" beginnt als Mischung aus Pantomime und Stadtrundgang, bevor es schließlich auf die mobile "Rockpalast"-Bühne geht, vor der sich schon die einschlägigen Langhaarigen der Stadt in froher Erwartung versammelt haben. Hier kommt, im Zuge der WDR-Live-Konzert-Serie Musik Convoy auch der damals ungemein beliebte, weil stets authentische und charmante, dabei immer leicht "verstrahlt" wirkende Moderator Alan Bangs zu einem kurzen Einsatz.
Man beachte bei Minute 0:55 das "Marktbüdchen" rechts im Bild. So was kommt nie wieder! Und nein, obwohl ich damals nur ca. 200m Luftlinie von der Bühne entfernt wohnte, war ich, aus mir nicht mehr erinnerlichen Gründen, seinerzeit nicht vor Ort...
Unter obigem Betreff sandte uns jetzt Hubert-Vootz-Haus-Leiter Otto Strutz dieses Foto:
Es zeigt das Ergebnis der HVH-Aktivitäten zum Projekt "Nichtwählen stärkt die Falschen" im Rahmen des von der NRW-Landesregierung initiierten "Paktes mit der Jugend". "Arbeiterführer" Rüttgers wird sich sicher freuen über so viel antifaschistisches Sprayer-Engagement.
All zu viel Gehör fand allerdings weder dieser gesprayte Hinweis, noch zahlreiche andere derartige Bemühungen, wie wir nach den vergangenen Wahlen wissen. Niedrige Wahlbeteiligung hat wohl auch ihren Teil beigetragen zu den jüngsten politischen Entwicklungen in Viersen, die die Viersener heute RP unter der Überschrift "Jamaika für Viersen" thematisiert. Wie es scheint, haben nach den Hamburger und ganz aktuell den saarländischen nun auch die Viersener Grünen den historischen Ballast aus seeligen Protestpartei-Zeiten endgültig über Bord geworfen und paktieren ganz pragmatisch mit dem einstigen Klassenfeind von der CDU. Toll.
Was hinter vorgehaltener Hand schon ein Weilchen gemunkelt wurde ist nun Gewissheit: Das Viersener Kneipenfestival "Watt Jeht?" wird vom ursprünglich geplanten November-Termin auf nächstes Frühjahr verschoben. Hauptgrund hierfür sind die Terminschwierigkeiten einiger Bands, die die Veranstalter auf jeden Fall dabei haben wollen. Nach allem was man hört, steckt Tappi und C0. aber wohl auch die in diesem Jahr nochmals aufwändigere Organisation des letzten Eier mit Speck Festivals in den Knochen.
Neuer Termin fürs Watt Jeht: Samstag, 13. März 2010
Wer verfolgt hat, was die Jungs und Mädels in den letzten Jahren in und für Viersen auf die Beine gestellt haben, wird wohl allen Beteiligten diese verdiente Verschnaufpause gönnen. Wir hier bei Tien Anton finden es zwar ein bisschen schade, dass es mit dem November-Termin nichts wird, freuen uns aber auf jeden Fall jetzt schon wie Hulle auf den 13. März 2010, an dem das nächste Watt Jeht Kneipenfestival stattfinden wird.
Sommer-Nachschlag und Jazz-NächteEine kleine Wochenend-Nachlese
Den Marienkäfern gefiel der Sommer-Nachschlag des vergangenen Wochenendes anscheinend ebenso gut wie uns Menschen. Zumindest brachte die Rückkehr der warmen Temperaturen dieses getupfte Pärchen in unserem Blumenbeet sichtlich in Wallung:
Ein wenig mehr von der da oben demonstrierten Leidenschaft hätte man sich auch manchmal beim diesjährigen Viersener Jazz-Festival gewünscht. Dort war es zwar voll wie lange nicht mehr, trotzdem dominierte bei den meisten Besuchern das Motto "Sehen und gesehen werden". Jedenfalls war die Lehrer-, Architekten- und Rechtsanwalts-Dichte wie üblich recht hoch. Dafür musste man die unter dreißigjährigen mit der Lupe suchen.
Kein Wunder angesichts einer Programmgestaltung, die sich auch in diesem Jahr wieder meist zielsicher zwischen eher langweiligem Mainstream (Till Brönner) und gut abgehangener akademisch gediegener Kost (Oregon) bewegte. Grenzüberschreitungen fanden, wie üblich, wenn überhaupt, dann nur in zaghafter Form statt (Efrat Alony, Alexandra Naumann). Meist setzte man auch bei der Nachwuchs-Präsentation auf stilistisch bewährtes, so waren beispielsweise die Brüder Wasserfuhr zwar brillant, aber eben auch Vertreter eines Contemporary Jazz der letztlich doch eher epigonenhaften Art.
Dass ich den abgespaltenen "Jugendtag" am Sonntag für eine Fehlentwicklung halte, mir die Einbeziehung "jugendbezogener" Programmpunkte über das gesamte Festival verteilt wünschen würde habe ich an dieser Stelle schon im letzten Jahr ausgeführt. Ach ja: und bitte, bitte besorgt fürs nächste Mal einen Caterer, der nicht die halbe Festhalle mit beinahe unerträglichem Bockwürstchen-Aroma verpestet!
Tagestipp: Viersener Bandnachwuchs auf dem Sparkassenvorplatz
Vor ein paar Wochen schon bekam ich eine Mail von meinem derzeitigen Lieblings-Bassisten Yannick van Kessel, in der er mich auf den heutigen Auftritt seiner Band NOTYET! im Rahmen des von der Viersener Schüler Union veranstalteten "Schrock"-Events auf dem Viersener Sparkassenvorplatz hinwies. Seinerzeit antwortete ich, halb im Scherz, dass sich zu "meiner Zeit" eine Band, die etwas auf sich hält, niemals nicht für eine verkappte CDU-Wahlkampfveranstaltung hergegeben hätte, und ich mal schauen wolle, wie man die Veranstaltung bewerben könne, ohne gleichzeitig zur Wahl der CDU aufzurufen.
Dass "Schrock" in unserer "Was geht...?"-Rubrik am Donnerstag dann überhaupt nicht auftauchte, hatte allerdings keinen politischen Hintergrund, sondern ist schlicht meiner Schusseligkeit zuzuschreiben. Deshalb hier als Tagestipp für heute: Viersener Nachwuchsbands umsonst und draußen ab 19 Uhr vor der Sparkasse. Was den politischen Aspekt der Veranstaltung angeht: Das wollen wir jetzt einfach mal nicht so eng sehen, schließlich könnte man den Viersener Band Contest "Young Talents" oder das EmS-Festival bei näherer Betrachtung durchaus als Pro-Thönne-Werbeveranstaltung ansehen. Womit also die Parität wieder hergestellt wäre.
Nur noch gut eine Woche bis zu den Kommunalwahlen. Da wird es auch hier beim Dülkener Webmagazin langsam Zeit für ein paar Erläuterungen zum Thema, schließlich besteht das Leben auch für die feierfreudige Tien-Anton-Leserschaft nicht ausschließlich aus Parties, Konzerten und Rockfestivals. Im Alltag werden wir alle täglich mit Dingen konfrontiert, die in den Verantwortungsbereich der lokalen Politik fallen, deren Lauf wir also durch unsere Stimmabgabe bei den anstehenden Kommunalwahlen möglicherweise beeinflussen können.
Die angekündigte Kandidatenbefragung zur Bürgermeisterwahl ist soeben per E-Mail rausgegangen, und wir sind gespannt auf die Reaktionen. Angeschrieben haben wir übrigens nur die fünf Bürgermeisterkandidaten von SPD, CDU, FDP, FürVie und den Grünen. Die Linke, die Bürgervereinigung BSB/FW und die NPD haben keine eigenen Bürgermeisterkandidaten aufgestellt. Letztgenannte werden wir im übrigen ab jetzt hier nicht mehr erwähnen, in der Hoffnung, dass der rechte Spuk an Viersen vorbeigehen wird.
Insgesamt werden dem Viersener Wähler am Wahltag vier Stimmzettel in die Hand gedrückt:
einer für die Bürgermeisterwahl
der zweite für die Wahl des Rats der Stadt Viersen
der dritte für die Wahl der Kreistagsabgeordneten
der vierte ist für die Wahl von Landrat oder Landrätin
Theoretisch ist also auch ein Wahlergebnis denkbar, das einen Bürgermeister/eine Bürgermeisterin der Partei X mit einer Stadtrats-Mehrheit der Partei Y konfrontiert, was speziell im Fall Viersen nicht einmal gänzlich unmöglich scheint. Wie sinnvoll es in der Praxis wäre, den obersten Verwaltungschef gegen eine Stadtrats-Mehrheit agieren zu lassen, müsste sich dann erst herausstellen. Wohl auch aus diesem Grunde ist diese die letzte Kommunalwahl in NRW, bei der die Wahl von Stadt-/Gemeinderäten und Bürgermeistern getrennt durchgeführt wird.
Typisch: wochenlang ist praktisch überhaupt nichts los - als dann zum Ferienend-Wochenende daheim so richtig der Mob tobt, geruht der Herr Provinzreporter zum Ultrakurzurlaub in die Eifel zu fahren, um dort mit Partnerin und deren reizenden Nichte und Neffe die Tage im Freibad und auf dem Campingplatz zu vertrödeln. Wieder zu Hause angekommen war dann gestern wieder nichts mit Website-Bekümmerung, dieweil ein eiliger Grafik-Notfall verarztet werden musste.
Naja, denkt sich da der pflichtschuldige Lokalschreiberling, jetzt am Dienstag erwartet eh niemand mehr Berichte zu Highland-Games, X3-Contest, Halden-Pop oder der ViersenerBahnhofseröffnungs-Ü40-Party (die ja spektakulär gut besucht gewesen sein soll, wie man hört). Richten wir also den Blick nach vorne und fangen langsam an, uns gedanklich mit der bevorstehenden Kommunalwahl zu beschäftigen, die ja, im Gegensatz zum Bundes-Voting, für uns bei TienAnton durchaus berichterstatterische Relevanz besitzt.
Am liebsten würde ich ja gemeinsam mit dem guten Ralf den Kandidaten mit der Videokamera auf den Pelz rücken, um ihnen auf der Wahlkampf-Zielgeraden noch schnell ein paar aussagekräftige Statements zu entlocken. Das dürfte jedoch Videoschnitt-technisch mit zu viel Aufwand verbunden sein. Daher werde ich in den nächsten Tagen versuchen, Grüne, FürVie, SPD, FDP, CDU und die Linken per Telefon und E-Mail zur Beantwortung eines kleinen Fragenkatalogs zu nötigen. Stay tuned!
Gleich zwei Nachrichten zum Thema Viersener Bahnhof erreichten uns dieser Tage. Einmal lädt da PR-Mann Wilfried Marek zur offiziellen Bahnhofseröffnung nach dem Abschluss der Renovierungsarbeiten ein:
Herzliche Einladung
in die einzige Feier-Location
mit eigenem Bahnanschluss!
Am 15.+16.August wird der Bahnhof Viersen offiziell eröffnet.
Am Samstagabend gibt es ein Fest für die Generation, die bisher mit der Bahn in die Nachbarstädte gefahren ist um einen schönen Abend zu erleben. Musik der Ü40-Generation wird live geboten von RICCARDO DOPPIO, den meisten bekannt, und GRAY HARVEY, Musikdirektor auf "Mein Schiff". Beginn ist 20.00 Uhr, der Eintritt ist frei.
Neben einer gefüllten Cocktail-Bar und Getränkestationen erwartet Sie ein frischer Imbiss — und die größte Tanzfläche der Innenstadt.
Am Sonntag gibt es ein Fest für die ganze Familie mit Kinder-Eisenbahn, Hüpfburg, Musik und reichem Angebot an Speisen und Getränken.
Falls Sie den Bahnhof noch nicht gesehen haben: hier gibt es ein Video: www.bahnhof-viersen.de
An besagtes Video mussten wir auch denken als uns heute dieser Leserkommentar zu einem älteren Beitrag erreichte. Deckt sich doch die darin bemäkelte leichte Tendenz zum kitschigen weitgehend mit unserer in diesem Bericht geäußerten milden Kritik am erwähnten PR-Video:
Hallo Tien Anton,
der Bahnhof Viersen ist ja mittlerweile fast fertig, vieles ist besser geworden, aber bei der Auswahl der grauen Bodenkacheln und, besonders schlimm, der beiden pseudo-griechischen Statuen schreit es einem förmlich entgegegn: Hier ist die Provinz. Dazu noch die komische bläuliche Beleuchtung! Sollen sich die Hunderten von Viersener Junkies hier keinen Schuss setzen?
Wirkt auf mich so, als habe irgend ein Lokaler "Fürst" der Welt mal so richtig zeigen wollen, was VIE zu bieten hat. Erreicht worden ist natürlich das Gegenteil. Habe schon viel Berufspendler gesehen, denen die Statuen ein Schmunzeln entlockt haben...
Schau es dir doch mal an ! :)
Der Anregung, uns vor Ort ein Bild zu machen, werden wir bei Gelegenheit nachkommen. Bis dahin würde es uns sehr interessieren, was unsere Leser denn so vom neuen Viersener "Eingangstor" halten - kolossale Kitsch-Katastrophe oder der ganz große Wurf?
...das doch war! Nach dem Samstagabend-Termin nur noch abgehangen, gegrillt und den Rotkehlchen beim Nachwuchs füttern zugeguckt. Dementsprechend auch nichts zum Bandcontest-Finale geschrieben, obwohl es da eigentlich noch einiges zu berichten gäbe. Vom Eklat um das Nichterscheinen des Twelveinchninja-Gastschlagzeugers Marius L., der seine Musikerkollegen damit übelst hängen lies beispielsweise.
Auch wenn am Ende nur Platz 4 heraussprang - Twelveinchninja
überzeugten auch ohne Schlagzeuger. (Foto: Andreas Döring)
Oder von den verständlicherweise etwas enttäuschten Toastbrot, die es als Zweite wahrscheinlich nicht ganz so prickelnd fanden, dass die drittplatzierten Crossover-HipHopper von Acoustic Rocks vom EmS-Mitorganisator Tappi zwar völlig verdient aber doch strategisch etwas ungeschickt zum Festival im kommenden Jahr eingeladen wurde. Liebe Toastbrote, nehmt es nicht so schwer und Euch ein Beispiel an den diesjährigen Gewinnern Eleonore, die bis zu ihrem Triumph immerhin volle drei Jahre kontinuierlicher musikalischer Steigerung gebraucht haben.
Finaler Meinungsaustausch: Tappi und Tien im Gespräch (Foto: René Kaiser)
Hatten Spaß satt: gut gelaunte Gäste beim Bandcontest
Hier abschließend das Video des Gewinner-Auftritts von Eleonore, aufgenommen von Tontechniker Max:
Bongartzmühle und Clörather Mühle laden zur BesichtigungDeutscher Mühlentag am Pfingstmontag
Im heutigen Viersener Gebiet gab es an der Niers und ihren Nebengewässern eine ganze Reihe von Wassermühlen. Einige sind bis heute erhalten, darunter die Bongartzmühle im Viersener Stadtteil Hamm und die Clörather Mühle im Naturschutzgebiet der Niersauen. Beide Mühlen öffnen am Pfingstmontag, den 1. Juni 2009, anlässlich des 16. Deutschen Mühlentags von 11 bis 18 Uhr ihre Pforten. Interessierte Besucher lernen bei Führungen die alte Mühlentechnik und die wechselvolle Geschichte der denkmalgeschützten Gebäude kennen. Im Hof oder - bei schlechtem Wetter - in der Scheune werden Imbiss und Getränke angeboten.
Die Bongartzmühle in Viersen von der Rückseite
(Foto: Förderverein der Bongartzmühle Viersen e.V.)
Die Bongartzmühle an der Bachstraße, 1246 erstmals erwähnt, wird vom Hammer Bach angetrieben. Mühlrad und Mahlwerk sind funktionsfähig und werden im Betrieb vorgeführt. Im angegliederten Mühlenmuseum können verschiedene Schrot- und Wannmühlen bestaunt werden.
Die Clörather Mühle ist Bestandteil einer niederrheinischen Hofanlage und gehörte zum zerstörten Haus Clörath, einer 1230 erstmals erwähnten Grenzfeste an der Niers. Seit der Begradigung der Niers in den 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts ist die Mühle ohne Wasser, das Mahlwerk ist aber zum überwiegenden Teil erhalten.
Gestern noch mit uns selber hadernd wegen vermeintlich zu vielen reinen Musik-Beiträgen auf der Seite drehen wir heute den Spieß einfach rum und sagen: jetzt erst recht! Hiermit erklären wir die laufende Woche zur Tien Anton Musikwoche und bringen bis zum kommenden Wochenende, das wir bekanntlich ebenfalls musikalisch zelebrieren werden, ausschließlich musikalische Themen auf die Startseite des lokalen Webmagazins Eures Vertrauens.
Die heutige musikalische Inspiration verschaffte uns ein Blick auf die Homepage unserer Freunde vom Viersener Eier mit Speck Festival (24.-26-07). Aus irgendwelchen Gründen hatten wir uns auf unseren täglichen Streifzügen durchs Web schon länger nicht mehr dort hin verlaufen. Um so größer die Freude, als wir bei einem Blick aufs Line-Up feststellten, dass die Herrschaften Jinkertz, König und Tappesser auch in diesem Jahr wieder ein Wahnsinns-Programm auf die Bühnenbretter am Hohen Busch bringen werden.
Wir wollen hier gar nicht groß in die Details gehen, die kann jeder hinter den oben gesetzten Links selbst nachlesen. Stattdessen lassen wir eine lieb gewonnene Tradition aus dem letzten Jahr wieder aufleben und stellen ab heute jede Woche einen Festival-Act im Video vor. Anfangen wollen wir ganz am Ende des Festival-Programms. Die in den Vorjahren mit den umjubelten Auftritten von Waltari und Clawfinger eingeschlagene Marschrichtung, einen absoluten Top-Act aus dem Crossover-Genre zu verpflichten, findet in diesem Jahr ihre sensationelle Fortsetzung im krönenden Festival-Finale mit den amerikanischen Crossover-Heroen Dog Eat Dog.
Eine der Crossover-Hymnen überhaupt: Dog Eat Dog mit "No Fronts"
Nachtrag: leider können wir unseren Tien-Anton-"Altherren"-Tip nicht im Festivalprogramm entdecken, besteht da noch Hoffnung oder passte es gar nicht, liebe Hertzblutler?
Auch auf die Gefahr hin, dass Tien Anton vorübergehend zum reinen Musikportal mutiert, wollen wir doch auf das folgende Konzert am nächsten Samstag gesondert hinweisen: während TA-Schreiberling Dieter Mai sich in der RKW als Young-Talents-Jurymitglied der Rock-Nachwuchsförderung widmet und einen Tag nach unserem Club-Konzert mit den blutjungen Indie-Helden von Beat!Beat!Beat! gibt es im Saal Birgit eine außergewöhnliche Begegnung mit dem größten Rock- und Blues-Gitarristen der ehemaligen DDR.
Seit 40 Jahren steht der Gitarrist Jürgen Kerth nun auf der Bühne. Sein Stil ist irgendwo am Schnittpunkt zwischen Santana, Johnny Winter, B.B. King, Hendrix u.a. angesiedelt. Deswegen relativiert Kerth auch den gern gebrauchten Titel 'Ostdeutscher Blueskönig': "Meine Musik soll genauso den Swing, Soul und Funk, Reggae und vieles anderes mehr beinhalten".
Jürgen Kehrt mit B.B. King
Er war in DDR-Zeiten mehrmals zum "Nr.1-Gitarristen " gewählt worden. Seit 10 Jahren tritt er auch in Amerika auf, wo er schon zahlreiche Konzerte gab. Begeisterten und verblüfften Amis erklärte er es so: "Wenn du als Musiker an einem Ort festgehalten wurdest und nicht in die Welt konntest, mußtest du dich zu all deinen Vorbildern und legendären Konzerten, wie nach Woodstock oder ins "Filmore East" hinträumen. Du wolltest dieses Feeling in deine Welt holen."
Die über Jahrzehnte gleichbleibende Popularität von Jürgen Kerth ist wahrscheinlich mit darauf zurückzuführen, dass ihm dies nicht nur für sich gelang, sondern für viele Fans, die ähnlich fühlen wie er. Sie sprechen immer wieder von dem "unverwechselbaren eigenen Kerth-Stil". Durch seine vielen Kompositionen und Texte und dadurch, dass er sich ständig musikalisch weiterentwickelt, ist er mit zu einem der wichtigsten Musiker in diesen Landen geworden. Seit seinem 16. Lebensjahr spielt sein Sohn, Stefan Kerth als Bassist mit. Mit Stefan und Alexander Bätzel (dr) stehen ihm zwei exzellente Musiker zur Seite.
Jürgen Kehrt - Live im Saal Birgit, Pfarrstraße 6, Viersen-Bockert, Sa., 25. April 2009, 20 Uhr, VVK 14 € + Gebühr, AK 16 €
"Young Talents 2009"Viersener Bandcontest startet in die nächste Runde
Viersen. Ab dem 18. April gibt es beim Bandcontest "Young Talents 2009" wieder etwas auf die Ohren. Im Rahmen von "Young Life", dem von Bürgermeister Günter Thönnessen initiierten Jugendprojekt der Stadt Viersen, präsentieren sich in drei Vorrunden zwölf Nachwuchsbands aus der Stadt und dem Kreis Viersen. Schon in den beiden vergangenen Jahren überzeugten die teilnehmenden Bands mit ihrer Musik und begeisterten das Publikum.
Die Finalisten 2008 (v.l.o.n.r.u.): Center Myself, Beat!Beat!Beat!, Toastbrot und Eleonore
Dieses Mal gab es 20 Anmeldungen, die Teilnehmer sind zwischen 16 und 25 Jahre alt. Bereits in der ersten Vorrunde gibt es eine bunte Musikmischung zu hören: Das Angebot reicht von Rock über Punk, Pop und Metal. Das Hubert-Vootz-Haus übernimmt das Catering und die Bewirtung in der Rock-Kultur-Werkstatt an der Gerberstraße. Einlass bei den Vorrunden am18. und 25. April und am 9. Mai ist um 19.00 Uhr, Beginn um 19.30 Uhr. Die Reihenfolge der Auftritte wird jeweils ausgelost.
Die vierköpfige Jury der ersten Vorrunde besteht jeweils aus einem Vertreter aus den Bereichen Musik, Veranstaltungsmanagement, Presse und Stadt Viersen. Auch das Publikum hat eine Stimme. Bewertet werden Komposition/Arrangement, Zusammenspiel, Gesang, Instrumentelles Können, Live Performance (Bühnenshow), Originalität und Publikumskontakt. Die Jury gibt die Platzierungen noch am Abend bekannt. Die Endrunde findet am 30. Mai im Süchtelner Josefshaus statt. Die siegreiche Band tritt beim großen "Eier mit Speck"-Festival? am letzten Juliwochenende am Hohen Busch auf.
Die Vorrunden sind jeweils samstags am 18. April ("Opinion", "Eleonore", "Flying Soul", "Ebony Black Eyes"), 25. April ("Toastbrot", "The Credits", "Breakdowns At Tiffanys", "All About") und 9. Mai ("Accoustic Rocks", Violet", "In Reality", "Twelveinchninja") in der Rock-Kultur-Werkstatt Viersen, Gerberstraße 25. Dort haben in diesem Jahr auch wieder die unter 16-jährigen Zutritt. Der Preis für eine Einzelkarte beträgt 4,- Euro. Eine Kombikarte für alle Vorrunden kostet 8,- Euro.
Nähere Informationen gibt es im Internet unter www.younglife-viersen.de und bei Birgit Zerres vom Bürgerbüro der Stadt Viersen (Tel.: 02162/101218).
In diesem Beitrag ist WDR-Reporter Dave Hänsel mit seiner mobilen Küche auf dem Marktplatz in Rheydt zu sehen. Am Mittwoch dieser Woche (18. März) kommt der ehemalige 1-Live-Moderator in aller Frühe ab etwa 8.00 Uhr zum Viersener Wochenmarkt auf den Hermann-Hülser-Platz, kauft ein, unterhält sich mit Händlern und Besuchern und kocht dabei. Der Beitrag wird voraussichtlich in der Sendung „Lokalzeit aus Düsseldorf“ am kommenden Freitag (20. März, ab 19.30 Uhr) ausgestrahlt.
Viersen zum 20. Mal Zentrum der Billard-WeltDreibandspezialisten ermitteln ihren Mannschaftsweltmeister
Viersen. Die Viersener Festhalle ist ab Donnerstag (5. März) wieder für vier Tage das Zentrum der Billard-Welt. Die besten Dreibandspezialisten aus 18 Ländern ermitteln ihren Mannschaftsweltmeister, das Endspiel findet am Sonntag (8. März) ab 14.00 Uhr statt. In diesem Jahr gibt es ein besonderes Jubiläum zu feiern: zum 20. Mal nämlich wird der Team-Weltmeister im Dreiband-Billard in der Festhalle gekürt. Aus diesem Anlass warten auf die Besucher einige besondere Attraktionen und Überraschungen.
Titelverteidiger ist die Mannschaft Schwedens (Torbjörn Blomdahl und Michael Nilsson), die mit acht Titelgewinnen (1987, 1991, 2000, 2001, 2005, 2006, 2007, 2008) zudem Rekordweltmeister ist. Die deutschen Farben werden durch Martin Horn und Christian Rudolph vertreten. Deutschland wurde in der Festhalle bisher viermal Weltmeister (1993, 1994, 1997 und 2002).
Die Eröffnungsfeier beginnt am Donnerstag in neuem Rahmen um 11.00 Uhr. Nach der Begrüßung durch Dietmar Greger, Präsident der Deutschen Billard-Union, Viersens Bürgermeister Günter Thönnessen als Schirmherr der Veranstaltung und Wolfgang Rittmann, Vizepräsident des Billard-Weltverbandes UMB, wird UMB-Präsident Jean-Claude Dupont (Belgien) die Weltmeisterschaft offiziell eröffnen. Musikalisch umrahmt wird der WM-Auftakt diesmal durch das Percussion-Ensemble der Kreismusikschule Viersen unter Leitung von Ralf Holtschneider.
Während der Weltmeisterschaft dürfen sich Billard-Interessierte ein besonderes Highlight freuen: Im Kleinen Saal der Festhalle sind zwei zusätzliche Turniertische aufgebaut. Hier können Billard-Fans ihr Können testen. Thomas Ahrens, dreimaliger Europa- und zweimaliger Vizeweltmeister in der Billard-Artistik, zeigt sein Können und gibt kostenlosen Billard-Unterricht.
Eintrittskarten für die Billard-Weltmeisterschaft in Viersen (Donnerstag 14,- Euro, Freitag 18,- Euro, Samstag und Sonntag je 20,- Euro, Dauerkarten 45,- Euro) gibt es an der Tageskasse der Festhalle, beim EXTRA-Tipp (Portiunkulaweg 2) und beim STADT-SPIEGEL (Ratshausgasse 3) in Viersen. Kinder bis 14 Jahre, Schüler, Studenten, Arbeitslose und Schwerbehinderte bekommen alle Karten gegen Vorlage eines entsprechenden Ausweises zum halben Preis. Anlässlich des 20-jährigen Jubiläums erhalten Viersener Bürgerinnen und Bürger einen Nachlass von 20 Prozent auf die Ticketpreise. Am Eröffnungstag (5. März), dem "Tag der Jugend", haben Jugendliche bis 18 Jahre freien Eintritt.
Viersens Grüne und die "Heiße-Mädchen-Nacht"Presseerklärung zur Viersener Disco Joy55 abgegeben
Für Viersens Grüne gehört die Tien Anton Website bisher anscheinend (noch) nicht zur täglichen Pflichtlektüre, sonst wäre Frau in Person der Grünen-Fraktionsvorsitzenden Martina Maaßen wohl schon eher auf das seltsame Frauenbild der Joy55-Betreiber aufmerksam geworden.
Jedenfalls haben die Viersener Grünen nun sogar eine Presseerklärung zum Thema herausgegeben, nachdem Disco-Betreiber Guido Frings auf eine E-Mail-Anfrage zum Thema nicht reagierte. Zwar haben wir das Thema hier schon ausgiebig diskutiert, wollen aber unseren Lesern die grüne Sichtweise der Dinge nicht vorenthalten:
Viersens neue Diskothek mit zweifelhafter Aktion
Viersen hat nun endlich wieder eine Diskothek. Dies ist sehr zu begrüßen, den Betreibern für ihr Engagement zu danken und viel Erfolg zu wünschen. Getrübt wird aus Sicht der Viersener Grünen jedoch der gute Start mit einer geplanten zweifelhaften Aktion am Wochenende, der Hot Girl Night. Mittels einer Prämie von 10 Euro sollen Frauen dazu animiert werden im Minirock oder Hot Pants die Disco zu besuchen und somit zum Gelingen der angekündigten Hot Girl Night beizutragen.
„Diese Reduzierung von Frauen auf ihre Körperlichkeit halte ich für nicht tragbar“, meint Fraktionschefin Martina Maaßen und ergänzt: „Dies hat nichts mit Prüderie oder Spießigkeit zu tun. Es geht hier darum, gerade jungen Frauen bewusst einen finanziellen Anreiz zu bieten sich „aufreizender“ zu kleiden damit diese Teil einer „Heißen-Mädchen-Nacht“ werden.“
Insbesondere im Lichte des Anfang März stattfindenden Internationalen Frauentages ist diese Aktion sehr kritisch zu sehen. Das Viersener Frauenforum bemüht sich seit vielen Jahren an diesem Tag mit Veranstaltungen Frauen zu stärken, Frauensichten in die Gesellschaft zu tragen und aufmerksam zu machen auf geschlechtergerechte gesellschaftliche Teilhabe, Sexismus und Zwangsprostitution. „Die Aktion der Diskothek Joy 55 steht diesem Bemühen konträr entgegen“, so Martina Maaßen.
Auch wenn es hier bei Tien Anton weder Sascha- noch Max-Mutzke-Fans gibt und WDR 2 zu den Sendern gehört, die auf unserem Redaktions-WC-Radio so gut wie nie eingestellt werden, wollen wir doch, als gute Lokalpatrioten, auf die letzte Möglichkeit hinweisen, im Rahmen der Aktion WDR 2 für eine Stadt seine Stimme für Viersen in die Waagschale zu werfen.
Spannt er seinen Schirm demnächst in Viersen auf? Pop-Barde Sascha
Abgestimmt werden kann per Internet nur noch heute und zwar hier (Mehrfachabstimmung möglich). Zur finalen Mobilisierung der Viersener Bürger schickt der WDR eigens einen Ü-Wagen zum Dülkener Schöppenmarkt, von dort aus wird zwischen 13 und 14 Uhr live übertragen.
In Dülken und Viersen begannen die Karnevalstage rockig, wir waren an beiden Schauplätzen mit der Digicam unterwegs, hier einige Impressionen als Diaschau:
Nachtrag:
Nicht wirklich alkoholfrei: jugendliche Selbstversorger auf dem Alten Markt
Die groß angekündigte "Feiern ohne Alkohol"-Aktion am alten Markt war übrigens auch in diesem Jahr wieder der erwartete Komplett-Reinfall. Die Beobachtungen von Boes Töchterlein, die dieser im Kommentar zu unserem Beitrag "Der Countdown läuft..." schildert, decken sich jedenfalls mit unseren: Sangriaflaschen schwenkende Jugendliche unter "Es geht auch ohne..."-Plakaten konterkarierten da ziemlich massiv die Präventions-Ambitionen von Stadt und Jugendbehörde. Vor diesem Hintergrund wirkt der Schlussabsatz im hier zitierten Polizeiberichts schon fast tröstlich, schließlich erbrachte wenigstens der dort beschriebene Delinquent den schlagkräftigen Beleg für den Wahrheitsgehalt des Alkoholfrei-Mottos: es geht auch ohne!
Während sich die einen bestens amüsierten gab es an beiden gestern von uns besuchten Schauplätzen auch in diesem Jahr die scheinbar unvermeidlichen Idioten, deren einzige Möglichkeit zur Selbstbestätigung im Ausleben blanker Gewalt besteht.
Die Altweiber-Bilanz der Viersener Polizei fällt jedenfalls eher ernüchternd aus, wie einige Auszüge aus dem aktuellen Polizeibericht belegen: Der Schwerpunkt der Einsätze lag erwartungsgemäß in Viersen und Dülken. Entsprechend hatte sich die Polizei mit zusätzlichen etwa 20 Beamten auf das höhere Einsatzaufkommen eingestellt. Die eingesetzten Beamten stellten ein allgemein höheres Aggressionspotenzial fest. Offensichtlich war die Gewaltbereitschaft nicht nur durch Alkoholkonsum bedingt höher als im vorigen Jahr. Zu massiven Auseinandersetzungen mit alkoholisierten Personen kam es gegen 19:30 Uhr an der Börsenstraße in Dülken. Aus einer Gruppe heraus wurde ein Scheibenwischer eines Streifenwagens abgerissen. Als ein Beamter nach kurzer Verfolgung den mutmaßlichen Täter, einen 25-jährigen Mönchengladbacher, stellen konnte und zum Streifenwagen zurückführen wollte, wurde der Polizist durch Tritte und Schläge von der 20-jährigen Schwester des Verdächtigen angegriffen, die dadurch die vorläufige Festnahme verhindern wollte. Dem 25-Jährigen gelang es vor seiner Ingewahrsamnahme, eine Reizgasflasche zu zücken und die Beamten damit zu attackieren. Auch in dem Gefangenentransportwagen schlug, trat und spuckte die junge Frau um sich. Später auf der Wache Viersen setzten sich die verbalen Beleidigungen und Bedrohungen fort, so dass sie die Nacht im Gewahrsam verbringen mussten. Auf dem Sparkassenvorplatz in Viersen kam es gegen 19:30 Uhr zu einer Schlägerei, bei der eine Gruppe von sechs jungen Männern auf drei andere Männer losgingen und diese zusammenschlugen. Nachdem es zunächst verbale Provokationen gegeben hatte zog sich eine Gruppe von drei jungen Männer zurück, um einer weiteren Auseinandersetzung aus dem Weg zu gehen. Die anderen streitsüchtigen Personen folgten ihnen aber und schlugen und traten schließlich grundlos auf das Trio ein. Die Aggressoren flüchteten anschließend. Durch Zeugenaussagen gelang es, fünf der sechs mutmaßlichen Schläger, alle 19 und 20 Jahre alt aus Viersen, in Tatortnähe aufzuspüren und vorläufig festzunehmen. An der Hauptstraße in Viersen fiel gegen 21:30 Uhr ein 18-jähriger Viersener durch besondere Aggressivität auf. Er provozierte Passanten durch Anrempeln und war offensichtlich darauf bedacht, Streit anzufangen. Auch als Polizisten hinzukamen, um den Aufsässigen zu besänftigen, beruhigte er sich nicht. Die Beamten entschlossen sich daraufhin, den Mann vorübergehend aus dem Verkehr zu ziehen. Gegen die Ingewahrsamnahme sträubte sich der Mann massive und setzte sich mit Tritten und Schlägen zur Wehr. Dadurch wurde ein Polizeibeamter leicht verletzt. Der renitente Viersener hatte in seinem Jackenärmel einen Holzschlagstock versteckt, der zur Gefahrenabwehr sichergestellt wurde. Der junge Mann, der nicht alkoholisiert war, wurde wieder entlassen, als sich sein erhitztes Gemüt beruhigt hatte...
Langsam wird es ernst: nur noch drei mal schlafen, dann läutet der Altweiber-Donnerstag den finalen Höhepunkt der "tollen Tage" ein. Während den einen beim Gedanken an knöchelhohe Glasscherbenteppiche und bierklebrigen Zuckerguss auf den Bürgersteigen der blanke Horror packt, heißt es für andere: nichts wie rein ins Vergnügen, sich, besinnungslos und volkstümlich wie sonst das ganze Jahr über nicht, ins kollektive Massenbesäufnis fallen lassen wie in einen schönen Kindheitstraum.
Der blanke Anachronismus in dem Zusammenhang sind die scheinheiligen Anstrengungen der sich an Beflissenheit übertrumpfenden Lokalpolitiker, ausgerechnet zu Karneval das Problem des (Jugend-) Alkoholismus bekämpfen zu wollen. Angeführt von der grünen Spaßbremse Martina Maaßen stößt nun selbst unser sonst eigentlich nicht gänzlich humorlose Bürgermeister ins Horn der politisch korrekten neuen Enthaltsamkeit und ordnet einen Bierausschank-freien Rathaussturm an.
"Man kann auch ohne Alkohol beim Karneval Spaß haben!" so das Credo der wenig glaubwürdigen Teilzeit-Asketen, von denen jeder einzelne bei anderen Gelegenheiten den Zapfhahn umschwirrt wie die sprichwörtliche Motte ein Teelicht. Klar, Sex macht ohne Anfassen auch am allermeisten Spaß, genau wie Backen ohne Mehl oder Döner ohne Scharf. Herr, lass es Hirn vom Himmel regnen!
Kurzum, wir hier bei Tien Anton sind der Meinung: wenn schon, denn schon! Davon abgesehen wollen wir in den verbleibenden Tagen vor dem drohenden Karnevals-Wochenende auch Alternativen aufzeigen für diejenigen, bei denen das närrische Brauchtum ausschließlich Fluchtreflexe auslöst. Den Anfang macht diese Veranstaltung am Samstag im Kunst- und Kulturhaus Bachstraße: Wo ist Norbert?