Eine verkappte Jubelschrift zum EinjährigenWie man unschwer erkennen kann, geht es hier nicht so recht weiter im Moment, der Tien-Anton-Motor ist leicht ins Stottern geraten. Mein Versuch der selbstauferlegten
mehrtägigen Auszeit hat auch nicht die erwünschte Wirkung (kraftvolles Durchstarten nach kurzer Ruhephase) gezeigt. Deshalb an dieser Stelle noch einmal (und für längere Zeit das letzte mal, versprochen...!) eine kurze Nabelschau, Selbst-Diagnose und Bestandsaufnahme, die die momentan eingetretene temporäre kreative Lähmung ein Stück weit erklären mag. Gleichzeitig ein Ausblick in eine, trotz allem, hoffnungsvolle Zukunft des 'regionalen Nischenprodukts' Tien Anton.
Als ich vor ungefähr einem Jahr die Idee zu dieser Website hatte, bot, neben einer gewissen kreativen Unterforderung, ein negatives Erlebnis den entscheidende Anlass. Anlässlich der damals im Dülkener Bürgerhaus erstmals veranstalteten
Emporium-Ü-30-Party ereiferte ich mich über das nach meinem Empfinden unterirdisch schlechte Konzept einer Mischung aus deutschem Schlager und 80er- und 90er-Mainstream-Dreck, bei dem man schon seinerzeit schleunigst das Radio abdrehte, um schlimmes Ohrenbluten zu vermeiden.
Interessanter Weise bekam ich letzte Woche eine E-Mail-Einladung der Veranstalter zur einjährigen Jubiläums-Ü30-Party an gleicher Stelle. "Och" dachte ich, "das ist ja nett, da kannste den Emporiumsleuten ja mal im netten Smalltalk die Geschichte von der Tien-Anton-Geburtsstunde erzählen." Gesagt, getan, die grippekranke Partnerin in eine warme Decke aufs Sofa gepackt, geduscht, gestriegelt, das gute Hemd aufgebügelt und die 3 Minuten Fußweg zum Bürgerhaus angetreten.
Meine eigentlich gute Laune war allerdings mit dem Betreten der Location schlagartig dahin. Wie schon ein Jahr zuvor hatte das akustische Erlebnis verheerende Auswirkung auf meine Gemütslage. Mit den ersten Schlagertakten lagen die Nerven blank, die Flucht in den großen Saal, wo die "Tolle Band" die erwähnten Radio-Belanglosigkeiten zwar technisch gut, aber für meine Stimmungslage um so tödlicher performte, brachte trotz eilig zugeführter Bier-Sedierung keine Besserung. Von den fünf in einem Anfall unbegründeter Euphorie erworbenen Biermarken knittern seitdem drei in meinem Portemonnaie herum. Flucht nach einer halben Stunde. Selbst zu einem kurzen persönlichen Gespräch mit meinen Gastgebern, normalerweise ein Gebot der Höflichkeit, fühlte ich mich nervlich außerstande.
Warum ich das erzähle? Irgendwie war diese kleine Episode eine Art Schlüsselerlebnis für mich. Noch mehr als ohnehin schon ist mir an diesem Abend bewusst geworden, dass mein auf dieser Website agierendes Alter Ego
Tien Anton niemals 'everybody's Darling' sein kann und ergo auch nicht sein wird. Die Konsequenz daraus ist, dass es hier auch in Zukunft nicht um eine umfassende Berichterstattung zu lokalen Ereignissen gehen wird, sondern immer nur um ganz und gar subjektiv gefärbte Schlaglichter und Momentaufnahmen dessen, was hier in unserem kleinen grenznahen niederrheinischen Mikrokosmos passiert.
Und das umso mehr, als ich mich von meiner anfänglich gehegten Hoffnung, mit Tien Anton Menschen zum aktiven Mitgestalten ihrer lokalen Nachrichtenlage animieren zu können, mittlerweile verabschiedet habe. Also ist und bleibt das hier im großen und ganzen eine One-Man-Show (abgesehen von dem freundlichen Häuflein Aufrechter, das immer mal wieder für Stimmung im
Forum sorgt), mal harmlos, mal schräg, mal böse - ambitioniert aber überhaupt nicht repräsentativ, dafür immer parteiisch und, wie gesagt, absolut subjektiv.
An dieser Stelle noch abschließend der Hinweis:
Tien Anton ist der ultimative Advents- und Weihnachtsmuffel! Besinnliches zur Weihnachtszeit wird sich deshalb auf die rechts oben im Dülken-Bildchen drapierten Schneeflocken beschränken. Keine Kerzen, kein Weihnachtsmann und keine Engelein!
Weihnachtsfreie Zone! Leidtragender in diesem Zusammenhang ist zu unserem Bedauern
Piet von
Piet's Börse. Ein dickes
"Sorry!" von hier aus, aber die Foto-Doku zur spektakulären Baumfällaktion wird zu einem späteren Zeitpunkt nachgereicht. Ich kann mich, nach dem zuerst technische Pannen im Weg waren, gerade nicht zu einer wie auch immer gearteten Weihnachts-Geschichte aufraffen.
Alles weitere, was sich an Berichtenswertem in den vergangen Tagen der Untätigkeit angesammelt hat, wird eventuell bei Gelegenheit und sukzessive hier verhackstückt werden - oder auch nicht, schließlich lauert
die nächste Nachricht garantiert schon um die Ecke. Und immer daran denken: ab dem 21. Dezember werden die Tage wieder länger!
;-)